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Spektakel-Remis bei Nagelsmann-Debüt

Samstag, 13.02.2016 | 17:21 Uhr
Fin Bartels (r.) und Co. schafften es auch nicht gegen Hoffenheim, zu Null zu spielen
© Getty
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Werder Bremen und die TSG Hoffenheim trennten sich am 21. Spieltag der Bundesliga mit 1:1 (1:1). Julian Nagelsmann feierte im Alter von 28 Jahren als jüngster Trainer der Liga-Historie seine Premiere als 1899-Cheftrainer.

Vor 38.454 Zuschauern im Weserstadion brachte Andrej Kramaric Hoffenheim beim Cheftrainer-Debüt von Julian Nagelsmann früh in Führung (10.). Nur drei Minuten später erzielte Papy Djilobodji nach einer Ecke den Ausgleich.

Nach der Pause kamen beide Teams zu großen Chancen, ehe Kramaric sein Team durch eine Gelb-Rote Karte schwächte (77.). Letztlich blieb es beim Unentschieden, das weder Werder (Platz 16), noch Hoffenheim (Platz 17) weiterhilft.

Werder konnte in den letzten in 24 Bundesliga-Spielen nicht zu Null spielen, das ist aktuell die längste Gegentor-Serie der Liga und zudem Vereinsnegativrekord. Außerdem konnten die Bremer keines der letzten acht Heimspiele gewinnen (drei Remis, fünf Niederlagen).

Die Reaktionen:

Viktor Skripnik (Trainer Bremen): "In diesem Spiel ist jeder bei uns über seine Grenzen gegangen. Am Ende war es ein verdienter Punktgewinn für beide Mannschaften. Natürlich hätten wir gerne gewonnen, aber auch bei einem Sieg wäre ja für uns nicht alles erledigt gewesen."

Julian Nagelsmann (Trainer Hoffenheim): "Unter dem Strich kann man von einem verdienten Punktgewinn für uns sprechen. Es gab aber auch zweifellos Phasen, in denen wir Glück hatten. Zwischen der 45. und 65. Minute haben wir in etwa den Fußball gespielt, den ich mir vorstelle."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Im Vergleich zum 3:1-Pokalerfolg in Leverkusen ändert Skripnik seine Elf nur auf einer Position. Öztunali bleibt draußen, für ihn rückt Ujah wieder in die Startelf.

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Der große Fokus liegt auf dem 28-jährigen Nagelsmann, der als jüngster Bundesliga-Trainer der Historie nach dem Rücktritt von Huub Stevens seine Cheftrainer-Premiere für Hoffenheim feiert. Der neue Coach rotiert die Mannschaft, die bei der 0:2-Heimpleite gegen Darmstadt auf dem Platz stand, ordentlich durch: Neu dabei sind Schär, Ochs, Amiri und Vargas. Dafür stehen Toljan, Kaderabek, Schmid und Hamad nicht auf dem Feld. Im gesamten Hoffenheimer Kader ist nur ein Spieler (Ersatzspieler Polanski, 29) älter als Nagelsmann.

10., 0:1, Kramaric: Pizarro verliert den Ball im Mittelfeld, Strobl nimmt sofort Tempo auf und zieht auf rechts in Richtung Grundlinie. Die Flanke kommt butterweich und perfekt auf den Kopf von Kramaric, der den Ball an den linken Pfosten setzt. Von dort springt er an Wiedwalds Rücken und ins Tor.

13., 1:1, Djilobodji: Nach einer Grillitsch-Ecke kommt Djilobodji mit dem Fuß an den Ball und bringt ihn so in Richtung Tor. Auch diesmal wird die Kugel noch entscheidend abgefälscht, Bicakcic lenkt sie unhaltbar für Baumann ins linke Toreck.

29.: Ujah stemmt 20 Meter vor dem Tor den Weg frei für Bartels, der einfach einmal abzieht. Baumann muss sich ganz lang machen und lenkt den aufspringenden Ball zur Ecke.

30.: Wieder wird es gefährlich: Ujah kommt nach der Ecke frei zum Kopfball und wuchtet ihn aus spitzem Winkel in Richtung Winkel. Baumann lenkt ihn gerade noch um den Pfosten.

54.: Vargas hat links Platz zum Flanken und bedient wieder Kramaric, dessen Kopfball aus elf Metern nicht wuchtig genug ist, um Wiedwald zu überwinden.

