Löw erhält den EM-Titelfahrplan

SID
Sonntag, 02.12.2007 | 10:50 Uhr
Fußball, Joachim Löw
© Getty
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Luzern - Erst Bundesliga-Alltag, dann EM-Zeremonie: Vor dem Wochenendausflug zur Auslosung nach Luzern wollte der Bundestrainer Joachim Löw zunächst noch einen Zwischenstopp beim Heimspiel des VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund einlegen und einige seiner EM-Kandidaten beobachten.

Dem fast eine Million Euro teuren Event am Vierwaldstättersee blickt der 47-Jährige "gespannt", aber auch mit dem Selbstvertrauen eines Titelanwärters entgegen: "Wir nehmen es eh so, wie es kommt", sagte Löw, hofft aber auf das traditionelle deutsche Losglück und eine machbare Vorrunden-Gruppe bei der Fußball-Europameisterschaft (Die Auslosung ab 12 Uhr LIVE).

188 Tage vor dem Eröffnungsspiel am 7. Juni 2008 in Basel hat im Kultur- und Kongresszentrum von Luzern die Ungewissheit für die 16 Teilnehmer-Nationen endlich ein Ende. Der Paukenschlag des Tages wäre zweifelsohne, wenn es tatsächlich zur Mega-Gruppe mit den ehemaligen Titelträgern Deutschland, Italien, Frankreich und den Niederlanden käme.

Der Kaiser wünscht sich König Otto 

Franz Beckenbauer würde ein solches Los, das die Europäische Fußball-Union (UEFA) mit ihrem heftig kritisierten Setzverfahren möglich gemacht hat, bedauern: "Alle vier Titelfavoriten gleich in einer Gruppe? Es wäre schade für das Turnier, wenn zwei Topteams sich schon nach der Vorrunde verabschieden", sagte Beckenbauer am Samstag in der "Bild"-Zeitung.

Auch die von Präsident Theo Zwanziger angeführte DFB-Delegation dürfte in diesem Extremfall, bei dem nach 2000 und 2004 ein dritter Vorrunden-K.o. hintereinander durchaus möglich wäre, wohl heftig schlucken. Ein Glückslos mit Österreich, Schweden und Polen wäre der DFB-Abordnung sicherlich deutlich lieber.

Beckenbauer wiederum würde sich als Vorrundengegner Titelverteidiger Griechenland und damit ein "interessantes Duell" zwischen Otto Rehhagel und Löw wünschen. Der Bundestrainer wird - egal, was kommt - keinen Gegner unterschätzen: "Die EM wird auf einem ganz hohen Niveau stattfinden, das ist klar", bemerkte Löw: "Die vier Halbfinalisten bei der WM 2006 waren alles Europäer, das zeigt schon, welche Klasse die EM erreichen wird."

Blick in die Kristallkugel

Nach dem 52-minütigen Show-Programm mit 190 Musikern und Sängern wissen die deutschen Nationalspieler nicht nur endlich, gegen wen sie spielen, sondern auch wann und wo. Über die Vorrunde hinaus kann Löw über Viertel- und Halbfinale den Weg zur angestrebten Finalteilnahme am 29. Juni 2008 in Wien berechnen.

Als einziger Verband neben den EM-Gastgebern Österreich (Stegersbach in Burgenland) und Schweiz (Feusisberg über dem Zürichsee) hat der DFB schon vor der Auslosung sein Quartier in Ascona im Schweizer Kanton Tessin gebucht. Von dort aus werden Michael Ballack & Co. zu den Partien in den Schweizer Spielorten Basel, Genf, Zürich und Bern (Gruppen A und C) oder den österreichischen Städten Wien, Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck (Gruppen B und D) reisen.

Notstromaggregate stehen bereit 

Vor der Zeremonie in Luzern steht nur fest, dass die Gastgeber Schweiz und Österreich in den Gruppen A und B gesetzt sind und ihre drei Vorrundenspiele in Basel beziehungsweise Wien austragen. Als Köpfe der Gruppen C und D werden dann als erstes Griechenland und die Niederlande aus Topf 1 gezogen.

Nach Topf 4 (Frankreich, Polen, Türkei, Russland) kommt der deutsche Topf an die Reihe, in dem sich noch Portugal, Spanien und Rumänien befinden. Komplettiert werden die vier Gruppen mit der Ziehung aus Topf 2 mit Weltmeister Italien, Kroatien, Schweden und Tschechien.

Die Auslosung wird in 138 Länder übertragen, allein aus Europa senden 28 Fernsehstationen live. Vor dem Kongress- und Kulturzentrum in Luzern wurde am Samstag noch fleißig an einigen Fernsehstudios gezimmert, sogar Notstromaggregate stehen für alle Fälle bereit.

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