Wunderjunge im Stile eines Mats Hummels

Von Raman Rooprail
Freitag, 06.01.2017 | 11:00 Uhr
Dayot Upamecano wird von vielen europäischen Top-Klubs gejagt
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Mit seinen erst 18 Jahren ist Dayot Upamecano eines der aufsehenerregendsten Innenverteidiger-Talente Europas. Lange spielt er wohl nicht mehr bei RB Salzburg - zu überzeugend und konstant sind seine Leistungen. Ein Wechsel zum Schwesterklub RB Leipzig steht bevor. Manchester United und der FC Bayern versuchten bereits vergeblich, Upamecano für einen Wechsel zu begeistern.

Upamecano steht mit seiner Mutter und seinem Berater Thierry Martinez am Flughafen. Die Gefühlswelt des Franzosen mit guinea-bissauischer Abstammung steht Kopf. Vorfreude, Anspannung, Ungeduld - es ist der Weg ins Unbekannte. RB Salzburg hat den damals 16-Jährigen zum Probetraining eingeladen.

Doch plötzlich sehen sie Upamecanos Vater mit einer unbekannten Person. Es stellt sich raus, dass ein Vermittler des FC Bayern kurz vor knapp auch noch einmal versuchen wollte, das Top-Talent von seinem Verein zu überzeugen. "Es war dann doch überraschend, dass er aufgetaucht ist. Aber wir waren uns unserer Entscheidung sicher", sagte Martinez der französischen Tageszeitung L'Equipe.

Der Rekordmeister kam zu spät. RB Salzburg erhielt damals, im Sommer 2015, den Zuschlag für den Innenverteidiger.

In der vergangenen Saison noch Ergänzungsspieler, mauserte sich Upamecano in der laufenden mit seinen 18 Jahren schließlich zum Stammspieler. Überzeugt war sein Trainer Oscar Garcia aber bereits nach seinem Pflichtspieldebüt: "Er hat mit sehr viel Ruhe gespielt, das war sehr stark. Ich bin sehr zufrieden mit seiner Leistung."

Keine Flüge für Dayot

Aber schon bevor Salzburg und der FCB sich für den Youngster interessierten, hatte Manchester United angeklopft - und dem Transfer schien nichts entgegen zu stehen. Doch warum scheiterte der Wechsel? Dem Teenager wurden zu wenige Heimflüge zu seiner Familie zugesichert. So wurde aus dem sicher geglaubten Transfer doch noch eine Hängepartie. Es kam Skepsis auf, denn viel Spielzeit war bei United ebenfalls nicht garantiert.

"Wir waren auf der Suche nach einem Projekt mit solider Basis. Wie viele Talente gehen zu großen Klubs und spielen nicht?", zweifelte Upamecanos Berater über die Aussichten seines Klienten. Salzburg bot daraufhin die besten Rahmenbedingungen. "Mich hat neben den tollen Trainingsbedingungen die herzliche Atmosphäre beim Verein beeindruckt", sagte Upamecano einmal den SN.

Auch Sportdirektor Christian Freund zeigte sich begeistert über seinen Transfer-Coup: "Das gesamte Package hat für ihn bei Red Bull Salzburg gepasst. Dazu zählen auch unsere großartige Akademie, die Infrastruktur und das Rundherum abseits des Platzes. Das war auch den Eltern sehr wichtig. Die Familie ist mit ihm nach Salzburg gezogen."

Mittlerweile sind eineinhalb Jahre vergangen und der Franzose hat sich in Salzburg bestens eingelebt. Sogar seine Familie ist wieder zurück in die Heimat gezogen. "Jetzt bin ich bereit dafür, allein hier zu sein", gibt sich der 18-Jährige selbstbewusst.

Ruhiger Spielstil

Upamecanos Spielweise erinnert etwas an die von Mats Hummels. Er kann den Spielaufbau sehr sicher gestalten und dirigiert von hinten heraus ruhig, aber dennoch aggressiv. Ab und zu übernimmt er auch selber gerne die Initiative und setzt zu Dribblings an, die jedoch nicht zu riskant werden. Durch sein Gespür für das Spiel hat Upamecano die Fähigkeiten, früh Angriffe des Gegners vorherzusehen und diese im Keim zu ersticken.

"Dayot macht seit zwei Jahren eine unglaubliche Entwicklung. Für die Mannschaft hat er aber bereits mit seinen Aktionen bewiesen, dass er ein Schlüsselspieler ist", lobt auch Jean-Claude Giuntini, sein ehemaliger Trainer in der französischen U18-Nationalmannschaft.

Leipzig der logische Schritt

All das bleibt natürlich diversen größeren Vereinen nicht verborgen. Upamecanos Vertrag in Salzburg läuft noch bis 2018. Gerüchten zu Folge soll er bereits unter anderem dem FC Arsenal abgesagt haben, weil er auf ein Angebot seines Traumvereins, dem FC Barcelona, wartet. Das berichtet zumindest die Sun.

Steht ein Spieler allerdings bei Salzburg unter Vertrag und überzeugt dort, ist der logische nächste Schritt oftmals Leipzig. In Leipzig herrschen ähnliche Rahmenbedingungen wie in Salzburg. Perfekte Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Youngsters. Ralf Rangnick soll sich schon um einen Wechsel bemühen.

Vorbilder, bei denen dieser Weg zum Erfolg führte, gibt es einige. Naby Keita, Stefan Ilsanker oder Marcel Sabitzer, sie alle haben so den Sprung zum Bundesliga-Profi geschafft.

Auch wenn Barcelona die deutlich attraktivere Station darstellt - sowohl finanziell als auch sportlich - wäre Leipzig wohl der logische Schritt für den Franzosen. Über die Bullen scheiden sich bekanntlich die Geister, es kann ihnen aber nicht abgesprochen werden, dass sie ihren Spielern beste Entwicklungschancen bieten. Und genau das ist das Wichtigste für Upamecano.

Dayot Upamecano im Steckbrief

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