Augsburg träumt vom Märchen

SID
Jan-Ingwer Callsen-Bracker lässt sich nach seinem Tor zum 2:2 feiern
© Getty
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Nach den vielleicht besten 30 Minuten der Saison kann den FC Augsburg auch die Mannschaft der Stunde nicht mehr schrecken. "Wir haben am kommenden Wochenende gegen Borussia Dortmund nichts zu verlieren. Wir müssen an uns glauben. Im Fußball kann doch alles passieren. Ein Sieg gegen den BVB wäre ein großes Märchen", sagte Torhüter Simon Jentzsch.

Das 2:2 (1:1) bei Hannover 96 hat das Selbstvertrauen weiter gesteigert. Vier Punkte holte man aus den vergangenen zwei Partien. Der Endspurt im Abstiegskampf kann kommen.

"Es wird bis zum Ende ein Kopf-an-Kopf-Rennen bleiben, in dem die Nerven entscheiden", sagte FCA-Manager Andreas Rettig und wollte seinen Stolz über die Vorstellung seines Teams nicht verbergen: "In der ersten Halbzeit haben wir Hannover eine kleine Lehrstunde erteilt." Tatsächlich kombinierte der Aufsteiger in der Anfangsphase wie aus einem Guss. Die Platzherren schauten staunend zu, als Axel Bellinghausen in der zwölften Minute den Führungstreffer für die Augsburger erzielte.

Luhukay hadert mit Chancenverwertung

Auch danach tänzelten, dribbelten und passten sich die Gäste leichtfüßig durch die zu diesem Zeitpunkt heillos überforderte Defensive der 96er. Allerdings vergaß der FCA das entscheidende: Für etwas Zählbares muss der Ball ins Tor. "Neben der Führung hatten wir noch drei weitere hundertprozentige Möglichkeiten", sagte Augsburgs Trainer Jos Luhukay: "Wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Aber man hat gesehen, dass wir niemals aufgeben. Die Mannschaft hat großen Willen."

Je länger das Spiel dauerte, umso mehr war diese Einsatzbereitschaft auch gefragt. Hannover wurde stabiler und konnte sich einmal mehr auf zwei Dinge verlassen: Den linken Fuß von Christian Pander und die Torgefährlichkeit von Zugang Mame Diouf. Zunächst zirkelte Pander in seinem 100. Bundesligaspiel eine Ecke maßgenau auf den Kopf von Karim Haggui - 1:1 (33.). Dann traf Diouf - 2:1 (69.). Das Spiel schien gedreht.

Slomka: "Müssen über Punktgewinn froh sein"

Doch Augsburg wehrte sich und selbst 96-Trainer Mirko Slomka befand nach dem 13. Bundesligaheimspiel ohne Niederlage in Folge: "Wir müssen froh sein, dass wir einen Punkt geholt haben." Dabei resultierte Augsburgs Ausgleich aus einer zumindest umstrittenen Elfmeterentscheidung von Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart).

Christian Schulz hatte gegrätscht, Marcel Ndjeng war gefallen, Jan-Ingwer Callsen-Bracker hatte verwandelt (89.). Hannover im Pech. Allerdings hätte Schmidt bereits drei Minuten zuvor auf Handelfmeter für Augsburg entscheiden müssen, ließ die Aktion von Schulz jedoch ungeahndet. Hannover im Glück.

Rettig: "Es hätte zwei Elfmeter für uns geben müssen"

"Ich bin über die Schlussphase ein wenig ärgerlich. Es hätte zwei Elfmeter für uns geben müssen", sagte Rettig: "Aber uns hilft auch dieser eine Punkt schon weiter." Hannover hingegen nicht so sehr. Sie wollen wieder nach Europa, dort, wo sie am Donnerstag beim belgischen Pokalsieger Standard Lüttich antreten.

Mit einem Sieg gegen den FCA hätten sich die Niedersachsen auf den sechsten Platz nach vorn schieben können. "Wir haben eine Chance vertan, Bremen zu überholen und Werder vor unserem direkten Duell am nächsten Sonntag weiter unter Druck zu setzen", sagte Slomka und blickte bereits auf den nächsten Spieltag. Wie auch Augsburg auf den BVB. "Wenn die uns wegfiedeln, soll es eben so sein. Aber wir werden alles geben. Mir ist da absolut nicht angst und bange", sagte Bellinghausen.

Hannover - Augsburg: Daten zum Spiel

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