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90.+2! HSV wahrt Chance auf Klassenerhalt

Samstag, 13.05.2017 | 17:32 Uhr
Guido Burgstaller köpfte das 1:0 für Schalke
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Der FC Schalke 04 hat die letzte Chance auf die Europa-League-Qualifikation verspielt. Gegen den stark abstiegsbedrohten Hamburger SV, der durch den späten Ausgleich noch Chancen auf den Klassenerhalt hat, reichte es für Schalke nur zu einem 1:1 (1:0).

Vor 54.740 Zuschauern in der Veltins-Arena brachte Guido Burgstaller Schalke in der 25. Minute mit dem ersten Schuss aufs Tor der Partie in Führung. Es war Burgstallers neuntes Saisontor und zugleich Hamburgs 60. Gegentor in dieser Spielzeit. Der eingewechselte Pierre-Michel Lasogga traf in der Nachspielzeit zum 1:1 (90.+2).

Der HSV ist zwar seit fünf Spielen sieglos, hat mit 35 Punkten am letzten Spieltag durch einen Sieg gegen Wolfsburg aber weiterhin die Chance auf den direkten Klassenerhalt. Hamburg könnte allerdings auch das erste Team in der Geschichte der Bundesliga werden, das dreimal in vier Spielzeiten in die Relegation muss. Der FC Ingolstadt ist als 16. durch Hamburgs späten Ausgleich damit bereits abgestiegen.

Schalke dagegen hat keine Chance mehr auf die Europa-League-Qualifikation. Mit 42 Punkten ist Platz sieben, der für die Europa-League-Quali reichen könnte (falls Dortmund den DFB-Pokal gewinnt), für die Knappen nicht mehr erreichbar. Damit spielt Schalke erstmals seit 2009/10 eine Saison ohne europäischen Fußball.

Vor der Partie hatten die Schalker Fans mit einer gigantischen Choreographie beeindruckt.

Hamburgs Matthias Ostrzolek absolvierte sein 150. Bundesligaspiel. Dennis Diekmeier sah seine fünfte Gelbe Karte der Saison und fehlt dem HSV damit am letzten Spieltag gegen Wolfsburg. Auch Schalkes Sead Kolasinac wurde zum fünften Mal verwarnt und verpasst das Spiel in Ingolstadt.

Die Reaktionen:

Markus Weinzierl (Trainer Schalke): "Wir haben eine bessere erste Halbzeit gespielt. Nach dem 1:0 hätte ich es Klaas-Jan Huntelaar gegönnt, dass der Ball nicht an den Pfosten, sondern ins Tor gegangen wäre. In der zweiten Halbzeit haben wir zu wenig investiert. Der Gegner hat bis zum Schluss an sich geglaubt. Ob die Ecke vor dem 2:1 Aus war oder nicht, weiß ich nicht. Es war auf jeden Fall mutig vom Linienrichter, das so in der Nachspielzeit anzuzeigen."

Markus Gisdol (Trainer Hamburg): "Wir müssen unserer Mannschaft ein großes Kompliment machen. Die Situation war alles andere als einfach. Wir sind nie kopflos gewesen und haben immer mehr Druck gemacht. Das Tor war ein toller Moment für uns. Wir schnaufen erst mal durch, wissen aber auch, dass das nur ein erster Schritt war. Wir müssen den Sack nächsten Samstag gegen Wolfsburg zumachen. In der Nachspielzeit waren es sehr emotionale Momente, das vergisst man nicht so schnell. Wir haben uns den Punkt redlich verdient."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Weinzierl verändert seine Startformation im Vergleich zur 0:2-Pleite in Freiburg auf drei Positionen: Nastasic, Kehrer und Huntelaar rücken für Badstuber, Stambouli (beide Bank) und Konoplyanka (nicht im Kader) in die Startelf.

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Beim HSV muss Gisdol zwei Änderungen vornehmen: Anstelle von Mavraj (gesperrt) und Hunt (verletzt) beginnen Ostrzolek und Jatta.

25., 1:0, Burgstaller: Der erste Abschluss aufs Tor sitzt! Eine Bentaleb-Flanke von links kann Burgstaller aus elf Metern einköpfen, da sich kein Hamburger für den Schalker Stürmer verantwortlich fühlt.

33.: Eine Kehrer-Flanke an den langen Pfosten köpft Huntelaar unbedrängt ans Aluminium. Den Abpraller muss Burgstaller nur noch über die Linie drücken, haut den Ball aber deutlich über den Kasten!

