Europa League: Der BVB steht im Achtelfinale - So wichtig sind Dortmunds Führungsspieler

Freitag, 23.02.2018 | 09:44 Uhr
Marcel Schmelzer erzielte den entscheidenden Treffer zum 1:1 gegen Atalanta Bergamo.
Advertisement
World Cup
45 Min. nach Abpfiff: Schaue die WM-Highlights auf DAZN
World Cup
Belgien -
Tunesien (Highlights)
World Cup
Südkorea -
Mexiko (Highlights)
World Cup
Deutschland -
Schweden (Highlights)
World Cup
England -
Panama (Highlights)
World Cup
Japan -
Senegal (Highlights)
World Cup
Polen -
Kolumbien (Highlights)
World Cup
Saudi-Arabien -
Ägypten (Highlights)
World Cup
Uruguay -
Russland (Highlights)
World Cup
Spanien -
Marokko (Highlights)
World Cup
Iran -
Portugal (Highlights)
World Cup
Australien -
Peru (Highlights)
World Cup
Dänemark -
Frankreich (Highlights)
World Cup
Nigeria -
Argentinien (Highlights)
World Cup
Island -
Kroatien (Highlights)
J2 League
Fagiano -
Tokyo Verdy
World Cup
Südkorea -
Deutschland (Highlights)
World Cup
Mexiko -
Schweden (Highlights)
World Cup
Schweiz -
Costa Rica (Highlights)
World Cup
Serbien -
Brasilien (Highlights)
World Cup
Senegal -
Kolumbien (Highlights)
World Cup
Japan -
Polen (Highlights)
World Cup
Panama -
Tunesien (Highlights)
World Cup
England -
Belgien (Highlights)

Borussia Dortmund steht trotz einer erschreckend schwachen Leistung gegen Atalanta Bergamo im Achtelfinale der Europa League. Der Spielverlauf zeigte, wie wichtig die vermeintlich zu braven Führungsspieler des BVB für die Mannschaft sind.

Der BVB ist eine Runde weiter. Der Einzug ins Achtelfinale dürfte das Selbstverständnis der Mannschaft jedoch eher verringert als weiter aufgebaut haben. "Wir haben kaum Zweikämpfe gewonnen, das hat nicht viel von Männerfußball gehabt", gestand Trainer Peter Stöger ein, der einen anderen Auftritt seines Teams erwartet hatte: "Wir haben sehr wenig von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben."

Bis zur 60. Minute gab die Borussia einen Schuss aufs Tor von Atalanta-Keeper Etrit Berisha ab. Defizite im Spielaufbau, Passspiel, in der Raumaufteilung waren eklatant und machten lange wenig Hoffnung auf den erlösenden Ausgleichstreffer.

Der fiel in der 83. Minute dann doch noch. Unerwartet, obgleich der BVB stärker wurde. Die Erlösung war Torschütze Marcel Schmelzer nach dem Spiel ins Gesicht geschrieben: "Ich bin sehr glücklich, dass wir weitergekommen sind. Das ist mit Abstand das Wichtigste im Moment."

Mit Schmelzer und Reus geht ein Ruck durch die Mannschaft

Die Rückkehr des Kapitäns nach zwei Monaten Verletzungspause mündete in einem Freudentaumel, der selbst vor Ex-Mitspieler Mats Hummels nicht Halt machte. "SCHMELLEEEEEEEEEE", twitterte er nach 83 gespielten Minuten im Reggio Emilia und sorgte für einige Fragezeichen bei seinen Bayern-Fans.

Der Ruck, der durch Hummels ging, fuhr glücklicherweise auch durch einige Dortmunder Akteure im Mapei Stadium. Mit Schmelzer, der nach 45 Minuten für Jeremy Toljan in die Partie kam, veränderte sich die Dortmunder Körpersprache, die bis dato nur bei Abwehrchef Sokratis stimmte, zum Positiven.

Der "Schmelzer-Effekt" trat eine Viertelstunde später auch bei der Einwechslung von Marco Reus ein, dem es lieber war, im Laufe des Spiels zu kommen, wie Stöger nach dem Spiel verriet: "Wir haben mit ihm besprochen, dass es wichtig ist, dass er sich frisch fühlt." Und er fühlte sich offensichtlich taufrisch.

Dortmunds als zu brav verrufene Führungsspieler machten den Unterschied.

Ist der Ruf nach Führungsspielern obsolet?

"Dortmund hat überhaupt keine Leader! Es gibt keinen, der in großen Spielen vorangeht", sagte etwa Lothar Matthäus noch vor einigen Monaten. Auch im Fanlager der Borussia wurde häufiger der Wunsch nach einem echten Führungsspieler laut.

Wie wichtig die vermeintlich zu braven Schmelzer und Reus für den BVB aber sind, zeigten sie, als es darauf ankam. Mit dem Rücken zur Wand peitschten Reus und Schmelzer die Mannschaft voran. Sokratis erledigte seine Rolle als Abwehrchef und Organisator in der Defensive zweifelsohne ähnlich gut, konnte aber den gewünschten Effekt nicht auf Dortmunds Offensive übertragen.

Reus und Schmelzer schon. Stand der BVB erneut zu tief gestaffelt oder gaben Einzelspieler nicht einhundert Prozent beim Gegenpressing, waren es die Kommandos des Führungsduos, die das Team wieder auf Kurs brachten.

Reus ein belebendes Element in Dortmunds Offensive

"Reus hat wieder gezeigt, wie wichtig er für unser Spiel ist", hob Stöger die Leistung seines Regisseurs hervor. Neben der mentalen Komponente waren es die Lichtblicke des Nationalspielers, die eine kleine Dortmunder Schlussoffensive ermöglichten. "Mit ihm wurde unser Offensivspiel besser", führte Stöger fort. Der BVB gab acht der zwölf Torschüsse in den 30 Minuten ab, in welchen Reus auf dem Feld stand.

Durch seinen absoluten Siegeswillen und seinen Drang zum Tor erzwang er zudem den 1:1-Ausgleich. "Ich hatte da so eine Eingebung, dass Reus das Tor nicht selbst machen wollte. Dann habe ich eiskalt zugeschlagen", scherzte Nutznießer Schmelzer, der die zweitmeisten Torschüsse nach Schürrle abgab und 67 Prozent seiner Zweikämpfe gewann.

Über die Mentalität zurück zum Selbstverständnis eines Tabellenführers

Trotz der erneut schwachen spielerischen Leistung des BVB machen die zurückgekehrten Säulen der Mannschaft also zumindest ein wenig Hoffnung auf Besserung. Die Einstellung stimmte zuletzt. "Das haben die Jungs jetzt mehrmals gezeigt", so Stöger. Allerdings bedurfte es auch in Reggio Emilia erst eines Tritts in den Allerwertesten.

Dass Schmelzer und Reus freilich auch das spielerische Niveau der Mannschaft heben, sollten sie bestenfalls direkt am Montag gegen den FC Augsburg unter Beweis stellen.

Die Mentalität beschert dem BVB derzeit Erfolge. Verbessert die Borussia nun noch die Art und Weise, kommt das Selbstverständnis des Tabellenführers vom Saisonbeginn peu a peu zurück.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung