Dienstag, 27.03.2012

Magath rechnet nicht mit Rückkehr nach Wolfsburg

Diego zwischen Traum und Wirklichkeit

Das Beste sollte für ihn gerade gut genug sein. Schließlich sah sich Diego selbst auch immer als gut genug für das Beste. Also fing er vor ein paar Jahren an zu träumen. Von Engagements bei den größten Klubs der Welt. Von regelmäßigen Auftritten in der Champions League. Von einer tragenden Rolle in der brasilianischen Nationalmannschaft.

Am Donnerstag wird Diego mit Atletico Madrid gegen Hannover 96 antreten
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Am Donnerstag wird Diego mit Atletico Madrid gegen Hannover 96 antreten

Auch heute träumt der hochbegabte Spielmacher noch. Wirklich vorangekommen, ist er dabei nicht. Seit Diego Werder Bremen 2009 verließ, stagniert seine Karriere bestenfalls.

Er ist inzwischen 27 Jahre alt und spielt beim zweitbesten Verein Madrids, im zweitbesten europäischen Wettbewerb. Atletico statt Real, Europa League statt Champions League. Am Donnerstag (21.05 Uhr) kommt Hannover 96 zum Viertelfinal-Hinspiel ins Estadio Vicente Calderon.

Diego hat gerade einen Muskelfaserriss auskuriert und hofft auf sein Comeback in der Startelf. Am vergangenen Wochenende reichte es nur zu einem 20-minütigen Einsatz. 0:1 verlor Atletico bei Real Saragossa. In der Primera Division belegt man nur Rang acht. Zu wenig für jemanden, der die Welt im Sturm erobern wollte.

Die besten Bilder der Achtelfinal-Rückspiele
Schalke - Twente 4:1: So sehen Sieger aus! Schalke hievte sich mit einer Energieleistung ins Viertelfinale - aber der Reihe nach...
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Zunächst einmal lief bei Königsblau nämlich wenig zusammen. Mit dem 1:0 aus dem Hinspiel im Rücken konterte Enschede...
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...und kam durch Janssen im Rückspiel früh zur Führung. Hildebrand war dabei machtlos - siehe Gesichtsausdruck!
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Schalke kämpfte jedoch und wollte sich nicht so leicht geschlagen geben. Hier kommt Matip aber einen Schritt zu spät
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Schalke spielte immer wieder über die Außen und brachte Enschede so oft in arge Bedrängnis
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Huntelaar leitete die Aufholjagd mit dem 1:1 per Kopfball ein. Damit war der Hunger des Hunters geweckt...
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Schön flach oben rein: Mit diesem verwandelten Handelfmeter stellte Huntelaar auf 2:1
© Getty
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Und es dauerte nicht lange, da legte Jones (am Boden) zum 3:1 nach - Twente war damit geschlagen
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Freude pur auch an der Seitenlinie vor der Schalker Bank nach Jones' Tor
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Der Schlusspunkt: Huntelaar trifft mit seinem dritten Tor zum 4:1-Endstand
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Im Trikot des Twente-Ersatzkeepers Boschker heizte Huntelaar den Schalker Fans auch nach Abpfiff ordentlich ein
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Hannover - Lüttich 4:0: Vor dem Anpfiff fand anlässlich des schweren Busunglücks in der Schweiz eine Schweigeminute statt
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Mohamed Abdellaoue (l.) brachte Hannover schon früh mit 1:0 in Führung
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Serge Gakpe (2.v.r.) flog in der 58. Minute wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz
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Serge Gakpe (2.v.r.) flog in der 58. Minute wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz
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Zum Pechvogel des Abends avancierte Lüttichs Kanu (M.), der gleich doppelt ins eigene Tor traf
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Sergio Pinto (2.v.r.) stellte in der Nachspielzeit den 4:0-Endstand her
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In Turin begann die Karriere zu knicken

In Bremen war Diego ein Star. Publikumsliebling, Spielmacher, Vorbereiter, Torschütze. Das weckte Begehrlichkeiten. Bei ihm selbst und auch bei anderen Klubs. Das große Geld und der nächste Schritt auf der Karriereleiter lockten. Rund 25 Millionen Euro Ablöse überwies der italienische Rekordmeister Juventus Turin an Werder und freute sich auf einen Spieler mit Weltklassepotenzial.

Doch Diego zauberte nur ein paar Wochen. Wenn es um Fußball geht, ist es im Piemont mit der Geduld nicht weit her. Juventus suchte einen Käufer, der Südamerikaner erlebte seinen ersten Karriereknick.

In Wolfsburg sitzt der Euro locker, wenn es um Fußball geht. Also wechselte Diego zum VfL. Dank eines Jahresgehalts von angeblich zehn Millionen Euro wirkte auf den Brasilianer plötzlich auch Retorte reizvoll.

Doch Diego zauberte nur ein paar Wochen. Wolfsburg stand im Tabellenkeller, der Spielgestalter konnte daran nichts ändern. Am Ende wollte er es offenbar auch nicht mehr. Es kam zum Eklat.

Ehemaliger Schüler Özil läuft Diego den Rang ab

Diego hatte sich für das abschließende Saisonspiel 2011 bei 1899 Hoffenheim offenbar selbst als Retter eingeplant. Trainer Felix Magath sah das anders. Elf andere Spieler sollten die Wolfsburger zum Klassenerhalt schießen. Also stand Diego noch während der Mannschaftssitzung auf und ging. Aus dem Raum, aus dem Hotel, aus der Bundesliga. Heute bezeichnet der Brasilianer seine Flucht als Fehler. Er hat gelernt. Zu spät.

Magath schob ihn im vergangenen Sommer zu Atletico ab. Auf Leihbasis, ohne Gebühr. Im Sommer muss Diego eigentlich zum VfL zurück. Dort hat er noch einen Vertrag bis 2014. Doch dort will man ihn nicht mehr. "Ich gehe davon aus, dass Diego in Madrid bleibt oder einen neuen Verein findet. Ich gehe nicht davon aus, dass er nach Wolfsburg zurückkehrt", sagt Magath und gibt sich in Sachen Diego schmallippig.

Beim VfL baut man auf andere. Bei den größten Klubs der Welt ebenfalls. Mit Mesut Özil hat Diego noch unregelmäßigen Kontakt. Der deutsche Nationalspieler war in Bremen einst der Schüler des Spielmachers. Auch Özil spiel heute in Madrid. Beim besten Klub der Stadt, im besten europäischen Wettbewerb. Real statt Atletico, Champions League statt Europa League. Für Özil ist das Beste gerade gut genug.

Diego im Steckbrief


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Das Beste sollte für ihn gerade gut genug sein. Schließlich sah sich Diego selbst auch immer als gut genug für das Beste. Also fing er vor ein paar Jahren an zu träumen.

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