Sonntag, 26.08.2012

Bundesliga - 1. Spieltag

HSV: Schlimmste Saison der Geschichte droht

Beim HSV sollte in der neuen Saison Alles besser werden. Zwei Jubiläen stehen für den Bundesliga-Dino an, doch die Feierlaune ist in Hamburg gewichen. Beim Bundesliga-Start gegen Nürnberg knüpften die Rothosen an die vergangene Saison an: Kaum Gefahr, kein Spielwitz und Schwächen in der Abwehr. Die Lage ist ernst.

Enttäuschender Auftakt in die Jubiläumssaison für Marcell Jansens Hamburger SV
© Getty
Enttäuschender Auftakt in die Jubiläumssaison für Marcell Jansens Hamburger SV

Zusätzlich machen es diese vielen Jubiläen den Anhängern doppelt schwer. Überall hängen große Plakate, gibt es Ausstellungen, schaut man in Bücher, oder greift gar zu Sammelheftchen mit Glitzerstickern. Schön und gut, so lebt die Erinnerung an legendäre Spieler, unvergessliche Partien und große Erfolge; kurz gesagt, an all das, was in Gegenwart und naher Zukunft beim Hamburger SV nicht zu erwarten steht - Masochismus für jeden HSV-Fan.

Es kann noch schlechter werden

Dabei war der Tenor nach der vergangenen Schreckenssaison, die mit Rang 15 genau einen Platz über der Abstiegszone endete, eigentlich klar: Von nun an kann es nur besser werden. Das Gegenteil bewiesen die HSV-Profis allerdings binnen einer Woche auf beeindruckende Art und Weise gleich zweimal: Einem ebenso blamablen wie verdienten 2:4 im DFB-Pokal beim Karlsruher SC, einem Team aus der Abstiegszone der 3. Liga, folgte zum Ligastart ein 0:1 gegen den 1. FC Nürnberg.

"Wir waren nur über Standards gefährlich, das ist zu wenig bei einem Heimspiel gegen einen Verein wie den 1. FC Nürnberg", sagte Heiko Westermann. Der Hamburger Kapitän hatte auch eine Begründung für die desolate Leistung der Mannschaft parat.

"Die Unsicherheit war da, die Stimmung ist nicht gut", sagte der 29-Jährige. "Das war sie schon vor dem Spiel nicht und das ist jetzt natürlich nicht besser geworden. Die einen oder anderen haben uns schon abgeschrieben."

Schäfers Paraden retten den Club

Tatsächlich war es Westermann, der jeweils nach einem Freistoß von Dennis Aogo die besten Chancen für den HSV hatte - doch beide Male reagierte Nürnbergs Bester, Torwart Raphael Schäfer, hervorragend. Auch bei den Gastgebern war nur der Schlussmann gut - was viel über die miserable Qualität der Partie aussagt.

Doch im Gegensatz zu Schäfer war Rene Adler nach einem Kopfball gegen die Latte von Per Nilsson und dem Abstauber von Hanno Balitsch (68.) einmal chancenlos, und somit steckt der HSV vom ersten Spieltag an dort, wo er nie wieder hin wollte: im Tabellenkeller. "Wir haben eine unentspannte Woche vor uns, das ist einfach Scheiße", sagte Adler.

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Dabei hatte Trainer Thorsten Fink angekündigt: "Eine Zitterpartie wird es dieses Jahr nicht geben." Doch nun beginnt der 44-Jährige bereits mit den Durchhalteparolen. "Ich werde nicht müde, an meine Mannschaft zu glauben", sagte der Trainer. "Sie hat das Zeug dazu, nicht da unten drin stehen zu müssen, wir müssen das Glück nur erzwingen, aber die letzte Überzeugung fehlt momentan."

Seine Spieler sehen das anders. "Wir haben seit zwei Jahren keinen Schritt nach vorne gemacht. Andere Teams mit deutlich niedrigerem Etat machen es uns vor", sagte Marcell Jansen.

Arnesen spürt keine Entwicklung

Selbst Sportdirektor Frank Arnesen, der über eine mögliche Verpflichtung des vermeintlichen Heilsbringers Rafael van der Vaart nicht reden wollte, gab zu, "gar nichts gespürt" zu haben von einer Entwicklung.

"Wenn eine Mannschaft ein Jahr lang kritisiert wird und dann ein Pokalspiel verliert, dann strotzt sie nicht gerade vor Selbstbewusstsein", startete Fink einen weiteren Erklärungsversuch für den erneut indiskutablen Auftritt seiner Mannschaft.

Die Erklärung für die Kritik scheint da allerdings plausibler: Nur ein Sieg aus den letzten zehn Heimspielen, ganze drei aus den vergangenen 21. Insgesamt holte der HSV nur 29 Punkte aus 26 Ligaspielen unter Fink. Das ergäbe auf eine Saison hochgerechnet 38 Punkte - die Bilanz eines Abstiegskandidaten.

Nächste Gegner: Bremen, Frankfurt, Dortmund

Nicht gerade optimistisch stimmt dabei zudem ein Blick auf die anstehenden Aufgaben: Mit einer Bilanz von nur einem Pünktchen aus den vergangenen vier Auswärtsspielen muss der HSV jetzt nach Bremen und Frankfurt, dann kommt Doublegewinner Dortmund in den Volkspark, bevor es nach Mönchengladbach geht.

"Ich kann nur für mich sagen, dass ich alles dafür geben werde, um nicht noch einmal so eine Saison wie letztes Jahr zu erleben", sagte Jansen. Zyniker würden ihm wohl am ehesten den Hinweis geben, dass die Transferperiode erst am kommenden Freitag endet.

Hamburg - Nürnberg: Daten zum Spiel


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