Fussball

Bundesliga: RB Leipzig dreht 0:1-Rückstand gegen enttäuschenden FC Bayern - Werner trifft

Timo Werner beendete gegen den FC Bayern seine Torflaute.

Der FC Bayern München hat am 27. Spieltag der Bundesliga sein Auswärtsspiel bei RB Leipzig mit 1:2 (1:1) verloren. Der designierte Meister gab eine 1:0-Führung aus der Hand und kassierte die zweite Niederlage unter Trainer Jupp Heynckes.

Untypisch für Leipzig: Die Bullen begannen mit einer Dreier-Abwehrkette bestehend aus Konate, Ilsanker und Upamecano. So war es Leipzig dank des numerisch verstärkten Mittelfelds möglich, in Überzahl den Ballführenden zu jagen, was Bayern häufig in lange Bälle auf Wandspieler Wagner flüchten ließ.

Leipzig hatte jedoch immer wieder Probleme im defensiven Umschaltspiel und schenkte viele zweite Bälle an die Bayern ab. So auch vor dem 0:1, als nach James' mustergültiger Flanke plötzlich drei Münchner relativ frei im Strafraum der Bullen auftauchten. Wagner war der Nutznießer (12.).

Es sollte Bayerns letzter Torschuss bis zur 62. Minute sein. Der Tabellenführers stellte seine Offensivbemühungen weitestgehend ein. Es fehlte an Struktur und Bewegung. Die Gäste überließen Leipzig den Ball. RB erhöhte noch einmal den Aufwand (13:1 Torschüsse im ersten Durchgang) und bestrafte Bayern für dessen Lethargie. Die späte Schlussoffensive nach der Hereinnahme von Ribery und Lewandowski konnte Leipzig abwehren.

Bitter aus Sicht der Hausherren: Sabitzer knickte im Zweikampf mit Süle um und musste nach nur zehn Minuten mit einer Sprunggelenksverletzung runter. Für ihn kam Werner, der seine 543-minütige Torflaute in der Bundesliga beendete.

Die Daten zum Spiel

Tore: 0:1 Wagner (12.), 1:1 Keita (37.), 2:1 Werner (56.)

  • Wagner traf erstmals gegen Leipzig und erzielte nun gegen 17 der 18 aktuellen BL-Teams ein Tor - nur gegen Eintracht Frankfurt nicht (in 8 Spielen).
  • Im oberen Tabellendrittel kassierte kein anderes Team mehr Gegentore als die Roten Bullen (35).

  • Erstmals in dieser Saison ließen die Bayern in der ersten Halbzeit eines Pflichtspiels 13 Torschüsse zu.

  • Die letzte Bundesliga-Niederlage nach Führung gab es für die Bayern am 16. Mai 2015 beim 1:2 in Freiburg.

Der Star des Spiels: Naby Keita

Defensiv nicht so stark wie gewohnt, im Umschaltspiel nach vorne aber unersetzlich. Seine Antizipation und Pässe in die Tiefe stellten Bayern vor große Probleme. Erzielte das 1:1 selbst, bereitete den zweiten Treffer vor. Wurde Gelb-vorbelastet nach 69 Minuten ausgewechselt.

Der Flop des Spiels: Sebastian Rudy

Suchte zwar die Zweikämpfe (19 - Höchstwert), verlor aber mehr als die Hälfte davon. Klärte in der Entstehung des Ausgleichstreffers nicht entschlossen genug gegen Werner. Offensiv mit wenig Akzenten, fast jeder vierte Pass landete zwischenzeitlich beim Gegner.

Der Schiedsrichter: Marco Fritz

Dezenter Auftritt in einer teilweise hitzigen Partie, suchte aber das Gespräch mit den Spielern und fuhr mit seiner ruhigen Art gut. Kaum Fehlentscheidungen. In der Schlussphase nach Eingreifen des Videoschiedsrichters gegen Elfmeter für den FC Bayern zu entscheiden, war aufgrund der kurzen Distanz, aus der Ilsanker der Ball an die Hand prallte, vertretbar. Dem Österreicher Absicht zu unterstellen, wäre falsch.

Die Reaktionen der Trainer

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig): "Wir haben insgesamt ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht. Die erste Halbzeit war mit das Beste, was wir in diesem Jahr gespielt haben. Wir müssen viel früher führen. Insgesamt war das eine mutige Vorstellung."

Jupp Heynckes (Trainer Bayern München): "Ich war nicht überrascht über die Art und Weise, wie RB begonnen hat. Das ist eine sehr gute Mannschaft, die Ambitionen hat, sich für die Champions League zu qualifizieren. Der Sieg geht in Ordnung und ist verdient. Für uns ist das kein Beinbruch, gegen eine solch gute Mannschaft zu verlieren."

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