walcott arsenal
© Getty

Champions League

Mittwoch, 24.10.2007

England feiert "Superkid" - Lehmann kritisiert

London - Jens Lehmann war bei der 7:0-Torparty vom FC Arsenal in der Champions League gegen Slavia Prag weiter nur der frustrierte Zaungast und konnte auch mit einer Verbalattacke seinen Trainer nicht beeindrucken.

Arsene Wenger ließ den deutschen Nationaltorwart auf der Ersatzbank schmoren.

"Es besteht überhaupt keine Absicht, irgendjemanden zu demütigen. Ich habe wiederholt gesagt, wie sehr ich Jens schätze", sagte der Franzose. Lehmann hatte nach seiner Degradierung beim englischen Spitzenklub erklärt, "man sollte Spieler nicht zu lange demütigen". Das Boulevardblatt "The Sun" sieht für den 37-Jährigen keine Zukunft mehr in London und wertete dessen Aussagen als verbales Eigentor: "Blödmann Lehmann wird es nicht mehr lange machen."

Wenger ließ sich in der seit Wochen schwelenden Torhüterfrage erneut nicht in die Karten schauen und sprach lieber über den historischen Kantersieg. "Alles andere ist vielleicht für die Zeitungen interessant, aber nicht so wichtig."

Lehmann hatte "seinem lieben Trainer" signalisiert, "sich nicht zu lange demütigen zu lassen" und damit Spekulationen über einen vorzeitigen Wechsel Nahrung gegeben. "Ich weiß nicht, wie es dazu kam, aber darüber werde ich mich mit ihm unterhalten", kündigte Wenger ein Gespräch an.

Auch Rummenigge unterstützt Lehmann

Rückendeckung für seinen Stammplatz im deutschen Tor erhielt Lehmann erneut vom FC Bayern München. Nach Manager Uli Hoeneß sprach nun auch Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge Mut zu.

"Gegen Irland hat Jens Lehmann eine Weltklasse-Leistung gebracht. Man kann offenbar auch ohne Spielpraxis gut spielen", sagte er.

Walcott das "Superkid"

Mit dem 7:0 (3:0) stellte Arsenal den Rekordsieg in der Champions League von Juventus Turin (2003 gegen Olympiakos Piräus) ein.

Die englischen Zeitungen feierten vor allem das 18 Jahre alte "Superkid" ("The Mirror") Theo Walcott (im Bild), der zwei Treffer erzielte. "Elektrischer Walcott schießt Arsenal in siebten Himmel", titelte der "Guardian".

Gegen den Kantersieg der "Gunners" geriet der 4:2 (3:1)- Auswärtssieg von Manchester United bei Dynamo Kiew fast in den Hintergrund. Gegen eine gerade in der ersten Halbzeit desolat verteidigende ukrainische Elf hatte der englische Meister meist leichtes Spiel.

"Unser Angriff war exzellent", freute sich Trainer Sir Alex Ferguson nach der Partie. Sowohl ManU als auch Arsenal stellten mit den Siegen die Achtelfinal-Teilnahme so gut wie sicher.

Barca bekommt sein Fett weg

Spaniens Presse ging mit dem FC Barcelona nach dem mageren 0:0 gegen Glasgow Rangers und dem ersten Punktverlust in der Stuttgarter Gruppe E hart ins Gericht.

"Eine einzige Nullmummer", lästerte "Marca" über die schwachen Stars, die sich zwar am schottischen Bollwerk die Zähne ausbissen, mit gerade einmal drei Torschüssen jedoch nicht gerade ein Offensiv-Feuerwerk entfachten. "Es ist schwer, gegen eine Mannschaft zu spielen, die sich in der Abwehr verbarrikadiert", sagte Lionel Messi.

Wenn überhaupt, durfte sich der etatmäßige Stürmer Eidur Gudjohnsen als defensiver Mittelfeldspieler fühlen. Die Superstars Ronaldinho und Thierry Henry waren schwächste Spieler auf dem Platz.

"Grazie Moskau"

Mit Minimalistenfußball blieb Inter Mailand 2:1 bei ZSKA Moskau siegreich. "Grazie Moskau", titelte "La Gazetta dello Sport" in Anspielung auf den entscheidenden Moskauer Torwartfehler.

Der AS Rom hat nach dem 2:1 gegen Sporting Lissabon gute Chancen auf das Achtelfinale neben Manchester United. "Inter und Roma - so geht's!", stellte "Gazetta" zufrieden fest.


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