FC Bayern lächelt die Niederlage gegen RB Leipzig weg: Feels like Semesterferien

Montag, 19.03.2018 | 07:51 Uhr
Der FC Bayern hat die 1:2-Pleite gegen RB Leipzig überraschend locker weggelächelt.
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Der FC Bayern hat die 1:2-Pleite gegen RB Leipzig überraschend locker weggelächelt. Dabei wollte der Tabellenführer doch mit Blick auf die Pokalwettbewerbe auf keinen Fall dem Schlendrian Einkehr gewähren. Die anstehende Länderspielpause kommt gelegen und fühlt sich in München an wie Semesterferien.

Eine Niederlage kann auch mal die Sinne schärfen. Vielleicht war Jupp Heynckes deshalb scheinbar einverstanden mit der Pleite. Nahezu überschwänglich fiel sein Lob für den Gegner aus. Man müsse "klar sagen, dass Leipzig der verdiente Sieger ist. Es gibt solche Spiele, in denen man nicht so souverän auftritt. Wir müssen auch um unsere Siege kämpfen, heute war mit Leipzig ein überragender Gegner da. Das muss man anerkennen".

Heynckes lächelte den lethargischen Auftritt seiner Mannschaft weg. Selbst einen vermeintlich verwehrten Elfmeterpfiff gegen Stefan Ilsanker, dem der Ball an die Hand gesprungen war, kommentierte der Bayern-Trainer so, dass man die gewählten Worte aus dem Zusammenhang gerissen gar sarkastisch auffassen könnte: "Das hat der Schiedsrichter hervorragend gepfiffen."

Allgemein war die Stimmung im Münchner Lager überraschend positiv. Kein Matthias Sammer, der die Mannschaft mahnend auf die kommenden Aufgaben im Pokal und in der Champions League hinweist. Ein Anflug von Unzufriedenheit machte sich lediglich bei Torhüter Sven Ulreich breit. Beim Rest folgte stets ein relativierendes "Aber".

Thomas Müller: "Kein Weltuntergang"

"Es wurmt einen, ist für uns aber kein Weltuntergang", sagte etwa Thomas Müller. "Es passiert auch mal, dass man verliert. Ich gehe heute trotzdem zufrieden ins Bett", resümierte Torschütze Sandro Wagner. "Die Niederlage hat am Ende keine Auswirkung mehr auf den Tabellenplatz", erklärte Mats Hummels. Wann die Bayern Meister werden, sei schließlich "Wurscht", wie Wagner sagte.

Kehrt nach all den Proklamationen, man wolle die Intensität im Alltagsgeschäft Bundesliga trotz des komfortablen Vorsprungs hochhalten, etwa ein Hauch von Selbstzufriedenheit beim FC Bayern ein?

Angesichts der Startaufstellung mit Juan Bernat, Sebastian Rudy und Sandro Wagner könnte man viel in die Priorität dieses Topspiels beim Tabellenführer hineininterpretieren. Heynckes gewährte einigen seiner Stars eine Pause. Ausgerechnet im Duell mit Leipzig. "Für uns ist das kein Beinbruch, gegen eine solch gute Mannschaft zu verlieren. Das muss man auch mal einkalkulieren", sagte Heynckes im Anschluss.

FC Bayern lässt letzten Siegeswillen gegen Leipzig vermissen

In der Mixed Zone der Red Bull Arena klang genau das durch, was man einige Wochen zuvor noch tunlichst vermeiden wollte: der Schlendrian.

"Für uns ist aber das Wichtigste, dass wir unbedingt jedes Spiel gewinnen wollen. Wir haben es vor zwei, drei Jahren erlebt, als wir auch sehr viele Punkte Vorsprung hatten. Dann ist es manchmal schwierig, wenn man in der Bundesliga auf 80, 90 Prozent spielt, ein paar Tage später in der Champions League plötzlich 100 Prozent abzurufen. Daraus haben wir gelernt", hatte Lewandowski dabei noch kürzlich erklärt.

Den ganz großen Siegeswillen zeigte Bayern gegen Leipzig nicht. Zwischen dem Führungstreffer durch Wagner und der Schlussviertelstunde lag die Offensivabteilung der Münchner gefühlt brach. Man darf den planlosen und schlampigen Horizontal-Fußball aber sicher nicht hoch­sti­li­sie­ren.

Angesichts der Umstände - komfortabler Vorsprung, letztes Spiel vor der Länderspielpause, Leipzigs gute Leistung - kann Bayern natürlich verlieren. Der lockere Umgang mit einer Niederlage gegen DEN Rivalen der Vorsaison verwundert dennoch. Ob der Schlendrian beim FC Bayern nur der Außenwahrnehmung verborgen war?

Länderspielpause: Neun Bayern abgestellt - Heynckes macht Urlaub

Das bleibt abzuwarten. Möglicherweise ist nach den vielen Spielen in den vergangenen Wochen auch einfach nur der Akku leer. Das Spiel gegen Leipzig schien wie diese letzte Klausur vor den Semesterferien, in die man nicht mehr allzu viel investiert hat, aber trotzdem noch erträglich gestalten konnte.

In der Länderspielpause gilt es, den Kopf freizumachen. Frei für die bevorstehenden Aufgaben gegen Borussia Dortmund und den FC Sevilla. "Zeit für eine kurze Pause", schrieb Hummels bei Twitter. Er und acht seiner Kollegen sind für ihre Nationalmannschaften abgestellt.

Der Rest trainiert in München - offenbar ohne Heynckes. Der freut sich auf eine Woche Urlaub bei seiner Frau Iris und seinem Hund Cando im heimischen Schwalmtal. Die ansonsten als Last empfundene Länderspielpause kommt gelegen für den FCB.

Abgestellter Spieler des FC BayernNationalmannschaft
Thomas MüllerDeutschland
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Mats HummelsDeutschland
Joshua KimmichDeutschland
Niklas SüleDeutschland
Sebastian RudyDeutschland
Sandro WagnerDeutschland
ThiagoSpanien
Corentin TolissoFrankreich

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