Champions League: Achtelfinale, Rückspiel

Erneute Torgala! Bayern ballern sich weiter

Von Für SPOX in der Allianz-Arena: Fatih Demireli
Dienstag, 13.03.2012 | 22:47 Uhr
Mario Gomez (r.) traf vier Mal gegen Basel und freut sich über den Einzug ins Viertelfinale
© Getty
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Der FC Bayern München hat das Viertelfinale der Champions League erreicht. Der deutsche Rekordmeister gewann im Rückspiel gegen den FC Basel mit 7:0 (3:0) und setzt damit seinen Traum vom Endspiel im eigenen Stadion fort. Das Hinspiel in Basel verlor der FC Bayern mit 0:1.

Arjen Robben (10.), Thomas Müller (42.) und Mario Gomez (45.) legten schon in der ersten Halbzeit den Grundstein für das Weiterkommen. Mit einem lupenreinen Hattrick erhöhte Gomez (50., 61. und 67.) nach der Pause auf 6:0. Arjen Robben (80.) besiegelte mit dem 7:0 den höchsten Champions-League-Sieg in der Bayern-Geschichte.

Reaktionen:

Trainer Jupp Heynckes (Bayern München): "Wir haben schon letzten Samstag einen gutes Spiel gemacht. Ich habe die ganze Woche gemerkt, dass die Mannschaft unbedingt weiterkommen wollte. Heute haben wir von der ersten bis zur letzten Minute ein absolutes Topspiel gezeigt. Es war insgesamt ein perfektes Spiel von uns."

Trainer Heiko Vogel (FC Basel): "Es war bitter, weil man ungern in dieser Höhe verliert. Es war aber auch verdient, denn Bayern hat sich in einen Rausch gespielt."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bayern mit der Elf aus dem Hoffenheim-Spiel. Das bedeutet, dass Schweinsteiger noch einmal auf der Bank sitzt. Bei Basel kehrt Hoo nach überstandener Verletzung zurück in die Startelf. Bis auf Huggel ist es die Elf aus dem Hinspiel.

10., 1:0, Robben: Kroos zieht aus 19 Metern zentraler Position ab und wird von einem Baseler Verteidiger geblockt. Der Abpraller landet aber direkt vor Robbens Füßen, der die Kugel aus acht Metern ins rechte Eck haut.

22.: Kroos und Gomez ziehen per Doppelpass in den Strafraum. Abraham kann gerade so zur Ecke klären. Den tritt Robben vor das Baseler Tor und Müller kommt zum Kopfball. Sommer rettet auf der Linie.

37.: Toni Kroos bekommt zentral vor dem Strafraum des FC Basel den Ball und zieht aus 23 Metern ab. Eine ordentliche Fackel, die knapp über dem linken Winkel ins Toraus geht.

42., 2:0, Müller: Ribery schickt Robben zunächst zu steil, aber der Niederländer setzt nach und bringt die Flanke von der rechten Seite in den Strafraum. Müller startet auf den ersten Pfosten und kein Schweizer fühlt sich verantwortlich. Aus vier Metern lässt Müller Sommer mit seiner Direktabnahme keine Chance.

44. 3:0, Gomez: Freistoß Bayern aus dem linken Halbfeld. Kroos mit dem langen Ball auf den zweiten Pfosten, Badstuber legt quer und Gomez vollendet aus einem Meter.

50, 4:0, Gomez: Ribery gewinnt auf links das Laufduell gegen Steinhöfer und flankt in die Mitte auf Gomez, der artistisch mit links ins kurze Eck vollstreckt.

61., 5:0, Gomez: Ribery bekommt auf links den Ball, fummelt Steinhöfer auf dem Bierdeckel aus und flankt in die Mitte auf Gomez. Der Bayern-Stürmer ist ungedeckt und köpft aus drei Metern ein.

67, 6:0, Gomez: Ribery macht mit Steinhöfer auf links wieder, was er will, und zieht den Ball dann von der Grundlinie in den Rückraum. Dort wartet schon Gomez, um per Gewaltschuss das 6:0 einzuschenken.

81., 7:0, Robben: Schweinsteiger spielt den perfekten Ball in die Lücke der Baseler Abwehrreihe und Robben sagt danke. Sommer noch umkurvt und dann eingeschoben.

Fazit: Bayern erneut in Torlaune. Auch ein in der Höhe verdienter Sieg.

Der Star des Spiels: Mario Gomez. Zugegeben machen es ihm seine Mitspieler derzeit einfach, aber der Nationalstürmer hat seinen Instinkt wieder entdeckt. Gegen Hoffenheim ein Dreierpack, gegen Basel einen Viererpack - schon sein zweiter in dieser Saison. Gomez hat nun schon zehn Tore in sieben Champions-League-Spielen.

Der Flop des Spiels: Joo Ho-Park. Aufgedrängt haben sich bei Basel viele, die Wahl gewonnen hat der Koreaner, der leicht angeschlagen ins Spiel ging, aber vor der Pause kein Land gegen Robben sah und jeden entscheidenden Zweikampf verlor. Seine Bilanz zur Pause: 25 Prozent! Nach der Pause etwas verbessert - aber auch nur weil die Gala auf der anderen Seite weiterging.

Der Schiedsrichter: Mark Clattenburg in seinem fünften Champions-League-Spiel überhaupt. Wenn ein Schiedsrichter über 90 Minuten kaum auffällt, ist das ein sehr gutes Zeichen. Clattenburg war immer auf der Höhe, löblich seine Laufleistung. Es gab kaum strittige Szenen: Der Freistoß vor dem 3:0 war berechtigt.

Analyse: Die Bayern benötigten nicht viel Aufwärmzeit, um ins Spiel zu kommen. Zwar machte es der Gegner den Münchenern diesmal nicht ganz so einfach wie vier Tage zuvor 1899 Hoffenheim. Dennoch kam Bayern früh zu Gelegenheiten durch Arjen Robben, der beim dritten Versuch und einem Stellungsfehler in der Hintermannschaft der Baseler das Führungstor markierte.

Fehlte zu Beginn des Spiels noch etwas die Bewegung im Bayern-Spiel, erhöhten die Gastgeber fortan Intensität und Tempo. Auffällig, dass beide Außenpärchen wie schon gegen Hoffenheim im Offensivspiel gut harmonierten. Lahm überlief rechts Robben mehrmals und nahm dabei immer einen Gegenspieler mit. Die freien Räume nutzte Robben immer wieder, um einzurücken und für Gefahr zu sorgen.

Basel stand tief, die auf dem Papier 4-4-2 aufgestellten Gäste spielten ein 4-1-4-1 mit Streller an vorderster Front, der aber im ersten Durchgang weitestgehend beteiligungslos blieb. In der Phase, in der sich die Gäste etwas aus der Deckung trauten, nutzte Ribery mit einem öffnenden Pass den freien Raum und leitete das 2:0 ein. Mit dem 3:0 Müllers vor der Pause war die Messe gelesen.

Nach der Pause war es eine Kopie des Hoffenheim-Spiels: Frühes Tor, danach ein Gegner, der defensiv die weiße Fahne hisst und Bayern alle Zeit und Platz der Welt lässt, um Gomez' Torbilanz zu verbessern. Lobenswert war, dass die Bayern trotz klarer Führung nicht die Zeit herunterspielten, sondern weiter drückten und einen historischen Sieg herausspielten.

Bayern - Basel: Fakten zum Spiel

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