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Problemchen hier, Wiesn dort

Mittwoch, 24.09.2014 | 07:38 Uhr
Die Wiesn ist momentan das dominierende Thema in München
© Getty
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Der SC Paderborn ist seine sensationelle Tabellenführung los, weil der Rekordmeister Ernst macht und ein kleiner Schritt Richtung alter Stärke gelingt. Euphorie kommt bei den Bayern aber nicht auf - dafür schweben die Ostwestfalen trotz der 0:4-Klatsche vom Dienstag auf Wolke sieben.

Die Reaktionen:

Pep Guardiola (Trainer Bayern München): "Die ersten 25 Minuten haben wir das gut gemacht, auch die letzten zehn Minuten. Ansonsten war es sehr schwer, da war kein Raum. Wir sind Erster, aber das ist nicht wichtig im Moment. Wir müssen unsere Spielweise weiter verbessern, damit wir auch die wichtigen Spiele gewinnen können."

Philipp Lahm (Kapitän Bayern München): "Uns war klar, dass wir nicht so auftreten können wie in der ersten Halbzeit gegen Hamburg. Unser Ziel war heute, aggressiv anzufangen. Paderborn hatte dann sofort Probleme. Sie haben umgestellt, ihr Pressing verringert, weil wir schon am Anfang große Möglichkeiten hatten. Ich denke, dass wir das heute sehr gut gemacht haben."

Mario Götze (Bayern München): "Wir hatten nach dem letzten Spiel noch etwas gutzumachen. Wir haben eine gute Partie gespielt - Glückwunsch an die Mannschaft. Wir haben einen strikten Zeitplan, aber das ist auch das Schöne am Fußball. Wir haben einige super Spiele vor uns, Qualität in der Mannschaft und einen breiten Kader - wir freuen uns auf jedes einzelne Spiel."

Andre Breitenreiter (Trainer Paderborn): "Es war ein besonderes Erlebnis für uns. Die Jungs haben das genossen gegen einen Gegner, der große Klasse hat und am Anfang ein wahres Offensivfeuerwerk abgebrannt hat. Wir haben dann auf eine Fünferkette umgestellt. Wir hatten in der zweiten Hälfte auch zwei gefährliche Situationen. Es war auch ein Lob für uns, dass die Bayern die beste Aufstellung aufboten, volle Kapelle gegen uns. Die Niederlage ist kein Problem, die Jungs haben das bisher toll gemacht. Das werden wir auch belohnen und am Mittwoch für ein paar Stunden auf die Wiesn gehen."

Uwe Hünemeier (SC Paderborn): "Wenn man nach 15 Minuten mit 2:0 zurück liegt, ist es sicherlich nicht einfach, damit umzugehen. Wir lernen sehr viel aus diesem Spiel, aber Bayern ist ein anderes Niveau als wir. Wir müssen unsere Punkte woanders holen."

Thomas Müller im Interview: "Ich bleibe unberechenbar"

Nachbetrachtung:

Er war der glücklichste Mann weit und breit. Mit einem Dauergrinsen saß Andre Breitenreiter hinter dem rot erleuchteten Podium in der Allianz Arena. Seine Mannschaft war gerade mit 0:4 unter die Räder gekommen, musste die erste Saison-Niederlage einstecken und die Tabellenführung abgeben. Und Breitenreiter saß da, grinste und grinste und konnte gar nicht mehr aufhören.

Dass sein bayerisches Pendant Pep Guardiola mit skeptischer Miene und ernstem Blick neben ihm saß, komplettierte das Symbolbild der seltsamen Stimmung im Bauch der Arena in München-Fröttmaning.

"Das ist Normalität"

"Wir freuen uns auch, aber bitte: Das ist Normalität. Wir wollen natürlich Tabellenführer sein", sagte ein schon wieder zum Scherzen aufgelegter Matthias Sammer auf dem Weg aus den Katakomben. Auch bei ihm war nach dem Pflichtsieg über den krassen Außenseiter ein Hauch von Erleichterung zu spüren.

