Freitag, 08.01.2016

Neuauflage des Duells zwischen Messi und Ronaldo

Wer wird Weltfußballer 2015?

Am Montag wird in Zürich der Weltfußballer gekürt. Während bei der Wahl alles beim Alten bleibt, ist bei der FIFA alles anders - viele Plätze im Kongresshaus werden leer bleiben.

Zuletzt musste Lionel Messi zweimal Cristiano Ronaldo den Vortritt lassen
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Zuletzt musste Lionel Messi zweimal Cristiano Ronaldo den Vortritt lassen

Der FIFA-Präsident: gesperrt. Der UEFA-Boss: gesperrt. Der FIFA-Generalsekretär: Aus dem Verkehr gezogen. Eine Handvoll Vizepräsidenten: Im Knast. Wenn am Montag in Zürich der Weltfußballer 2015 gekürt wird, ist beim Weltverband FIFA alles anders. Doch am Ergebnis der prestigeträchtigen Wahl ändert sich (wieder einmal) nichts.

Lionel Messi (28) oder Cristiano Ronaldo (30) - zum achten Mal in Folge wird der Goldene Ball an einen der beiden Superstars gehen, wobei der kleine Argentinier (viermaliger Gewinner) als ganz klarer (Wett-)Favorit mit der Triple-Empfehlung des FC Barcelona und als Europas Fußballer des Jahres in die Schweiz fliegt.

Messis Teamkollege Neymar (23) ist als Dritter im Finale der bereits entschiedenen Wahl Außenseiter. Deutsche Weltmeister? Spielen bei der großen Gala (18.30 Uhr) nur die Nebenrolle.

Enrique wohl Welttrainer

Zwar hatten es Toni Kroos (Real Madrid), Thomas Müller und Manuel Neuer (beide Bayern München), der im vergangenen Jahr im Finale stand, unter die 23 Nominierten geschafft - aber dann war Schluss. Bei den Frauen darf die inzwischen zurückgetretene Ex-Nationalspielerin Celia Sasic (27) auf die Ehrung hoffen, ihre Konkurrentinnen sind Favoritin Carli Lloyd (33/USA) und die Japanierin Aya Miyama (30). Welttrainer wird wohl Barca-Coach Luis Enrique (45), nicht (Noch-)Bayern-Trainer Pep Guardiola (44).

Immerhin in der "Weltauswahl" könnten einige deutsche Nationalspieler stehen, theoretisch sogar zehn Bayern-Spieler - der Rekordmeister stellt insgesamt elf der 55 nominierten Profis. Auch Kroos und Mats Hummels (Borussia Dortmund) stehen auf der Liste.

"Deutschland hat eine Menge exzellenter Fußballer", sagte Torwart-Legende Oliver Kahn, der bei der Wahl 2002 nah dran war, dann aber im Finale leer ausging: "Aber es gibt keinen Ronaldo oder Messi." Der letzte Deutsche, der als bester Spieler der Welt geehrt wurde, war Rekordnationalspieler Lothar Matthäus - vor 24 Jahren. Neuer wurde im Vorjahr nur Dritter.

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2015 keinen Präsidentenpreis

Für den Weltverband folgte im Anschluss ein Jahr der Hölle. FIFA-Boss Joseph S. Blatter (79) und UEFA-Präsident Michel Platini (60) waren Ende 2015 von der Ethikkommission für acht Jahre gesperrt worden, dem "General" Jérôme Valcke (55) droht eine noch längere Suspendierung. Zweimal, im Mai und im Dezember, schlug die US-Justiz in Zürich gnadenlos zu und ließ mit Hilfe der Kantonspolizei mehrere FIFA-Offizielle verhaften. Es geht um Korruption im ganz großen Stil. Im Kongresshaus werden viele Stühle leer bleiben.

Den Präsidentenpreis (seit 2001 stets von Blatter vergeben) wird es deshalb nicht geben, "weil die FIFA sich in einer Übergangsphase befindet", teilte ein FIFA-Sprecher mit. Warum Interimschef Issa Hayatou (Kamerun), der auch die Weltfußballer-Trophäe übergeben wird, den Preis nicht aushändigen kann, blieb offen.

Die FIFA hofft in Zürich auf eine Feierstunde, in der endlich der Fußball wieder im Mittelpunkt steht. Es wird Pressegespräche mit den Nominierten geben. Superstar Leona Lewis sorgt für den musikalischen Höhepunkt, bei der Gala stehen Highlight-Schnitte des vergangenen Jahres auf dem Programm. Die Bilder der Verhaftungen werden nicht dabei sein.


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