Burgfrieden in Barcelona

SID
Montag, 22.10.2007 | 12:47 Uhr
barcelona ronaldinho rijkaard
© Getty
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München - Nach der verpatzten Generalprobe tritt der FC Barcelona in der Champions League mit "Heilsbringer" Ronaldinho die Flucht nach vorn an.

Drei Tage nach der 1:3-Ligapleite in Villarreal soll im Spitzenspiel beim Überraschungs-Team Glasgow Rangers (Di., 20.45 Uhr im LIVE-TICKER und bei Premiere) der kriselnde brasilianische Superstar ins "Barca"-Team zurückkehren und mit seinem kongenialen Partner Lionel Messi Regie führen.

Doch während der Argentinier seit Wochen in Top-Form auftrumpft und schon als Hauptkonkurrent von Milan-Star Kaka im Kampf um den "Goldenen Ball" gilt, hat der sogar wiederholt ausgewechselte Ronaldinho viel von seinem Renommée eingebüßt.

"Jetzt ist es schon eine Nachricht, wenn Ronaldinho einmal 90 Minuten durchspielt", schrieb die Zeitung "El Periódico" vor dem Top-Duell (beide 6 Punkte) in der Gruppe B.

Deco fällt lange aus

Trainer Frank Rijkaard bleibt gar nichts anderes übrig, als auf Offensive zu setzen, denn ausgerechnet auf der wichtigen "Sechser"-Position im defensiven Mittelfeld hat er große Probleme: Denn nach den schon seit längerem verletzten Assen Edmilson, Márquez und Touré zog sich nun auch noch Deco einen Adduktorenriss zu und fällt fünf Wochen aus.

So muss nun der eigentlich schon ausrangierte isländische Stürmer Gudjohnsen umfunktioniert werden und im Mittelfeld das Duo Messi/Ronaldinho absichern. Letzterer war nach schwachem Saisonstart und bisher nur zwei Toren in elf Spielen mehrmals "geschont" worden.

Wenger träumt vom dritten Sieg

Beim FC Arsenal läuft es dagegen auch ohne Jens Lehmann umso besser. Nach elf Siegen in Serie blickt der Spitzenreiter der Gruppe H aus London (6) sehr selbstbewusst auf das Gastspiel von Verfolger Slavia Prag (3).

"Mit neun Punkten aus drei Spielen hätten wir eine optimale Ausbeute und die Basis für den Achtelfinal-Einzug gelegt", sagte Trainer Arsene Wenger, der einen Tag nach seinem 58. Geburtstag auf einen erneuten Dreier hofft.

Während er noch bis Mitte November auf Stürmer Robin van Persie (Knieblessur) verzichten muss und der Ex-Dortmunder Tomas Rosicky wieder fit ist, ließ Wenger offen, ob Lehmann zumindest wieder in den Kader zurückkehrt. Gegen die Bolton Wanderers (2:0) saß der deutsche Nationalkeeper nur auf der Tribüne und sah zu, wie Vertreter Manuel Almunia sein Tor sauber hielt.

Spalletti baut Abwehr um

Manchester United will bei Dynamo Kiew seine Tabellenführung in Gruppe F untermauern. Nemanja Vidic ist wohl wieder einsatzbereit, dafür stehen Louis Saha und Ex-Bayern-Profi Owen Hargreaves weiter auf der Verletztenliste.

Immerhin kommt bei ManU das Sturmduo Wayne Rooney (2 Tore beim 4:1 gegen Aston Villa) und Carlos Tevez immer besser in Schwung. Im Verfolger-Duell mit Sporting Lissabon will der AS Rom (beide 3) die Zeichen auf Weiterkommen stellen.

Die Chancen stehen gut, wenn Luciano Spallettis Elf aus dem 4:4 gegen Neapel nicht gelernt hat. Der Coach bat zum Rapport und stellt seine Katastrophen-Defensive um: Im Tor Doni statt Curci, in der Abwehr Panucci für Cicinho und Juan für Ferrari. "Habt Vertrauen", bat er.

Adriano wieder da

Bei Inter Mailand kann Trainer Roberto Mancini wohl aus dem Vollen schöpfen: Torjäger Zlatan Ibrahimovic (Grippe) und Keeper Francesco Toldo (Fußverletzung) sollen zum Spiel bei ZSKA Moskau rechtzeitig fit werden. Als Sturm im Wasserglas entpuppte sich ein Streit um Stürmer Adriano und Trainer Mancini.

"Jetzt will ich allen zeigen, dass ich der Stärkste bin", betonte Adriano, der verstimmt über seine Auswechslung beim 1:0 bei Reggina war. Später entschuldigte sich der Siegtorschütze bei Mancini für den ausgeschlagenen Händedruck: "Ich wollte nach der langen Pause noch weiter spielen", begründete er sein Fehlverhalten.

Mancini meinte gelassen: "Schon verziehen." Luis Figo könnte zudem sein Jubiläum begehen: Der Portugiese steht vor seinem 100. Meisterliga-Einsatz und gestand. "Das würde mir gefallen."

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