Packung für Magath! Schalke meldet sich zurück

Von Stefan Moser / Manuel Herter
Sonntag, 19.02.2012 | 17:21 Uhr
Raul erzielte die Schalker Führung gegen Wolfsburg
© spox
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Der FC Schalke 04 ist am 22. Spieltag der Bundesliga wieder zurück in der Erfolgsspur! Nach zuletzt drei Pflichtspielen ohne Sieg bezwang die Mannschaft von Trainer Huub Stevens den VfL Wolfsburg nach starker Leistung verdient mit 4:0 (2:0). Die schlechte Nachricht für Königsblau: Torhüter Lars Unnerstall zog sich dabei eine Schultereckgelenkssprengung zu und dürfte bis zu sechs Wochen ausfallen.

Vor knapp 60.000 Zuschauern in der Arena auf Schalke brachten Raul (10.) mit seinem 400. Pflichtspieltor und Klaas-Jan Huntelaar (15.) die Gäste früh in Führung. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel sorgte Joel Matip (49.) mit dem 3:0 für die Entscheidung, ehe erneut Huntelaar (72.) den Schlusspunkt setzte und damit in der Torjägerliste mit Mario Gomez (beide 18) gleichzog.

Zuvor war Huntelaar (35.) bereits mit einem Handelfmeter an Wolfsburgs Torhüter Diego Benaglio.

Der Wermutstropfen für die starken Schalker: Nach einem Zweikampf mit Mario Mandzukic fiel Torhüter Lars Unnerstall unglücklich auf die Schulter und zog sich eine Schultereckgelenkssprengung zu.

Mit 44 Punkten bleibt Schalke damit weiter auf Platz vier, fünf Zähler hinter Tabellenführer Dortmund. Der VfL dagegen hat nun schon sieben Punkte Rückstand auf Leverkusen auf Platz sechs.

Reaktionen:

Trainer Huub Stevens (Schalke 04): "Ich habe der Mannschaft nach dem Spiel gesagt, dass sie morgen nicht trainieren muss. Wolfsburg war heute ein dankbarer Gegner, aber wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Das einzige, was man kritisch sehen muss, ist die mangelnde Chancenverwertung. Man hat teilweise gesehen, wie viel Spaß die Mannschaft hatte, so muss es immer sein."

Trainer Felix Magath (VfL Wolfsburg): "So darf die Mannschaft sich nicht präsentieren. Wir haben darüber gesprochen, dass wir Spiele nicht herschenken dürfen. Komischerweise haben wir dennoch wieder nach dem 0:1 aufgehört, mitzumachen. Das geht nicht und da stimmt irgendetwas nicht. Langsam muss man die Frage stellen, welche Rolle die etablierten Spieler spielen. Eine neue Zielsetzung brauchen wir nach so einer desolaten Leistung nicht auszugeben."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Schalke muss die gelbgesperrten Höwedes und Obasi ersetzen, Uchida und Farfan stehen dafür in der Startelf.

Wolfsburg verstärkt das Mittelfeld mit Madlung vor der Abwehr und Hasebe auf rechts.

10., 1:0, Raul: Ecke von rechts von Farfan, Matip verlängert am kurzen Pfosten. Hinten pennt Träsch, Raul aber ist hellwach und drückt den Ball aus drei Metern mit der Innenseite ins Tor. Das 400. Pflichtspieltor seiner Karriere - eher eine leichtere Übung.

15., 2:0, Huntelaar: Die Wolfsburger Viererkette spielt auf Abseits. Aber Höger trifft den perfekten Zeitpunkt zum Pass auf Fuchs, der aus dem Rückraum startet und den Ball frei auf dem linken Flügel in den Fuß bekommt. Schneller Pass auf Huntelaar, der am Elfmeterpunkt völlig frei verwandelt.

