Deutschland vor dem Belgien-Spiel

"Es wird kein Larifari geben"

Von Für SPOX bei der Nationalmannschaft: Stefan Rommel
Dienstag, 11.10.2011 | 12:21 Uhr
Das Hinspiel in Belgien gewann Deutschland mit 1:0
© Getty
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Belgien

Das Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Belgien (ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) soll den krönenden Abschluss einer astreinen EM-Qualifikation bilden. Für die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw geht es nur noch um ein bisschen Kür und einen wertlosen Rekord, für die Roten Teufel dagegen ist die Partie in Düsseldorf das Spiel des Jahres: Es geht um nicht weniger als die Playoffs zur EM-Endrunde.

Die Ausgangslage: Für Deutschland ist schon längst alles klar. Aber Belgien spielt heute Abend um Platz zwei in der Gruppe A. Die Gäste liegen einen Punkt vor der Türkei, mit einem Sieg wären sie sicher Zweiter und damit in den Playoffs. Sollte Belgien verlieren und die Türkei gegen Aserbaidschan nur einen Punkt holen, wären beide gleichauf - die Türken aber wegen des direkten Vergleichs (3:2 und 1:1) weiter.

Das Versprechen: Mesut Özil ist fit, soll heute Abend wieder auflaufen - und verspricht seinen Co-Landsleuten in der Türkei: "Ich verspreche euch, dass wir Belgien schlagen. Dann sehen wir uns bei der EM wieder." Ähnliches ließ sich auch Thomas Müller entlocken. "Wir wollen uns nicht eine Wettbewerbsverzerrung nachsagen lassen. Es wird kein Larifari geben." Alles eine Frage der Ehre.

Zwei angeschlagen: Mario Götze durfte ja bereits die Heimreise antreten und wird durch Özil ersetzt. Dazu sind die beiden Bayern Jerome Boateng (muskuläre Probleme) und Bastian Schweinsteiger (Bluterguss am Knie) nicht fit und werden wohl passen müssen. Benedikt Höwedes und Toni Kroos sollen einspringen. Auch für Miro Klose (Knieprobleme) kommt ein Einsatz nicht in Frage, deshalb beginnt erneut Mario Gomez im Sturm.

Jogis Jubiläum: Das 3:1 von Istanbul war der 50. Sieg im 72. Länderspiel von Joachim Löw als Bundestrainer. Dem gegenüber stehen seit August 2006 lediglich zehn Niederlagen und zwölf Unentschieden bei einem Torverhältnis von 177:57.

Schutz und Auftrag für Poldi: Gegen die Türken war Lukas Podolski eine Stunde lang kaum zu sehen. Für den Bundestrainer kein Grund, eine erneute Diskussion anzufangen. "Lukas war gegen die Türkei nicht richtig im Spiel. Aber das ändert nichts an meiner Haltung zu ihm. Er hat enorme Qualitäten, die mich absolut überzeugen." Trotzdem fordert Löw gegen Belgien eine andere Leistung. "Wenn er auf der linken Seite spielt, kann es vorkommen, dass er nicht so viele Bälle bekommt. In solchen Momenten muss er es noch lernen, sich mehr am Spiel zu beteiligen. Er muss mehr den Ball fordern und sich selbst beim Spiel ohne Ball bewegen."

Tolles Potenzial: Belgien hat den Start in die Qualifikation mit zwei Niederlagen aus den Spielen gegen Deutschland und die Türkei vermasselt - sonst stünden die Roten Teufel schon als Tabellenzweiter fest. Potenzial genug hat die junge Mannschaft. Mit Thomas Vermaelen, Eden Hazard, Steven Defour, Moussa Dembele, Axel Witsel oder Romelu Lukaku hat Coach Georges Leekens eine ganze Reihe großer Talente des europäischen Fußballs in seinem Team - das mittlerweile auch den hohen Ansprüchen gerecht wird.

Gibt noch Tickets: Etwas mehr als 51.000 Fans dürfen heute rein in die esprit-Arena in Düsseldorf. Bisher sind aber "nur" rund 44.000 Karten verkauft. Da geht also noch was. Kurios: Die belgischen Fans hätten wohl gerne alle Restbestände aufgekauft bei ihrem Spiel des Jahres. Beide Verbände haben sich aber darauf geeinigt, dass es neben den 4500 schon vergebenen Tickets keine weiteren Karten mehr für Rote Teufel geben soll. Wäre ja zu schade, wenn deshalb das Stadion nicht ausverkauft wäre...

Ohne van Buyten und De Camargo: In der Bundesliga erlebt er mit Gladbach einen Höhenflug, im entscheidenden Länderspiel des Jahres wird Igor de Camargo den Roten Teufeln aber nicht helfen können. Der Angreifer musste am Montag das Abschlusstraining abbrechen. Diagnose: Teilabriss des Innenbandes im linken Knie, es droht eine wochenlange Pause. Daniel van Buyten ist nach seiner Gelben Karte gegen Kasachstan gesperrt.

Ach ja, der Rekord...: Vor der WM 1982 waren Deutschland acht Siege in acht Spielen gelungen. Diesmal sind in der Quali-Gruppe zehn Spiele zu absolvieren. "Wir wollen unsere weiße Weste wahren und mit dem zehnten Erfolg im zehnten Spiel einen neuen Rekord aufstellen. Obwohl die Partien für uns Testspielcharakter haben, arbeitet die Mannschaft konzentriert und ist leistungsbereit", sagt Bundestrainer Löw.

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Deutschland: Neuer - Höwedes, Mertesacker, Hummels (Badstuber), Lahm - Khedira, Kroos - Müller, Özil, Podolski - Gomez

Belgien: Mignolet - Ciman, Kompany, Vertonghen, Lombaerts - Simons, Fellaini - Dembele, Witsel, Hazard - Lukaku (Ogunjimi)

Schiedsrichter: Moen (Norwegen)

Die deutsche Gruppe in der Übersicht

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