Bundesliga - 32. Spieltag

Bayern in Gedanken schon bei Real

SID
Die Spieler des FC Bayern feiern das Tor zum 2:1-Sieg durch Franck Ribery
© Getty
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Der zweite Tiefschlag blieb Werder erspart. Es war auch so schon bitter genug für die zusammengewürfelte Bremer Notelf gegen die im Schlussspurt aufgepeppte Bayern-Reserve, die fast zu lange die Champions League und das Halbfinalrückspiel in Madrid im Kopf hatte.

Nach dem späten 1:2 durch Franck Ribery beschrieb Trainer Thomas Schaaf die "traurige Stimmung", in der nur noch der endgültige Abschied von Claudio Pizarro gefehlt hätte.

Doch der umworbene Peruaner versicherte, sich noch nicht endgültig entschieden zu haben: "Ich hoffe, es noch in dieser Saison bekannt geben zu können. Dann kann ich in Ruhe in den Urlaub gehen." Dass Werder durch die schlechteste Rückrunde der Vereinsgeschichte mit nur 13 Punkten aus 15 Spielen die Europa League wohl endgültig verspielt hat, werde seinen Entschluss nicht beeinflussen, sagte der 33-Jährige. Mehr Fragen zu seiner Zukunft akzeptierte er nicht.

Dabei soll der Deal zwischen Pizarro und den Bayern längst besiegelt sein. Werders Geschäftsführer Klaus Allofs reagierte auf diese Spekulationen betont gelassen: "Bayern sagt, es ist nicht so. Werder sagt, es ist nicht so. Und Pizarro sagt es auch. Für mich ist die Sache klar: Es ist noch nichts entschieden." Angeblich soll diese Woche in München verhandelt werden.

Schaaf angefressen

"Wir waren wesentlich besser als vorige Woche", erklärte Schaaf. Gebracht hat es nichts - die Europa League ist nur noch rechnerisch drin. "Das ist mir wurscht", sagte der Coach angefressen. "Dadurch, dass wir nicht gewonnen haben, ist die Situation nicht besser geworden." Sein Team beurteilte er milder: "Bei all den Umstellungen muss man auf das ein oder andere eben verzichten." Auch Allofs übte Nachsicht: "Die Mannschaft hat das bei all den Ausfällen sehr gut gemacht. So gut, dass wir das 2:0 hätten machen müssen."

Wäre nicht Naldo zum tragischen Helden geworden. Und hätte der Brasilianer seine von Pizarro vorbereitete Führung (51. Minute) nicht durch ein Eigentor (75.) nach Ribery-Eingabe zunichtegemacht. "Ich dachte, Müller steht hinter mir, und wollte zur Ecke klären", erklärte der Pechvogel. Dass Werder nicht einmal ein Punkt blieb, ist symptomatisch für dieses Jahr, in dem die Bremer nur zwei Partien gewonnen wurden.

Ribery schlägt wieder zu

Pech allein war es nicht, dass Ribery wenige Augenblicke vor dem Ende erneut zuschlagen konnte. Startelf-Debütant Aleksandar Stevanovic hatte dem Franzosen ausgerechnet die Außenseite angeboten. "Ich dachte, dass er als Rechtsfuß auch mit rechts schießt", sagte der Düpierte, der spielen musste, weil Bremen neben Marin, Ekici, Ignjovski und Bargfrede auch die gesperrten Sokratis, Fritz und Boenisch fehlten.

Wie luxuriös ausgestattet war im Vergleich die zweite Wahl der Bayern. "In anderen Vereinen wären alle Stammspieler", sagte Allofs. Doch erst als Heynckes Ribery, Kroos und Gomez brachte, war der Rekordmeister erfolgreich. "Wir fahren mit Rückenwind nach Spanien", sagte der Bayern-Trainer. Dass auch Real durch ein 2:1 im "Clasico" beim FC Barcelona Selbstvertrauen tankte, wusste er da noch nicht.

Streithähne durften nicht gemeinsam ran

Heynckes hatte aber eine Erklärung dafür parat, dass er die im Madrid-Spiel aneinandergeratenen Streithähne Robben und Ribery nicht zusammen aufs Feld schickte. Takashi Usami habe er nicht auswechseln wollen bei seinem Startelf-Debüt - Robben vier Tage vor dem Schlagerspiel im Bernabeu-Stadion aber auch nicht auf eine andere Position verfrachten können. "Don Jupp" - der Diplomat.

Dabei war verbales Geplänkel gar nicht nötig. Denn nach dem Sieg in Bremen hatten sich auch Ribery und Robben wieder lieb. Und gaben sich diesmal rein freundschaftlich die Faust - beim Abklatschen. "Die Differenzen sind ausgeräumt, denke ich", sagte Heynckes.

Bremen - Bayern: Daten zum Spiel

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