Fussball

Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach 1:3: Plea! BMG bleibt BVB-Jäger Nummer eins

Von Jonas Rütten
Drei Stück! Kapitän Stindl und Alassane Plea zeigen wie viele Tor dem Franzosen in Bremen gelangen.

Borussia Mönchengladbach hat sich im mit Spannung erwarteten Duell der Verfolger mit 3:1 (1:0) gegen Werder Bremen durchgesetzt und damit den Status als BVB-Jäger Nummer eins untermauert. Matchwinner war einmal mehr Alassane Plea, der alle drei Tore für die Borussia erzielte - die Highlights im Video.

Bei den Gladbachern rückte Kapitän Lars Stindl für Raffael in die Startelf und ließ sich als nominelle Spitze immer wieder fallen, um Überzahlsituationen im Mittelfeld zu schaffen. Das machte sich zu Beginn bezahlt, denn Werder hatte Probleme im Spielaufbau.

Sahin musste sich die Bälle zwischen den beiden Innenverteidigern holen und hatte dann Schwierigkeiten, Anspielstationen zu finden. Die Fohlenelf hatte hingegen mit Hofmann, Strobl und Neuhaus im Zentrum eine gute Raumaufteilung und war wesentlich präsenter (65 Prozent Zweikampfquote nach 20 Minuten), ohne jedoch zu klaren Chancen zu kommen.

Die ergaben sich für geduldige Hausherren, die Mitte der ersten Halbzeit besser ins Spiel kamen: Harnik zwang Sommer zu einer Glanztat (23.), Wendt verhinderte mit einer Grätsche den Bremer Führungstreffer durch Klaassen (27.). Gladbach formierte sich in der Folge etwas defensiver, um über Konter oder lange Bälle in die Spitze gefährlich zu werden. Der Führungstreffer der Gäste resultierte jedoch aus einer starken Einzelleistung von Plea (39.).

Jener Plea sorgte dann zu Beginn des zweiten Durchgangs mit einem Doppelschlag für die vermeintliche Entscheidung im Duell der Verfolger. Werder steckte jedoch nicht auf und kam gerade über die linke Seite der Gladbacher von Lang immer wieder gefährlich auf - so auch bei Sahins 1:3 (59.).

Bremens Trainer Kohfeldt ging anschließend all-in, brachte Pizarro für Eggestein und stellte auf eine Raute mit Eggestein als alleinigen Sechser um. Gladbach ließ sich immer weiter hinten reindrücken, agierte zunehmend mit einer Sechserkette und geriet ins Schwimmen. Doch den Werderanern fehlte unterm Strich das Abschlussglück, um die Niederlage doch noch zu verhindern.

Die Daten des Spiels SV Werder Bremen gegen Borussia Mönchengladbach

  • Tore: 0:1 Plea (39.), 0:2 Plea (48.), 0:3 Plea (52.), 1:3 Sahin (59.)
  • Alassane Plea war in neun seiner letzten zehn Bundesligaspiele an einem Tor direkt beteiligt (8 Tore, 3 Assists). Nur beim 1:3 in Freiburg blieb er ohne Scorerpunkt. Plea steht nun schon bei acht Saisontreffern. Der letzte Gladbacher mit so vielen Toren nach elf Spielen war Oliver Neuville vor 14 Jahren.
  • Die Fohlen trafen im 17. Bundesligaspiel in Folge. Eine so lange Serie hatten die Gladbacher in der Bundesliga zuletzt 1985/86, damals sogar 22 Partien.
  • In den letzten beiden Heimspielen kassierte Werder acht Gegentore - das sind ebenso viele wie in den zwölf Bundesliga-Heimspielen davor zusammen.
  • Sahin erzielte seinen ersten Treffer im Bremer Trikot und sein erstes Bundesligator seit dem 21. Oktober 2017. Damals traf er in Diensten des BVB beim 2:2 gegen Frankfurt.

Der Star des Spiels: Alassane Plea (Borussia Mönchengladbach)

Führte mit Abstand die meisten Zweikämpfe bei der Borussia (26) und gewann davon für einen Stürmer starke 53,8 Prozent. Brachte darüber hinaus mit seinem wunderschönen Führungstreffer die Borussia einmal mehr auf die Siegerstraße und legte im zweiten Durchgang dann gleich doppelt nach. War an nahezu allen gefährlichen Aktionen der Gladbacher beteiligt. Ein bärenstarker Auftritt des Franzosen.

Der Flop des Spiels: Philipp Bargfrede (Werder Bremen)

Fand überhaupt keine Bindung zum Spiel und hatte in 45 Minuten als zentraler Mittelfeldspieler lediglich 26 Ballaktionen. Gewann darüber hinaus nur einen seiner acht Zweikämpfe (12,5 Prozent). Wurde in der Pause von Johannes Eggestein ersetzt.

Der Schiedsrichter: Sören Storks

Guter Auftritt des Unparteiischen aus Velen. Hatte in einer taktisch geprägten und sehr fairen Partie (zehn Fouls) keine Probleme mit der Beurteilung der Zweikämpfe und blieb seiner Linie treu. Sein Gespann musste jedoch einige knifflige Abseitsentscheidungen treffen und lag dabei nicht immer richtig. So zum Beispiel bei der Großchance von Plea (38.). Weil dieser aber ohnehin vergab, hatte der Abseitspfiff keine Konsequenzen.

Die Reaktionen der Trainer

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Wir machen zu wenige Tore und fangen uns zu einfache Gegentreffer. Individuelle Fehler entscheiden die Spiele, es ist für mich kein dramatischer Leistungsabfall als Team zu erkennen."

Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wir machen es momentan einfach ausgesprochen gut und werden versuchen, diesen Lauf so lange wie möglich fortzuführen. Jetzt können wir erstmal in der Länderspielpause den Blick auf die Tabelle genießen, dann bereiten wir uns wieder auf die kommenden Aufgaben vor."

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