Eintracht setzt auf Fan-Invasion

SID
Mittwoch, 27.11.2013 | 13:48 Uhr
Eintracht Frankfurt konnte nur eines der letzten acht Pflichtspiele gewinnen
© getty
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Eintracht Frankfurt reist mit 12.000 Fans zum vorletzten Gruppenspiel zu Girondins Bordeaux (Do., 21.05 Uhr im LIVE-TICKER). Die Hessen wollen nach nur einem Sieg in acht Pflichtspielen den Befreiungsschlag schaffen.

Als die Chartermaschine DE 9192 am Mittwoch vom nebelumhüllten Rhein-Main-Flughafen abhob, freuten sich die zuletzt gebeutelten Profis von Bundesligist Eintracht Frankfurt wie kleine Kinder auf ihr bislang wohl kuriosestes "Heimspiel". Rund 12.000 Fans werden die ersatzgeschwächten Hessen zu ihrem vorletzten Gruppenspiel in der Europa League bei Girondins Bordeaux am Donnerstag begleiten.

Allein knapp 100 Busse machen sich auf an die rund 1200 Kilometer entfernte Atlantikküste. "Das ist Wahnsinn. So viele Leute in Bordeaux, das ist das Größte, was man erleben darf", sagte Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler, während Finanz-Vorstand Axel Hellmann schwärmte: "Das ist phänomenal und auch Werbung für den Wettbewerb."

Fan-Bewegung ist Euro-Rekord

Und es bedeutet Euro-Rekord: So eine große Fan-Bewegung hatte es in der Europa League zuvor noch nie gegeben. Allerdings werden sich die seit fünf Pflichtspielen sieglosen Frankfurter Profis beim Blick auf die Tribüne des Stade Jacques-Chaban-Delmas (34.200 Plätze) an eine neue Farbe gewöhnen müssen.

Ihre Anhänger werden orangefarbene Klamotten tragen, da die Ultras zur "Orange Kaos"-Tour aufgerufen haben. Bei ähnlichen Aktionen in der Vergangenheit allerdings war es nicht immer friedlich geblieben. Vor allem Pyrotechnik wurde von den "Orangenen" missbraucht. Deshalb appellierte Hellmann in der "Frankfurter Rundschau" auch an die Fans: "Wir dürfen uns da nicht wie die Berserker benehmen."

Auf jeden Fall will der Spitzenreiter der Gruppe F (neun Punkte) die historisch große Unterstützung als Triebfeder nutzen, um den einen noch fehlenden Punkt zum vorzeitigen Erreichen der K.o.-Phase zu holen. "Wir müssen den Spagat hinbekommen", sagt Armin Veh.

Krise in der Bundesliga

Was der Frankfurter Coach meint: Der Tabellen-15. der Bundesliga will natürlich im Europacup überwintern und seine Kür auf der internationalen Bühne genießen. Aber Mittelfeldspieler Martin Lanig ("Wir fahren ohne Zweifel nach Bordeaux") und Teamkollegen müssen vor allen Dingen in der Liga die Kurve kriegen und das Abstiegsgespenst verjagen. "Das steht turmhoch über allem", sagte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen unmissverständlich. Am Sonntag steht das richtungweisende Spiel beim ebenfalls kriselnden Klub Hannover 96 an.

Zuletzt gab es beim spektakulären 3:3 gegen Schalke 04 zumindest einen Hoffnungsschimmer, als die Hessen einen 0:2-Rückstand noch aufholten. Allerdings glaubt Defensivkraft Sebastian Rode mittlerweile, dass "ein Fluch über uns liegt". Der Grund: Die Eintracht kassierte am Wochenende zum fünften Mal in den vergangenen sieben Spielen einen entscheidenden Gegentreffer nach der 85. Minute. "Es ist zurzeit wie verhext", sagte Schwegler, der allerdings auch die personell angespannte Situation meinte.

Meier, Aigner, Anderson, Russ fehlen

Beim Gruppenletzten in Bordeaux werden neben Torjäger Alexander Meier (Patellasehnen-Entzündung) und Stefan Aigner (Oberschenkel-Verletzung) auch die beiden Innenverteidiger Bamba Anderson (Muskelzerrung) und Marco Russ (Muskelfaserriss) fehlen. Gut möglich, dass Veh deshalb in der Abwehr-Zentrale neben Carlos Zambrano den 18-jährigen Marc-Oliver Kempf aufstellt.

Wahrscheinlich ist auch, dass Kapitän Schwegler erstmals seit rund drei Monaten wieder in der Frankfurter Startelf steht. Der Schweizer Nationalspieler war nach seiner Knie-Operation Anfang September im Spiel gegen Schalke bereits zu einem ersten Kurzeinsatz gekommen. - Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Bordeaux: Carrasso - Mariano, Sané, Henrique, Orban - Sertic, N'Guemo, Obraniak - Saivet, Diabate, Jussie

Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Kempf, Oczipka - Rode, Schwegler - Flum, Barnetta, Inui - Joselu

Schiedsrichter: Alberto Undiano Mallenco (Spanien)

Frankfurts Gruppe im Überblick

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