60.: Werder spielt den Ball hektisch um den Strafraum, Garcia bringt ihn von links letztlich in den Strafraum. Da steht nur Ujah, der die Kugel aus neun Metern aber knapp rechts vorbeischiebt. Riesenchance!

76.: Wieder Ujah! Aus zwölf Metern kommt er wieder frei zum Schuss und jagt den Ball wieder rechts am Tor vorbei - unfassbar!

77., Gelb-Rote Karte, Kramaric: Kramaric steigt zu hart gegen Junuzovic ein - Ampelkarte für den Torschützen.

77.: Was ist denn jetzt los? Djilobodji muss hier das 2:1 machen! Nach einem Freistoß lenkt er den Ball erst an den Pfosten, bekommt dann aber aus vier Metern den Nachschuss - und löffelt den kläglich in die Arme des eigentlich chancenlosen Baumann.

Fazit: In einem stellenweise sehr sehenswerten, aber auch zerfahrenen Spiel geht das Unentschieden in Ordnung. Hoffenheim belohnte seinen Mut immerhin mit einem Punkt, Bremen verpasste den Sieg fahrlässig.

Der Star des Spiels: Oliver Baumann. Bekam phasenweise richtig viel auf den Kasten, aber wirkte immer sicher und bewahrte die TSG gleich mehrfach mit guten Reflexen vor der Niederlage. Auch stark: Papy Djilobodji.

Der Flop des Spiels: Nadiem Amiri. Fiel in der spielfreudigen Hoffenheimer Offensive deutlich ab. Das Spiel ging an ihm vorbei, brachte nur knapp jeden zweiten Ball an den Mann (56,7 Prozent).

Der Schiedsrichter: Benjamin Brand. Erwischte bei seinem erst sechsten Bundesliga-Einsatz zum Ende hin doch noch eine anstrengende Partie. Nach dem Kontakt von Schär an Pizarro nicht auf Elfmeter zu entscheiden, war zumindest strittig - da der Peruaner aber leicht zu Boden ging, vertretbar. Die Gelbe Karte gegen Schmid für dessen vermeintliches Foul an Junuzovic war aber eine Fehlentscheidung. Gelb-Rot für Kramaric ging nach dessen Einsteigen aber völlig in Ordnung.

Das fiel auf:

  • Werder wollte die Hoffenheimer Aufbruchstimmung von Beginn an einbremsen und verteidigte hoch. Die Gäste kamen so spielerisch zunächst kaum aus dem ersten Spielfeld-Drittel - oft war Keeper Baumann gezwungen, den langen Ball in die Spitze zu schlagen, da ihm aufgrund Werders Pressing die Anspielstationen fehlten.
  • Nach den beiden frühen Toren schaffte es Hoffenheim aber besser, sich aus der eigenen Hälfte zu befreien und Werders vordere Pressingreihe in Richtung Mittellinie zurückzudrängen. So hatten die Gäste auch mehr Zeit zum Spielaufbau, was entsprechend zu mehr Strafraumszenen führte.
  • Eine besondere Rolle ließ Nagelsmann Strobl zukommen: Im eigenen Ballbesitz rückte der Rechtsverteidiger zentral vor die Dreier-Abwehrkette und agierte von dort aus als Ballverteiler. So schaffte Hoffenheim Überzahl im Mittelfeld. Bei Ballverlust sprintete Strobl sofort wieder nach rechts hinten, um die Viererkette zu vervollständigen. Der Verteidiger kam mit diesem Kraftakt gut zurecht.
  • Mit diesem 3-1-4-2 mit Kramaric und Vargas in der Spitze entwickelte die TSG vor allem nach der Pause immer mehr Mut und Spielfreude. Ziel der Gäste war es, durch schnelles vertikales Spiel durch die Mitte die Stürmer in den Schnittstellen der Werder-Abwehr zu bedienen. Kramaric und Vargas fanden die Lücken immer wieder, jedoch war im letzten Moment fast immer noch ein Bremer Bein dazwischen.
  • Die offensive Ausrichtung tat dem Hoffenheimer Spiel und den einzelnen Akteuren gut. Nagelsmann gab damit den selbstbewussten und durchaus risikofreudigen Weg vor, den die Spieler ganz klar annahmen.

Bremen - Hoffenheim: Die Statistik zum Spiel

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