Schweinsteiger mit der Bestnote

Von SPOX
Montag, 17.10.2011 | 17:30 Uhr
SPOX-Formcheck zur EM 2012 in Polen und der Ukraine
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Am 8. Juni 2012 findet in Warschau das Eröffnungsspiel der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine statt. Deutschland hat sich in der Qualifikationsgruppe A mit zehn Siegen aus zehn Spielen souverän qualifiziert und kann mit der EM-Teilnahme planen. Im Dezember erfolgt die Gruppenauslosung, Mitte Mai nächsten Jahres wird Bundestrainer Joachim Löw dann seinen endgültigen Kader berufen.

Viele deutsche Profis machen sich Hoffnungen auf eine EM-Teilnahme, jedoch dürfen nur 23 Spieler die Reise nach Polen und in die Ukraine mitmachen. Wer sind am Ende die Glücklichen und wer muss zuhause bleiben? SPOX bewertet über die komplette Saison wöchentlich die Chancen der 40 potenziellen EM-Fahrer, gibt differenzierte Einschätzungen ab und zeigt die Formkurve der Casting-Kandidaten.

Wie kommt die Bewertung zustande? Hier geht's zur Erklärung!

 

Die Torhüter: (K)Ein guter Tag für Torhüter

Die Abwehr: Die Lahm-Vertreter schwächeln wieder

Der Angriff: Und sie ballern und ballern und ballern...

 

Sven Bender: Wieder einmal mit einer ungeheuren Laufleistung. Funktionierte als Abräumer und defensiver Ballverteiler wie gewohnt, hatte aber in der zweiten Hälfte ein paar Schwächen im Stellungsspiel und verlor einige Zweikämpfe. Aber: er lief auch die Lücken zu, die der BVB in Unterzahl zwangsläufig offenbarte. Gab die Vorlage zum 1:0, auch wenn es nur ein Pass über zwei Meter war - und der auch noch holprig gespielt wurde.

 

Mario Götze: In Durchgang eins durfte er noch lange Zeit wirbeln, dribbeln und den Bremern munter davonlaufen. Nahezu alle seine Pässe kamen beim Mitspieler an, er sorgte für eine Menge Wirbel um den Werder-Strafraum. Nach Perisics Platzverweis musste er sich im 4-4-1 hauptsächlich auf die Defensivarbeit beschränken, verrichtete seine Arbeit aber wie alle anderen Dortmunder mit großem Fleiß.

 

Kevin Großkreutz: War in Bremen bis auf ein paar Farbtupfer zu Beginn fast überhaupt nicht zu sehen. Arbeitete brav nach hinten, gab offensiv allerdings gar keine Impulse. Hatte nach Perisic die wenigsten Ballkontakte aus Dortmunds Startelf, an ihm lief das Spiel weitestgehend vorbei.

 

Ilkay Gündogan: Zu Beginn stark, baute dann aber auch wieder ab. Brachte sich und seine Mannschaft mit riskanten Dribblings am eigenen Strafraum unnötig selbst in Gefahr. In der Vorwärtsbewegung ging von ihm wenig Kreativität aus, defensiv mit einer durchschnittlichen Leistung.

 

Lewis Holtby: War gegen Kaiserslautern defensiv immerhin zuverlässig und diszipliniert, hatte aber kein Selbstvertrauen im Spielaufbau. Zeigte fast nur Quer- und Rückpässe und verschleppte häufig das Tempo. Verstecke sich mit zunehmender Spieldauer immer mehr und wurde zur Halbzeit ausgewechselt.

 

Sami Khedira: Nach zwei ordentlichen Länderspielen fand er sich im Ligabetrieb gegen Real Betis 90 Minuten auf der Bank wieder. Ein kleiner Rückschlag.

 

Toni Kroos: Im Spiel der Bayern gegen die Hertha irgendwo zwischen Ribery und Müller einzuordnen. Nicht so spektakulär wie der Franzose, aber deutlich agiler als Müller. Brachte überragende 82 von 87 Pässen an den Mann. Langsam sollte Kroos nicht mehr so unterschätzt werden...

 

Marko Marin: Sorgte zwar oft für Gefahr, ließ sich aber leider immer mal wieder zu schnell und vor allen Dingen zu spektakulär fallen. Vor dem Tor zu zögerlich. Das schmälert seine zu Beginn sehr ordentliche Leistung, als er noch durch gefährliche Pässe herausstach und die Räume gut besetzte.

 

Thomas Müller: Der Unauffälligste in der FCB-Offensive. Auf rechts war Verteidiger Boateng deutlich auffälliger, Müller hingegen stach auf den ersten Blick selten heraus. Schuf aber wie immer viele Räume für die Mitspieler. Hätte in der 35. Minute zum 4:0 treffen müssen, als er den Ball freistehend über die Querlatte jagte. Nur 43 Ballkontakte. Für Müller-Verhältnisse ein unterdurchschnittliches Spiel - aber immer noch gut genug für drei Sterne.

 

Mesut Özil: War gegen Betis der unauffälligste Akteur in Madrids Offensivabteilung. Konnte nur selten mit seinen genialen Pässen auf sich aufmerksam machen. Macht derzeit ein Mini-Formtief im Vergleich zu seiner überragenden Vorsaison bei Real durch. Wurde später dann auch ausgewechselt.

 

Bastian Schweinsteiger: 130 Ballkontakte, 71 Prozent Zweikampfquote, 105 gespielte Pässe (94 kamen an!). Schweinsteiger war nicht nur statistisch überragend. Hatte eine ungeheure Präsenz auf dem Platz, verteilte die Bälle geschickt und hatte bei fast jedem Angriff seine Finger im Spiel.

 

Marco Reus: In dieser Verfassung ist der Nationalspieler einer der besten Spieler der Liga. Und: Mit einem Marco Reus in dieser Verfassung ist Gladbach mindestens eine Klasse besser. Wenn es gefährlich wurde, war Reus beteiligt. Teilweise spielte er drei Leverkusener schwindelig. Die fehlende Ruhe vor dem Tor verhinderte eine Top-Bewertung.

 

Simon Rolfes: Kam nach einer Stunde für Ballack ins Spiel - zufälligerweise fiel gleich danach der Gladbacher Ausgleich. Bei weitem nicht so präsent wie Ballack und auch sonst für einen Kapitän viel zu unauffällig. Als Sechser in 33 Minuten mit nur 22 Ballkontakten und nur vier Zweikämpfen - davon verlor er auch noch zwei.

 

Sebastian Rudy: Fehlte in Stuttgart wegen Adduktorenproblemen.

 

Christian Träsch: Bei Träsch lief es kaum rund. Nur eine Flanke und einen Torschuss brachte der Mittelfeldspieler zustande, dazu keine Torschussvorlage. Ein kleiner Pluspunkt waren seine gewonnenen Zweikämpfe. Sechs von zehn konnte er für sich entscheiden. Trotzdem: Träsch ist immer noch nicht in Wolfsburg angekommen.

 

Die Torhüter: (K)Ein guter Tag für Torhüter

Die Abwehr: Die Lahm-Vertreter schwächeln wieder

Der Angriff: Und sie ballern und ballern und ballern...

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