DFB-Team: Mesut Özils Rolle in Löws Spielsystem

Definition? Zehner!

Dienstag, 11.10.2016 | 13:44 Uhr
Mesut Özil bestritt bereits 82 Länderspiele für Deutschland
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Bundesliga
SaJetzt
Die Highlights vom Samstag mit S04-RBL, BVB & HSV
2. Liga
So16:00
Die Highlights der Sonntagsspiele
J1 League
Live
Kobe -
Yokohama
Eredivisie
Live
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Live
Guangzhou R&F -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
Primera División
Barcelona -
Betis
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
La Coruna -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
Primera División
Levante -
Villarreal
Ligue 2
Chateauroux -
Nimes
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
Primera División
Real Betis -
Celta Vigo
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Primera División
Levante -
La Coruna
Primera División
Girona -
Malaga
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Primera División
Espanyol -
Leganes
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Colombia
WC Qualification South America
Chile -
Paraguay
WC Qualification South America
Uruguay -
Argentinien

Das Spiel der deutschen Nationalmannschaft wurde zuletzt immer flügellastiger, Mesut Özils dagegen immer weniger. Der Spielmacher des FC Arsenal muss Abstriche machen. Die begünstigen aber zwangsläufig wieder seine zentralen Stärken.

Mesut Özil tickt ein bisschen anders als der gemeine Nationalspieler. In seinem Verständnis einer Fußballkarriere ist noch etwas Kindliches enthalten. Fußball versteht Özil nicht primär als Geschäft, vielmehr ist es für ihn tatsächlich der gelebte Traum.

Özil hat ein großes Bisschen von dem behalten, was jedem kleinen Kicker auf fantastische Art vorschwebt. Ihm bedeuten symbolische Dinge wie die Rückennummer womöglich mehr als die Zahl auf dem Gehaltszettel. "Legenden wie Zinedine Zidane, Diego Maradona oder Pele haben diese Zahl auf dem Rücken getragen, ich bin wirklich glücklich darüber", sagte Özil zuletzt zur Gegebenheit, dass er seit Lukas Podolskis Rücktritt aus der Nationalmannschaft nun auch im DFB-Team die Zehn auf dem Trikot trägt.

Erlebe die WM-Qualifikation Live und auf Abruf auf DAZN. Hol Dir jetzt Deinen Gratismonat

Für ihn ist diese Nummerierung mehr als nur eine Zahl, die sich vermarkten lässt. Özil ist der Meinung, dass sie auch noch viel über seine Rolle in der Mannschaft aussagt. So wie ein Sechser früher klassischerweise noch die Sechs trug, der Mittelstürmer die Neun. So will Özil als Zehner nicht nur Spielmacher heißen, sondern das auch fühlen.

"Alle erwarten von mir das Besondere"

Jetzt ist das aber so eine Sache mit Mesut Özil und der Nationalmannschaft. Vielleicht zuerst die Fakten: Mit 27 Jahren kommt Özil bereits auf 82 Länderspiele für Deutschland. Durch die Partie gegen Tschechien am Samstag überholte er damit Karlheinz Förster, Wolfgang Overath sowie Bernd Schneider.

Damit ist er der erfahrenste Spieler im aktuellen Kader, gefolgt von Thomas Müller mit 80 Einsätzen. Auf stolze 51 Torbeteiligungen (21 Treffer, 30 Vorlagen) hat er es gebracht - Kritik müsste sich da erübrigen.

Aber nein. "Alle erwarten von mir das Besondere, das war schon immer so", sagte Özil zuletzt immer wieder: "Sobald ich kein Tor vorbereitet oder eines selbst geschossen habe, sind viele Menschen enttäuscht." In dieser Hinsicht gehe in der Öffentlichkeit "zu sehr verloren, wie viel ich gelaufen bin, wie viele Pässe ich geschlagen habe".

Andere Rolle als im Ausland

Es scheint tatsächlich oftmals so, als habe sich Özil international ein ganz anderes Standing bei Fans und Experten erarbeitet als das hierzulande der Fall ist. Bei Real und Arsenal war und ist die Position hinter der Spitze perfekt auf ihn zugeschnitten. Özil bewegt sich zwischen den Ketten und hat das Spiel meist vor sich. Häufig hat er die Möglichkeit, das Spiel schnell zu machen, seine Vorderleute steil zu schicken oder selbst in Lücken zu stoßen, um zum Abschluss zu kommen.