45.+1: Coke spielt einen verheerenden Freistoß aus eigentlich gefährlicher Position direkt in die Füße von Holtby. Der nimmt Fahrt auf und schickt Jatta, der von links in den Strafraum zieht und alleine vor Fährmann komplett verzieht. Ganz schwacher Abschluss!

51.: Der HSV wurschtelt sich am Schalker Strafraum irgendwie durch, im Rückraum kommt Ostrzolek zum Abschluss. Den wuchtigen Ball fängt Fährmann sogar.

75.: Holtby steckt im Strafraum stark auf den eingewechselten Waldschmidt durch, der von links aus spitzem Winkel an Fährmann scheitert.

87.: Wood läuft über den halben Platz ganz alleine auf Fährmann zu und setzt den Ball dann einen Meter links neben das Tor. Unfassbar!

90.+2, 1:1, Lasogga: Der HSV stochert sich durch eine völlig fatal verteidigende S04-Abwehr. Über Holtby landet der Ball am langen Pfosten bei Lasogga, der sich selbst anschießt und damit das 1:1 erzielt!

90.+4: Was ist hier los? Nach einer Ecke köpft Kolasinac den Ball ins Tor. Schalke rastet aus vor Jubel, allerdings zählt das Tor nicht! Geis' Ecke war zuvor schon im Toraus.

Fazit: In einem sehr schwachen Spiel schien sich Schalkes individuelle Klasse in einer Aktion durchzusetzen. Die Knappen luden den konzeptlosen HSV allerdings zum späten Ausgleich ein, der damit verdient war.

Der Star des Spiels: Lewis Holtby. Die wenigen ansehnlichen Aktionen des HSV liefen über den Spielmacher. Bereitete einige Chancen vor, darunter den so wichtigen Ausgleich.

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Der Flop des Spiels: Bakery Jatta. Sehr unglücklicher Auftritt des jungen Hamburgers. Wusste sich auf seiner Seite trotz der Geschwindigkeits-Vorteile nicht durchzusetzen. Scheiterte bei seiner Riesenchance zum 1:1 zudem kläglich (45.+1).

Der Schiedsrichter: Markus Schmidt. Gute Partie. Behielt bei Kolasinacs kleinem Ausraster in der 55. Minute und der anschließenden Rudelbildung die Ruhe und die Übersicht und ahndete die Aktion zurecht mit Gelb. Ebenfalls richtig, bei Kolasinacs Abwehraktion gegen Diekmeier nicht auf Elfmeter zu entscheiden. Stark, dass das Gespann in der letzten Aktion des Spiels erkannte, dass Geis' Ecke in der Luft die Torlinie überquerte.

Das fiel auf:

  • Beide Teams begannen extrem hektisch, ohne Struktur im Spielaufbau. Das führte zu viel Tempo in den Aktionen, aber wenig zielführende Aktionen. Nach gut zehn Minuten war es dann Schalke, das mehr Ruhe ins Spiel bekam. Allerdings bekam der HSV dadurch mehr Zeit, sich zu sortieren, sodass viel im Mittelfeld um den Ball gekämpft wurde.
  • Schalkes Führungstreffer, der sich nicht angebahnt hatte, hätte etwas mehr Schwung in die Partie bringen können, zumal der HSV dadurch deutlich unter Druck stand. Es entwickelte sich jedoch ein schwaches Bundesligaspiel mit wenig Elan auf beiden Seiten. Die Kugel wurde zumeist lasch zum Nebenmann gespielt oder fand direkt den Weg zum Gegner.
  • Schalke agierte nach der Pause noch passiver als zuvor und ermöglichte dem HSV so, sich ins Spiel zu beißen. Bei den Knappen war keinerlei Spielidee zu erkennen - wie so oft in dieser Saison. Burgstallers Treffer blieb im ganzen Spiel der einzige Schalker Schuss aufs Tor. Der HSV wusste allerdings auch nicht besser mit dem Ball umzugehen und schenkte die Kugel immer wieder mit leichten Fehlpässen her.
  • In der Schlussphase warfen beide Teams jegliche Taktik über den Haufen. Schalke, weil es sich sicher wägte, der HSV, um doch noch den Ausgleich zu erzielen. Das führte zu gänzlich wilden Szenen und dramatischen letzten Minuten.

Schalke - Hamburg: Die Statistik zum Spiel

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