"Uns war klar, dass wir nicht so auftreten können wie in der ersten Halbzeit gegen Hamburg", resümierte Kapitän Philipp Lahm und erinnerte an das torlose Remis, das hauptverantwortlich dafür war, dass den Münchnern nach nur zwei Siegen aus den ersten vier Spielen eine Krise angeredet wurde.

Umso bedeutender war der überzeugende Sieg gegen die Überraschungsmannschaft der noch jungen Saison. "Es war wichtig für die Psyche, die Partie zu gewinnen, ein gutes Spiel und damit wieder einen Schritt nach vorne zu machen", sah auch Keeper Manuel Neuer die Mannschaft wieder ein Stück näher am eigentlichen Leistungsvermögen.

In die gleiche Kerbe schlug Pep Guardiola, den die Tabellenführung vorerst gar nicht interessierte. "In diesem Moment ist mir wichtig, dass wir unsere Spielweise ein bisschen verbessert haben", lobte der Spanier, der seine Warnung, die Mannschaft werde sich bis zur Winterpause schwer tun, nochmals bekräftigte: "Mit diesem Niveau können wir noch nicht die wichtigen Spiele gewinnen."

Die Abteilung Attacke macht Hoffnung

Vor allem die Schwankungen während einer Partie machen den Münchnern noch zu schaffen, auch gegen Paderborn vermochten es die Münchner nicht, das Niveau über die volle Distanz zu halten.

"Ein paar Problemchen" machte Thomas Müller aus, der die Mannschaft aber - wie alle Beteiligten - für ihren starken Beginn lobte. In den ersten 20 Minuten überrollte die "volle Kapelle" (Breitenreiter) der Bayern die Gäste förmlich. Es war teilweise mehr als ein Klassenunterschied.

Robert Lewandowski konnte dabei nach leichten muskulären Problemen endlich schmerzfrei spielen und traf das erste Mal in einem Pflichtspiel in der Münchner Arena. Mario Götze findet sich immer mehr zurecht im System der Bayern und traf doppelt und Arjen Robben war direkt nach seinem Comeback wieder stärkster Münchner.

Angesichts der Verletztenmisere und der - laut Müller - Auswärtsaufgaben mit "ekelhaftem Charakter" gegen Köln und Moskau gute Nachrichten für den Double-Sieger.

Breitenreiters Lobpreisungen auf den FCB

Am meisten freuten sich dennoch die Paderborner, die das Spiel und die Atmosphäre bei einem der größten Vereine der Welt sichtlich genossen. "Wir müssen unsere Punkte woanders holen", befand Uwe Hünemeier, der wie die ganze Mannschaft nicht den Fußball zeigte, der den SCP an die Spitze der Tabelle gebracht hatte - und sich trotzdem auf eine Belohnung freuen durfte.

"Wir werden morgen auf die Wiesn gehen und dabei spielt keine Rolle, ob wir hier verloren haben. Die Leistungen der Mannschaft in den letzten Monaten waren einfach genial", sagte Breitenreiter und grinste immer noch, bevor er vor lauter Euphorie in eine Huldigung des Gegners verfiel. Zu einem "tollen Sieg einer tollen Mannschaft" gratulierte er dem amtierenden Titelträger nach dem "Offensivfeuerwerk".

"Für mich ist es sowieso eine Ehre, dass ich hier sitzen darf mit Pep Guardiola", freute sich Breitenreiter und wünschte dem Gegner "alles Gute für die Zukunft, für die Champions League, für die Bundesliga-Saison. Alle Wünsche sollen in Erfüllung gehen! Haut alles zuhause weg, damit wir nicht die einzigen bleiben".

Und wenn es mit dem Weghauen klappen sollte, vielleicht sitzt dann ja Guardiola irgendwann hinter dem rot erleuchteten Podium in der Allianz Arena - und ist der glücklichste Mann weit und breit.

Bayern - Paderborn: Daten zum Spiel

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