Ein solches Selbstverständnis seiner Aufgabe wurde ihm in der Nationalmannschaft aber lange Zeit nicht nahegelegt. In seinen ersten Jahren beim DFB setzte Löw Özil hauptsächlich auf dem Flügel ein. Selbst auf dem Weg zum WM-Triumph 2014 in Brasilien kam Özil kein einziges Mal als Spielgestalter zum Einsatz.

Doch der Lauf zur Grundlinie mit der Flanke als Auftrags-Vollendung, das ist nicht das Spiel des Technikers. Özil will viele Kontakte, Kurzpassspiel, kreative Momente.

Altes Laster: Der Drang nach außen

Es dauerte lange, bis er seine Rolle unter Joachim Löw fand. Der Bundestrainer erkannte, dass Özil auf dem Flügel verschenkt war und von dort nicht den Input liefern konnte, wie er es in der Mitte des Spielfeldes tut. Löw reagierte: In seinen 20 Länderspielen nach der WM musste Özil nur noch drei Mal auf dem Flügel ran - zumindest theoretisch.

Denn Özil tat sich noch während der EM schwer damit, seine Spielmacher-Rolle als Position im Zentrum wahrzunehmen. Immer wieder wich er im deutschen Spiel auf die Flügel aus. Er holte sich den Ball fast an der Außenlinie ab, um ins Spiel eingebunden zu sein - auch, weil Deutschland auf den Außenpositionen nicht genug Druck entwickelte. Özil wollte seine Mitspieler unterstützen und dabei das Spiel an sich reißen.

Doch seine zentralen Stärken konnte er von dort nicht dauerhaft einbringen. Er schlug vermehrt Flanken aus den Halbräumen oder dribbelte sich auf dem Flügel fest. Im Zentrum, dem eigentlich gefährlichen Raum, fehlte er.

Selbst bei der Europameisterschaft in Frankreich interpretierte er seine Position eher in den Halbräumen, Tendenz in Richtung Spielfeldbegrenzung. Die Heatmap vom Viertelfinale gegen Italien zeigt beispielhaft, dass es Özil links und rechts sehr weit nach außen zog - und dass er nur wenige Aktionen in der Spielfeldmitte hatte.

Heatmap: Mesut Özils Aktionsräume gegen Italien bei der EM

Neue Ausrichtung im DFB-Team - auch für Özil

"Damals", erklärte Löw und meint damit eigentlich die vergangenen beiden Jahre, "war unsere Spielweise anders angelegt. Wir hatten nicht die hohen Außenverteidiger. Das ergab eine ganz andere Spieleröffnung." Tatsächlich hat sich durch das hohe Aufrücken von Joshua Kimmich und Jonas Hector deutlich etwas verändert. Das deutsche Spiel ist viel flügellastiger geworden - Diagonalbälle hin oder her.

Dadurch, dass die offensiven Flanken bei eigenem Ballbesitz permanent besetzt sind und das Spiel so entzerrt wird, muss Özil gar nicht mehr so extrem nach außen schieben. Ballaktionen hat er wieder vermehrt in der Zentrale, im Schnitt sogar mehr als zuvor: Während Özil bei der EM auf 69 Pässe pro Spiel kam, waren es in den beiden WM-Quali-Spielen durchschnittlich schon 81. Löws neue System-Ausrichtung macht sich auch für Einzelne bemerkbar.

Alle Spiele und Termine: Der DFB-Fahrplan bis zur WM 2018 in Russland

Das bestätigt auch wieder der Blick auf die Heatmaps. Gegen Tschechien war beispielsweise deutlich erkennbar, dass Özil den rechten Flügel komplett Kimmich überließ. Seine eigenen Aktionen hatte er im Zentrum, hauptsächlich zwischen den beiden Strafraumkanten.

Heatmap: Mesut Özils Aktionsräume gegen Tschechien in der WM-Quali

Rückennummer ist die beste Definition

Özil gefiel am Samstag in seiner Rolle. Er wirkte zwischen den Reihen sehr dynamisch, spielte klare und gefährliche Pässe und das vor allem vertikaler als er es im DFB-Team lange von den Flügeln aus tat. Das 1:0 bereitete er vor, auch beim 3:0 ermöglichte er Hector durch einen genialen Ball erst dessen Torvorlage.

Die Zehn auf dem Rücken mag zwar nur ein Symbol sein, doch sie definiert Özils Position in der Nationalmannschaft besser denn je. Er selbst will es genau so.

"Es freut mich, dass es im Moment sehr gut läuft", sagte Özil anschließend und war auch nicht unglücklich darüber, dass er selbst nicht getroffen hatte: "Ich gebe ja lieber Assists, als selbst zu schießen." Womöglich kann er zukünftig beides noch häufiger tun.

Alles zum DFB-Team

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung