Bundesliga - 31. Spieltag

Preetz: Es geht "nur um Platz 16"

SID
Sonntag, 15.04.2012 | 11:01 Uhr
Hertha kämpfte, doch am Ende stand doch nur ein Punkt auf dem Konto gegen Leverkusen
© Getty
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Man hätte am Samstag in Leverkusen über ein spektakuläres Fußball-Spiel sprechen können. 2:0, 2:1, Rote Karte, parierter Foulelfmeter, 2:3 und am Ende ein 3:3 (1:0) nach einer wilden Auseinandersetzung zwischen Bayer Leverkusen und Hertha BSC.

Vor etwas mehr als zwei Wochen taten das die Trainer Jürgen Klopp und Bruno Labbadia nach dem unglaublichen 4:4 zwischen Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart. Die konnten sich das leisten. Unter dem Bayer-Kreuz allerdings kam aber vor allem bei der Hertha so gar keine Freude auf.

"Wenn man uns gesagt hätte, dass wir nach einem 0:2 hier noch einen Punkt mitnehmen, dann hätten wir das dankend angenommen. Aber da wir 3:2 geführt haben, ist es schade, dass wir nicht drei Punkte mitgenommen haben", sagte Tunay Torun mit traurigem Blick.

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Der offensive Mittelfeldspieler wurde in der 54. Minute zusammen mit Stürmer Pierre-Michel Lasogga beim Stande von 0:2 aus Sicht der Berliner eingewechselt. Andre Schürrle (44.) und Stefan Kießling (51.) hatten die Treffer zu einem scheinbar sicheren Heimsieg erzielt. Doch mit den Einwechslungen von Otto Rehhagel gingen in einem bis zu diesem Zeitpunkt äußerst mäßigen Spiel die Gäule durch.

Lasogga und Torun drehen Spiel

"Es kann natürlich sein, dass, wenn man immer auf dem zweitletzten Tabellenplatz steht, die Moral auf Deutsch gesagt im Eimer ist. Aber das ist nicht der Fall. Alle fighten wie die Löwen und sind dafür belohnt worden", sagte Rehhagel - fast. Zunächst gelang Lasogga per Kopf der Anschlusstreffer (63.). Praktisch im Gegenzug brachte Lewan Kobiaschwili Leverkusens Eren Derdiyok im Strafraum zu Fall und sah von Schiedsrichter Michael Weiner (Giesen) die Rote Karte.

Den folgenden Elfmeter von Bayers Kapitän Simon Rolfes lenkte Berlins Keeper Michael Kraft an den Pfosten, Derdiyok setzte den Ball im Nachschuss am leeren Tor vorbei. Dann drehte Torun, der kurz zuvor von Kraft einen Anpfiff wegen falschen Stellungsspiels bekommen hatte, mit einem Doppelpack innerhalb von sieben Minuten (71. und 77.) das Spiel. Und dann bekommt die Euphorie der Herthaner im Kampf um den Klassenerhalt durch Kießlings zweites Tor (84.) noch den herben Dämpfer.

Und das erst recht, als die Ergebnisse der anderen Spiele bekannt wurden. Augsburg gewann 2:1 in Wolfsburg, der Hamburger SV 1:0 gegen Hannover. "Ganz klar, in der momentanen Situation geht es um Platz 16. Denn der 1. FC Köln ist die Mannschaft, die wir abfangen müssen. Das muss unser Ziel sein", sagte ein aufgewühlter Manager Michael Preetz.

Der Vorletzte aus Berlin hat vor den letzten drei Spielen gegen den 1. FC Kaiserslautern, bei Schalke 04 und gegen 1899 Hoffenheim mit 28 Punkten fünf Zähler Rückstand auf den 15. Tabellenplatz.

Leverkusen spielte 2010 schon einmal Zünglein an der Waage

Vielleicht könnte Leverkusen wie schon vor zwei Jahren das Zünglein an der Waage für die Hertha sein. Am 1. Mai 2010 reichte es am vorletzten Spieltag nur zu einem 1:1, womit der Abstieg besiegelt war. Soweit war es nach dem 3:3 nun noch nicht, vielleicht aber könnten genau diese zwei Zähler am Ende den Ausschlag geben. Oder das Unentschieden und die Aufholjagd geben noch einmal den letzten Schub für die restlichen drei Spiele.

Otto Rehhagel beschäftigte sich mit solchen Rechenspielen ohnehin nicht. "Es hat gezeigt, dass wir uns noch nicht aufgeben. Wir sind natürlich in einer prekären Situation. Ein Sieg wäre sensationell gut für uns gewesen. Wir nehmen aber das mit, was wir gezeigt haben - die zweite Halbzeit", sagte der 73-Jährige.

Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler zeigte sich nach einer turbulenten Saison mit Themen wie Michael Ballack und der Entlassung von Trainer Robin Dutt bewusst entspannt.

"Es war ein verrücktes Spiel. Wir sind immer noch im Rennen. Es sind noch drei Spiele. Sicherlich hätten wir mit einem Sieg einen ganz, ganz großen Schritt getan Richtung Europa. Jetzt dauert es halt noch ein bisschen", sagte Völler. Leverkusen, das unter Interimstrainer Sami Hyypiä weiter ungeschlagen ist, verteidigte den sechsten Platz, der das Erreichen des Saison-Mindestziels Europa League garantiert.

Leverkusen - Hertha: Daten zum Spiel

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