Hannover beendet gegen FCN sieglose Serie

Von Jochen Tittmar / Daniel Reimann
Freitag, 27.01.2012 | 22:22 Uhr
Das 1:0 für Hannover. Mohammed Abdellaoue drückt die Kugel mit links über die Linie
© Getty
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Hannover 96 hat zum Auftakt des 19. Spieltags der Bundesliga mit 1:0 (1:0) gegen den 1. FC Nürnberg gewonnen und damit nach acht Spielen ohne Sieg wieder einen Dreier eingefahren. Das Tor des Tages erzielte Mohammed Abdellaoue.

Vor 35.400 Zuschauern in der AWD-Arena traf der 96-Stürmer in der 18. Minute zum Siegtor. Nach sechs Unentschieden und zwei Niederlagen darf Hannover nach 96 Tagen somit wieder einen dreifachen Punktgewinn feiern.

Reaktionen:

Mirko Slomka (Trainer Hannover): "In der zweiten Halbzeit hat uns Nürnberg Schwierigkeiten bereitet. Wir haben aber gut dagegen gehalten. Ich bin natürlich zufrieden, dass wir wieder gewonnen haben."

Dieter Hecking (Trainer Nürnberg): "Aufgrund der ersten Halbzeit hätten wir es nicht verdient gehabt, ein Unentschieden mitzunehmen. Da waren wir zu passiv. In der zweiten Halbzeit haben wir ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht. Da muss man sich auch mal belohnen."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Hannover kann wieder auf den zuletzt verletzten Pinto zurückgreifen, zudem kehrt Schlaudraff neben Abdellaoue in die Sturmspitze zurück.

Nürnberg im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen Hertha BSC mit einer Änderung: Feulner spielt Rechtsverteidiger und kommt für Stürmer Pekhart in die Mannschaft. Hegeler spielt links im Mittelfeld, Esswein und Eigler bilden das Sturmduo.

7.: Eine flache Stindl-Ecke wird am kurzen Pfosten per Kopf von Pogatetz verlängert. Der Ball kommt zu Abdellaoue, der aus kurzer Distanz drüber schießt.

9.: Pinto zieht aus der Distanz ab, sein Schuss dreht sich genau ins rechte Eck. Schäfer lenkt den Ball um den rechten Pfosten.

18., 1:0, Abdellaoue: Hlousek lässt Stindl auf rechts deutlich zu viel Platz. Der flankt halbhoch in der Mitte. Dort drückt der ungedeckte Abdellaoue die Kugel mit links ins rechte Eck.

42.: Schlaudraff sucht den Doppelpass mit Schmiedebach, zieht von halblinks Richtung Fünfer und schließt aus spitzem Winkel ab. Schäfer macht die Beine zu und klärt per Fußabwehr.

53.: Schmiedebach klärt zu kurz, Esswein setzt sich in der Luft auf Strafraumhöhe durch und bedient Eigler. Der fackelt nicht lange und hält aus der Drehung drauf - knapp über die Latte.

55.: Feulner flankt von rechts in die Mitte. Dort ist Pekhart mit dem Kopf zur Stelle, doch Zieler rettet artistisch mit dem Bein in der Luft.

88.: Hlousek flankt von rechts, Hegeler nimmt den Ball aus fünf Metern volley. Die Kugel geht Richtung rechtes Eck und wäre wohl ins Tor gegangen, hätte Didavi den Ball nicht mit der Fußspitze ins Toraus abgefälscht.

Fazit: Hannovers glanzloser Sieg geht aufgrund der einseitigen ersten Halbzeit in Ordnung. Nürnberg im zweiten Abschnitt mehr als gleichwertig, aber glücklos in der Offensive.

Der Star des Spiels: Rückkehrer Sergio Pinto zeigte im ersten Durchgang, wie wichtig er für das Spiel der Niedersachsen ist. War viel unterwegs, ständig anspielbereit und bewies ein gutes Auge. Organisierte so das Spiel aus der Zentrale heraus und zeigte sich gewohnt aggressiv in den Zweikämpfen.

Der Flop des Spiels: Adam Hlousek. Das Positive vorweg: In der Offensive zeigte der Tscheche im zweiten Abschnitt gefällige Anlagen. In der ersten Hälfte war's aber offensiv wie defensiv gar nichts. Ihm war die fehlende Spielpraxis doch deutlich anzumerken. Ließ Stindl viel zu viele Freiheiten, griff zu zögerlich an und leistete sich unnötige Ballverluste.

Der Schiedsrichter: Marco Fritz hatte im ersten Abschnitt kaum etwas zu tun, griff in der zweiten Halbzeit aber öfter zum Karton und lag dabei nicht immer richtig. So waren die Verwarnungen gegen Abdellaoue und Pinto unnötig. Den vermeintlichen Schlag von Pogatetz gegen Wollscheid konnte er nicht genau sehen.

Analyse: Sehr einseitige erste Hälfte, in der von Nürnberg rein gar nichts zu sehen war.

96 dagegen sofort drin in der Partie und mit mehr Konsequenz und Struktur als noch beim trostlosen Auftritt in Hoffenheim. Die Niedersachsen hatten die Hoheit im Zentrum und dort zumeist genügend Platz, um die Angriffe geordnet, gleichsam aber auch variabel vorzutragen. Pinto verteilte die Bälle häufig auch auf die Flügel, wo vor allem die linke Nürnberger Seite als Schwachstelle auszumachen war.

Dem Club fehlte der Zugriff komplett, der Körpersprache der Spieler ging bisweilen auch die nötige Bissigkeit ab. So versackten die Offensivbemühungen oft frühzeitig, die Stürmer hingen gänzlich in der Luft.

Die Gäste stellten mit der Hereinnahme von Pekhart auf ein 4-2-3-1 um und gestalteten das Spiel in der Folge ausgeglichen, da Hannovers Spiel gegen den Ball nicht mehr aggressiv genug war und die Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen zu groß wurden.

Die Kräfte der Hausherren ließen zudem ein wenig nach, so dass man sich frühzeitig aufs Konterspiel konzentrierte. Die Partie verlagerte sich zwischen die Strafräume und wurde hitziger.

Nürnbergs Moral war dagegen intakt, vor dem Kasten agierten die Franken aber zu glücklos und wenig zielstrebig - siehe die Großchance zwei Minuten vor Schluss.

Hannover - Nürnberg: Daten zum Spiel

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