DFB stellt neues Konzept vor

Wir haben ein Trainerproblem

Von Stefan Rommel
Dienstag, 03.06.2008 | 10:21 Uhr
Advertisement
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo Verona -
AC Mailand
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Straßburg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Straßburg -
Angers
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Super Liga
Cacak -
Partizan
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Copa Libertadores
Lanus -
River Plate
Championship
Preston -
Aston Villa
Copa Libertadores
Grêmio -
Barcelona
Copa Sudamericana
Flamengo -
Fluminense
A-League
Melbourne City -
Sydney
Ligue 1
Rennes -
Bordeaux Begles
Primera División
Real Betis -
Getafe
CSL
Guangzhou Evergrande -
Tianjin Quanjian
Primera División
Valencia -
Leganes
Championship
Bristol -
Cardiff
Premiership
St Johnstone -
Celtic
Championship
Aston Villa -
Sheffield Wednesday
Primera División
Deportivo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Angers -
PSG
Serie A
Bologna -
Crotone
Primera División
Alaves -
Espanyol
Championship
Brentford -
Leeds
Ligue 1
Metz -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Amiens
Ligue 1
Nantes -Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Straßburg
Primera División
Barcelona -
Sevilla
Serie A
Genoa -
Sampdoria
Primeira Liga
Porto -
Belenenses
Primera División
Levante -
Girona
Serie A
Inter Mailand -
FC Turin
Championship
Middlesbrough -
Sunderland
Ligue 1
Nizza -
Dijon
Serie A
Cagliari -
Hellas Verona
Serie A
Chievo Verona -
Neapel
Serie A
Florenz -
AS Rom
Serie A
Juventus -
Benevento
Serie A
Lazio -
Udinese
Primera División
Celta Vigo -
Bilbao
Eredivisie
PSV -
Twente
Ligue 1
Marseille -
Caen
Serie A
Atalanta -
SPAL
Primera División
Real Sociedad -
Eibar
Primera División
Villarreal -
Malaga
Primera División
Real Madrid -
Las Palmas
Serie A
Sassuolo -
AC Mailand
Ligue 1
Saint-Étienne -
Lyon

Kaiserslautern/Gelsenkirchen - Der Sommer des Jahres 1996 war ein heißer im Nord-Londoner Stadtteil Islington.

Mit den durchaus mäßigen Temperaturen hatte dies aber wenig zu tun. Vielmehr machte eine Entscheidung die Runde, die den ansässigen FC Arsenal und seine Fans in helle Aufregung versetzte

Patrick James "Pat" Rice, ein echter Haudegen, 528 Einsätze im Arsenal-Trikot, Co-Trainer, Jugendleiter, für einige Monate sogar Chef über zwei Schreibmaschinen und eine dazugehörige Sekretärin auf der Geschäftsstelle der Gunners, war erst vor wenigen Wochen zum Trainer der Lizenzspielerabteilung aufgestiegen.

Der Nordire, gelernter Gemüsehändler, hatte die Gunners nach einer turbulenten Saison und jeder Menge Theater übernommen. Die Leute liebten ihn und Rice war leidlich erfolgreich. Nur die graue Eminenz des Vereins, Sir Chip Keswick, sah das anders.

Lachnummer Wenger

In einer Nacht- und Nebelaktion schnappte Keswick dem englischen Verband FA dessen designierten Technischen Direktor quasi vor der Nase weg. Einen Franzosen mit Namen Arsene Wenger.

Fortan war Wenger das Gesprächsthema in jedem Pub Londons. Die Arsenal-Hasser lachten sich kaputt, die Arsenal-Fans beschmierten Häuserwände mit kaum zitierbaren Parolen gegen Wenger. Schließlich hatte der zuletzt den japanischen Erstligisten Grampus Eight Nagoya trainiert.

In ihren Augen war die Entscheidung eine einzige Lachnummer.

Was aber noch viel schwerer wog: Zum 100-jährigen Jubiläum des Klubs schenkte der Verein den Fans zum ersten Mal einen Trainer, der nicht aus Großbritannien stammte. Sondern aus Frankreich.

Die Episode ist mittlerweile zwölf Jahre her. Was in der Zwischenzeit passiert ist, weiß jeder. Die anfängliche Skepsis wich schnell einer Akzeptanz. Mittlerweile ist Arsene Wenger der FC Arsenal. Die beleidigenden Graffitis sind längst übermalt.

Arsenal wagte viel und gewann alles. Wenger war der Wegbereiter für eine ganze Heerschar ausländischer Manager, die die verkrustete Premier League reformierten und zu dem machten, was sie jetzt ist.

"Die Struktur ist nicht gesund"

Doch auf einen Heilsbringer à la Wenger will der deutsche Fußball nicht warten. Der verschließt die Augen nicht vor seinen Schwachstellen und schreitet selbst zur Tat.

"Wir haben in allen Bereichen ein Trainer-Problem. Die gesamte Struktur ist nicht gesund", kritisiert etwa Matthias Sammer im Gespräch mit SPOX.com. "Auch im Nachwuchsbereich haben wir zu wenige Organisationsformen gefunden, die inhaltlicher und organisatorischer Natur eine gewisse Attraktivität haben. Irgendwann ist das Ende erreicht."

