Fussball

Ohne Wasserschlacht braucht's Hamsik

Schon im Testspiel vor der EM traf Marek Hamsik gegen Deutschland
© getty

Die Slowakei ist Deutschlands Achtelfinalgegner bei der EM in Frankreich (18 Uhr im LIVETICKER). In welchen Mannschaftsteilen ist die Truppe, die Deutschland zuletzt bezwang, besonders stark aufgestellt? Wo sind die Slowaken anfällig? Und wie muss Deutschland spielen, um erfolgreich zu sein? In Zusammenarbeit mit dem Institut für Fußballmanagement macht SPOX den Check.

Spielweise und Personal

Unter Jan Kozak ist der Fußball in der Slowakei wieder zu einer Größe im Land geworden. Der Trainer bevorzugt ein 4-2-3-1 mit Hamsik in einer freien Rolle - so, wie die Slowaken schon in Augsburg auftraten. Ähnlich wie die bisherigen deutschen Gegner legt die Slowakei ihr Spiel aufs Kontern aus. Wie die Ukraine hat man schnelle Flügelspieler und beispielsweise in Herthas Peter Pekarik auch einen Außenverteidiger, der durch seine Schnelligkeit mit nach vorne umschalten kann.

Wie das Spiel der Slowaken im Bestfall funktioniert, zeigte das Testspiel am 29. Mai in Augsburg: In der eigenen Hälfte war die Slowakei extrem kompakt gestaffelt. Nur phasenweise versuchte man, Löws Mannschaft mit Offensiv-Pressing den Spielaufbau zu erschweren. Situativ sucht die Slowakei dann beim Gegner Lücken zwischen den Ketten, um über Hamsik einen der Konter aufzuziehen.

In Augsburg ging das gegen Deutschland zu einfach, wenngleich das Spiel vor allem nach der Pause aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse fast keine Aussagekraft mehr hatte. Entsprechend darf diese Wasserschlacht keinesfalls als Maßstab für Vergleiche herangezogen werden. Das Spiel am Sonntag wird ein anderes.

"In der Spieleröffnung spielen die Slowaken zwar gerne auch den langen Ball, allerdings sind sie durchaus auch eine spielstarke Mannschaft. Gegen England ließen sich die zentralen Mittelfeldspieler Pecovsky, Kucka, aber vor allem Hamsik immer wieder fallen, um das Spiel zu lenken. Diese Drei besetzten das Zentrum, während die Außenverteidiger Hubocan und Pekarik hochschoben", erklärt Alexander Schmalhofer, Leiter des Fachbereichs Spiel- und Taktikanalyse des Instituts für Fußballmanagement.

Bei der EM merkte Kozak im ersten Spiel gegen Wales, dass seine vermeintliche Stammelf nicht das abrufen konnte, was er von ihnen erwartete. Entsprechend wechselte er für die folgenden Spiele auf einigen Positionen aus, unter anderem ist der erst 21-jährige Ondrej Duda von Legia Warschau anstelle von Michal Duris nun im Sturm gesetzt.

Adam Nemec, den viele noch aus Kaiserslauterer und Berliner Zeiten kennen, hat seinen Startplatz verloren. Hin und wieder kommt er von der Bank, wenn es einen Brecher braucht.

Das Zentrum hinter dem frei wuselnden Hamsik machen seit zwei Spielen Milans Juraj Kucka und Viktor Pecovsky vom MSK Zilina dicht. Auch Hrosovsky verlor nach der ersten Partie seinen Platz auf der Sechs. Kucka ist ähnlich viel unterwegs wie Hamsik, ein typischer Box-to-Box-Player, der aber deutlich defensiver orientiert ist als sein Vordermann. Pecovsky hält konsequent die Sechser-Position.

Zum Stammpersonal gehören auf den offensiven Außenbahnen zudem der ehemalige Nürnberger Robert Mak und der schnelle Vladimir Weiss sowie der Ex-Hannoveraner Jan Durica, der mit Liverpools Martin Skrtel die Innenverteidigung bildet.

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