35.: Elfmeter für Schalke! Farfan zieht halbrechts im Strafraum ab, Felipe Lopes verhindert das Tor mit der Hand. Eher unglücklich als wirklich absichtlich, aber Sippel zeigt schnell auf den Punkt. Kaum Proteste von Wolfsburg.

36.: Benaglio hält! Huntelaar knallt das Ding halbhoch ins Zentrum, Benaglio kommt ran und lenkt den Ball an die Latte.

46.: Torhüter Unnerstall bleibt in der Kabine. Bei einem Zusammenprall mit Mandzukic hatte er sich Mitte der ersten Hälfte an der Schulter verletzt. Die erste bittere Diagnose: Schultereckgelenkssprengung. Für ihn kommt Hildebrand ins Tor.

49., 3:0, Matip: Wieder Ecke von Schalke, diesmal von Fuchs von links. Metzelder köpft auf Papadopoulos, der weiter auf Matip, der den Ball aus drei Metern mit der Hacke ins Tor verlängert.

72., 4:0, Huntelaar: Schon wieder über die Außenbahn, schon wieder flankt Fuchs und in der Mitte ist schon wieder Huntelaar, der gegen die Laufrichtung von Benaglio ins lange Eck köpft! Sein 18. Saisontor.

Fazit: Hoch verdienter Sieg für Schalke, auch in der Höhe. In der zweiten Halbzeit hat sich Wolfsburg früh aufgegeben.

Der Star des Spiels: Marco Höger. War extrem viel unterwegs, sammelte viele Ballkontakte und setzte als Spielmacher aus der Tiefe immer wieder klug die schnellen Außen ein und leitete damit die meisten gefährlichen Aktionen ein. Zusammen mit Raul und Draxler der beste Schalker.

Der Flop des Spiels: Christian Träsch. Sah immer wieder nur die Hacken seiner Gegenspieler, fast alle gefährlichen Aktionen liefen über seine Seite. Verlor beim 1:0 Raul aus den Augen, lief vor dem 2:0 und 4:0 Fuchs hinterher und ließ sich vor dem Elfmeter von Draxler vernaschen. Zusammen mit Rodriguez und Madlung der schwächste Wolfsburger - in einer insgesamt schwachen Mannschaft.

Der Schiedsrichter: Peter Sippel. Hatte eine großzügige Linie, sprach viel mit den Spielern und hatte die Partie damit ganz ordentlich im Griff. Einzig strittige Szene war wohl der Elfmeter. Einerseits war das Handspiel nicht zwingend Absicht von Lopes, andererseits verhinderte er damit das Tor. Sippels Kompromiss: Strafstoß, aber nur Gelb statt Rot.

Analyse: Temporeiche Anfangsphase und ein Traumstart für Schalke, auch weil Magaths Plan nicht funktionierte. Mit zwei extrem engen Viererketten machte Wolfsburg das Zentrum dicht, hatte dafür aber enorme Probleme mit Pässen in den Rücken der Abwehr auf dem Flügel. Immer wieder tauchten die schnellen Schalker frei auf den Außen auf - auch vor dem 2:0 und der Szene, die zum Elfmeter führte.

Weil Huntelaar aber den Sack nicht zumachte, blieb Wolfsburg in der Partie, war in den Zweikämpfen sogar präsenter und kam selbst zu Chancen. Aufgrund der klareren Spielanlage und weiterer guter Gelegenheiten aber ging es verdient mit einer Zwei-Tore-Führung für Schalke in die Pause.

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel sorgte erneut eine Ecke für die Entscheidung. Das frühe 3:0 zog dem VfL endgültig den Zahn.

Weil sich auch Schalke nun eher zurückzog und auf Konter lauerte, entwickelte sich ein relativ entspanntes Trainingsspielchen.

Den Schlusspunkt setzte erneut Huntelaar - natürlich wieder vorbereitet über die rechte Abwehrseite der inzwischen wehrlosen Wölfe.

Schalke - Wolfsburg: Daten zum Spiel

 

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