Zustimmung erhält Sammer von Bernhard Peters, dem Direktor für Sport- und Nachwuchsförderung beim Bundesliga-Aufsteiger 1899 Hoffenheim: "Ich möchte es nicht verallgemeinern, in Deutschland gibt es etliche gute Trainer. Aber es ist wohl richtig, dass es nicht gelungen ist, sehr viele Trainerpersönlichkeiten mit einer eigenen Handschrift und Führungsphilosophie zu entwickeln."

Wissenschaftlicher Ansatz

Die Entwicklungsarbeit ist nun Sache von Frank Wormuth. Vergangene Woche stellte der Deutsche Fußball-Bund den Leiter für Fußballlehrerausbildung im Rahmen des Länderspiels gegen Weißrussland vor - und Wormuth selbst stellte sein Konzept vor.

"Seit 2005 läuft unsere Reform. Die Ausbildung bis dahin war schon gut, sie muss aber viel besser verkauft werden", sagt der 47-Jährige. Und sie muss ausgebaut werden.

Wo sich früher verdiente Ex-Nationalspieler nach ein paar Vorlesungsstunden und einem verschmitzten Augenaufschlag die DFB-Trainerlizenz ergattern konnten, tritt nun eine ausgeklügelte Ausbildung in Kraft, die ihren Schwerpunkt - ganz zeitgemäß - in der wissenschaftlichen Arbeit sieht.

"Sportmedizinische Aspekte, Persönlichkeitsbildung, Außendarstellung sind wichtige Gebiete", verrät Wormuth.

Klein anfangen!

Er selbst war ein mittelmäßig begabter Zweitligaspieler beim SC Freiburg und Hertha BSC, einige Zeit Co-Trainer bei Fenerbahce Istanbul und Trainer in Pfullendorf, Reutlingen, bei Union Berlin, in Aalen. Und auch in der Kreisliga A. "Eine wichtige Zeit. In den unteren Ligen kann man genügend Fehler machen. Da bekommt es keiner mit", sagt er.

Fehler im Profigeschäft verzeiht niemand. "Bei uns werden die jungen Trainer viel zu schnell verheizt", kritisiert Sammer. "Mir tut es in der Seele weh, dass ein Jürgen Kohler im Moment nicht als Trainer arbeitet. Weil er viel zu hoch eingestiegen ist in diesem Job. Das ist doch das Ende der Fahnenstange, wenn du Trainer in der Ersten Liga bist."

Wormuth wolle mit seiner Arbeit, "eine Art Anlaufstelle werden". Fernziel sei, eine Trainerfindungskartei aufzubauen: "Die Idealvorstellung ist die, dass ein Bundesligist dann zu uns kommt und sagt: 'Wir brauchen den und den Trainer - könnt ihr uns da weiterhelfen?'"

Ein Manuskript mit 55 Seiten soll der Wegbereiter sein. Von sechs auf elf Monate wird die Ausbildung gestreckt, Praktika sind ab sofort obligatorisch. "Neben den 23 Vorlesungswochen sollen die Absolventen auch eine komplette Saison in einem Klub mitarbeiten. Die Ausbildung verläuft parallel zur Spielzeit. Auslandspraktika sind erwünscht, aber keine Pflicht."

Inspiration aus der Schweiz

Trainerfindungskartei klingt nun fast wie Trainerfindungskomission und hat auch dasselbe Kürzel. Die TFK1 gebar im Sommer 2004 immerhin Jürgen Klinsmann - die Quelle und den Ursprung aller Reformen im DFB.

Zur Konzeptfindung ließ sich Wormuth von seinen Eindrücken aus der Schweiz inspirieren, wo er seinen Trainerschein erlangte. "Über den Tellerrand hinausschauen ist ganz wichtig. Und trotzdem bleibt die Basis unseres Fußballs der der deutschen Nationalmannschaft. Die Zusammenarbeit zwischen Nationalmannschaft und Akademie bleibt bestehen."

Eine eigene Homepage steht kurz vor dem Launch, es wird bald aktuelle Newsletter und eine regelmäßig erscheinende Zeitschrift geben. Der Klinsmannismus hält Einzug.

Ziel: 18 deutsche Trainer

"Wir werden keine geschnitzten Trainer produzieren können", wehrt Wormuth ab. "Aber wir verfolgen einen roten Faden. 4-4-2 ist kein Muss, Ball- und Raumorientiertheit in der Defensive aber schon. Zudem ist One-Touch-Fußball angesagt."

Wie beim FC Arsenal, seit Arsene Wenger dort ankam. Der Erfinder des One-Touch-Fußballs. Vor ein paar Jahren bekam Wenger den Order of the British Empire verliehen.

Frank Wormuth wäre schon mit weniger zufrieden. "Wenn jeder Bundesligist einen deutschen Trainer hätte, das wäre toll." Es liegt noch eine Menge Arbeit vor ihm.

Vor wenigen Wochen stellten die Spitzenklubs aus Hamburg und Schalke ihre neuen Übungsleiter vor - sie kommen beide aus den Niederlanden.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung