Montag, 07.07.2008

Nach Streit mit Bierhoff

Der Capitano wehrt sich

München - Kapitän Michael Ballack mag auch eine Woche nach der Europameisterschaft nicht zur Aufhellung seines Streites mit DFB-Teammanager Oliver Bierhoff nach dem verlorenen Finale gegen Spanien beitragen.

Ballack, EM, Deutschland,
© Getty

"Dazu will ich mich nicht äußern", erklärte der 31-Jährige in einem "Bild"-Interview. Entschieden wies der 87-malige Nationalspieler dafür Mutmaßungen zurück, er habe nach der Siegerehrung in Wien nicht in die deutsche Fankurve gehen wollen.

"Wenn jemand behauptet, dass ich nicht zu den Fans wollte, dann ist dies eine Lüge. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass sich der Kapitän und die Mannschaft bei ihren Fans für die tolle Unterstützung während des ganzen Turniers bedanken", erklärte Ballack.

Ein kleiner Disput

Zwischen Bierhoff und ihm war es nach der 0:1-Niederlage zum Streit um ein Danke-Transparent gekommen, welches Ballack auf Aufforderung des Teammanagers in die Kurve mit den deutschen Anhängern tragen sollte. Der Kapitän hatte sich im Ernst-Happel- Stadion schließlich ohne Banner, aber mit zahlreichen Handschlägen direkt bei den Anhängern für deren Anfeuern bedankt.

Bierhoff hatte noch am Finalabend von einem "kleinen Disput" gesprochen, der bereits in der Umkleidekabine ausgeräumt worden sei. Für ihn sei das Thema damit beendet gewesen. Bundestrainer Joachim Löw mochte den Vorfall, der in einem emotional aufgeladenen Moment direkt nach einem verlorenen Endspiel entstanden sei, ebenfalls nicht überbewerten.

"Es gibt immer einmal Spannungen, mal einen Disput, mal einen Konflikt", sagte Löw. Es seien aber im gesamten Turnierverlauf innerhalb des deutschen Teams "keine dramatischen Dinge" vorgefallen: "Es gab keine Disziplinlosigkeiten", betonte der Bundestrainer.

"Wer hat denn eine bessere Bilanz?"

Im "Bild"-Interview wehrt sich Ballack auch gegen den Vorwurf des ewigen Zweiten. Natürlich fehle ihm noch "der große internationale Titel", sagte der Vize-Weltmeister von 2002, EM-Zweite von 2008 und Verlierer der Champions-League-Endspiele in den Jahren 2002 (mit Bayer Leverkusen) und 2008 (mit dem FC Chelsea). "Aber wer hat denn eigentlich eine bessere Bilanz aufzuweisen als ich?" Im Mannschaftssport sei der Einzelne in entscheidenden Situationen "auch mal" auf seine Mitspieler angewiesen, bemerkte der Mittelfeldspieler.

Handlungsbedarf bei seiner beruflichen Zukunftsplanung sieht Ballack aktuell nicht. Sein Vertrag beim FC Chelsea läuft noch bis 2009 mit Option auf eine Verlängerung um ein Jahr. "Also gibt es keinen Grund zur Eile", erklärte Ballack.

Mitte des Monats wird er sich dafür per Heirat an seine langjährige Lebensgefährtin Simone Lambe (30) binden, mit der er die Söhne Louis (6), Emilio (5) und Jordi (3) hat. "Unsere Hochzeit ist das Zeichen der Liebe", äußerte Ballack nach zehn gemeinsamen Jahren mit Simone ohne Trauschein.


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