Und Geld schießt doch Tore

Von Marco Kieferl / Ben Barthmann / Fatih Demireli
Freitag, 01.11.2013 | 13:29 Uhr
Leistungsträger bei ihren Klubs: Cavani, Falcao, Sneijder und Montero (v.l.)
© spox
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Die letzten Stationen der Europa-Reise: Frankreich, Portugal, Türkei und die Niederlande. Wer sind die bisherigen Positiverscheinungen? Wer hat überrascht? Diesmal mit dabei: Der nächste Zinedine Zidane, der Spätstarter, ein aufmuckender Underdog und die Unbezwingbaren aus Porto.

Frankreich

Milliardärs-Klubs Paris und Monaco

Geld schießt keine Tore? Das trifft auf die neureichen AS Monaco und Paris Saint-Germain wohl kaum zu. 166 beziehungsweise 110 Millionen Euro gaben beide Vereine vor der Saison für Neuverpflichtungen aus. Irrsinnig viel Geld, das sich bis jetzt aber bestens gelohnt hat: Falcao und Cavani schießen die Liga mit acht und sieben Treffern in Grund und Boden, Moutinho und Rodriguez führen die Vorlagenbestenliste mit jeweils vier Torvorbereitungen an und Marquinhos stabilisiert die PSG-Abwehr.

Fast ausnahmslos alle teuren Transfers haben bei den Milliardärs-Klubs voll eingeschlagen, von Geldverschwendung also keine Spur. Das schlägt sich letztlich auch in der Tabelle wieder. Punktgleich liefern sich Paris und Monaco ein Rennen um die Tabellenführung. Kein Zweifel, die Monegassen bereichern die Liga und bringen wieder Spannung in die Ligue 1, welche nach der PSG-Dominanz der letzten Saison verloren gegangen schien.

Auch wenn Lille aktuell nur zwei Punkten Rückstand auf das Spitzenduo hat, scheint es nur eine Frage der Zeit bis aus dem Drei- ein Zweikampf um die Meisterschaft wird. Der könnte allerdings bis zum Schluss offen sein.

Die Aufsteiger

Wer denkt, dass die Bundesliga mit Hertha BSC schon freche Aufsteiger hat, der sollte mal einen Blick auf die Tabelle der Ligue 1 werfen. Dort sind die Verfolger des Spitzentrios nicht etwa die üblichen Verdächtigen wie Marseille oder Lyon, sondern die Aufsteiger Nantes und En Avant Guingamp. Mit dem niedrigsten Etat aller Mannschaften legten beide einen Traumstart hin und sind aktuell nur sechs beziehungsweise acht Punkte von der Tabellenspitze entfernt.

Erfolgsgeheimnis beider Mannschaften: Viele französische und afrikanische Leistungsträger gepaart mit einem verlässlichen Knipser. Mustapha Yatabare von Guingkamp und Filip Dordevic von Nantes sicherten ihren Mannschaften mit ihren fünf und sechs Saisontreffern oftmals wichtige Punkte.

Zum Motto der Saison könnte für Beide ein Namensteil des Tabellenfünften sein. "En avant" bedeutet schließlich so viel wie "vorwärts". Bedenkt man, dass Monaco ja auch ein Aufsteiger ist, scheint dies durchaus passend.

Die hochgelobten Talente starten durch

Was haben Franck Ribery, Samir Nasri und Remy Cabella gemeinsam? Sie wurden oder werden nach wie vor als Nachfolger von Frankreich-Legende Zinedine Zidane gehandelt. Während Erstere mittlerweile auch den Letzten in der Fußballwelt bekannt sind, schickt sich Cabella an, in deren Fußstapfen zu treten.

Fünf Tore und vier Vorlagen in zehn Spielen stehen für den 23-jährigen Franzosen diese Saison schon zu Buche. Gala-Auftritte wie gegen Lyon, als er in 75 Minuten zwei Tore erzielte und drei vorbereitete weckten längst auch das Interesse von Manchester United, denen nachgesagt wird, für Cabella künftig 17,5 Millionen Euro auf den Tisch legen zu wollen.

Ein weiteres Talent, dass in der Ligue 1 auf sich aufmerksam macht, ist Nelson Oliveira. Bereits früh wurde der 22-Jährige zu Portugals größter Sturmhoffnung gemacht, als er bei der U20-WM 2011 als zweitbester Spieler ausgezeichnet wurde. Nach mageren Jahren mit wenigen Einsatzzeiten bei seinem Stammklub Benfica Lissabon und Deportivo La Coruna landete Oliveira diese Saison bei Stade Rennes.

Dort schenkt ihm Trainer Montanier endlich das Vertrauen. Mit sechs Toren in acht Starfelf-Einsätzen hat der junge Portugiese dieses auch mehr als gerechtfertigt. Nur gut, dass Rennes sich eine Kaufoption zusichern ließ. Damit steht einer erfolgreichen Zukunft beider Seiten wohl nichts mehr im Weg.

Seite 1: Frankreich: Von Aufsteigern und Talenten

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Seite 4: Niederlande: Die große Ausgeglichenheit

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