FC Bayern besiegt den Köln-Fluch

Von Für SPOX in der Allianz Arena: Florian Bogner
Freitag, 16.12.2011 | 22:21 Uhr
Daniel van Buyten (M.) räumt den Kölner Torjäger Lukas Podolski (l.) ab
© Getty
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Der FC Bayern München hat erstmals ein Pflichtspiel gegen den 1. FC Köln in der Allianz Arena gewonnen. Zum Auftakt des 17. Spieltags besiegten die Münchner den FC mit 3:0 (0:0) und holten sich damit die Herbstmeisterschaft. Franck Ribery flog dabei allerdings mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz.

Vor 69.000 Zuschauern hatte der Franzose in der ersten Halbzeit seine Nerven nicht in Griff und musste nach zwei Rempeleien mit Kölns Henrique Sereno mit der Ampelkarte zum Duschen (34.). Sereno sah ebenfalls Gelb - es war seine fünfte Verwarnung, er fehlt damit nach der Winterpause.

Die Münchner konnten das Kölner Bollwerk erst nach der Pause brechen: Tore von Mario Gomez (49.), Einwechselspieler David Alaba (63.) und Toni Kroos (88.) sorgten dann jedoch für einen standesgemäßen Sieg. Gegen Köln hatte der Rekordmeister zuletzt 2002/2003 zuhause gewonnen (8:0 im DFB-Pokal).

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Der FCB verlor damit keines seiner letzten 27 Ligaspiele vor der Winterpause und ist mit 37 Punkten zum 17. Mal Herbstmeister. Nur zweimal wurden die Münchner danach nicht Meister (1971, 1993).

Reaktionen:

Jupp Heynckes (Trainer FC Bayern): "Köln hat heute Beton angemischt, so defensiv war selten eine Mannschaft. Franck Ribery darf sich nicht provozieren lassen. Es war völlig unnötig, aber wenn ich bedenke, wie oft er getreten und gefoult wird, war das ganz harmlos. Meine Mannschaft hat auf den Platzverweis großartig reagiert. Wir waren sehr geduldig, haben hinten nichts zugelassen und im entscheidenden Moment die Tore erzielt."

Mario Gomez (FC Bayern): "Schade, dass es noch Mannschaften gibt, die so spielen wie Köln. Das habe ich noch erlebt, das war eine Zehnerkette."

Stale Solbakken (Trainer 1. FC Köln): "Die erste Halbzeit war perfekt. Nach dem 0:1 hatten wir nicht mehr die Kraft, um zurückzukommen. Man hat gemerkt, dass es unser drittes Spiel in sechs Tagen war."

Michael Rensing (1. FC Köln): "Wir haben alles versucht, was mit unseren Mitteln möglich war. Das erste Tor hat uns dann gekillt. Ich denke trotzdem, dass wir vernünftig aufgetreten sind."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Die Bayern mit derselben Elf, die zuletzt 2:1 in Stuttgart gewann. Boateng fehlt mit einer Grippe.

Bei Köln hat es Lanig und Matuschyk erwischt (beide ebenfalls Grippe). McKenna spielt für Lanig und gibt in einem extrem defensiven 5-4-1 mit drei Innenverteidigern den Mittelmann der Abwehrkette. Jemal spielt diesmal wieder Linksverteidiger, Sereno neben McKenna zentral.

10.: Ribery zieht nach innen und aus 22 Metern ab - Rensing fischt den Flachschuss aus dem linken Eck.

13.: Bayern spielt eine Ecke von links kurz. Ribery nimmt aus 16 Metern Maß, Geromel geht jedoch mit dem Kopf dazwischen.

14.: Flanke Ribery von links an den Elfmeterpunkt. Gomez köpft mit Anlauf rechts daneben.

34., Gelb-Rot für Ribery: Flanke Robben, Ribery strauchelt im Luftkampf mit Sereno. Der Kölner schickt ein paar Grüße hinterher. Ribery steht auf, beide tauschen Stirn an Stirn Nettigkeiten aus und sehen dafür Gelb. Ribery geht aber nochmal zu Sereno hin, packt ihn am Kragen und bekommt Gelb-Rot.

47.: Flanke Lahm von links an den Elfmeterpunkt. Müller läuft ein, springt aber nur halbherzig in den Ball. Rensing ohne Probleme.

49., 1:0, Gomez: Ballverlust FC in der Vorwärtsbewegung. Tymoschtschuk schickt sofort Müller steil, Makino hebt das Abseits auf. Müller legt im Sechzehner quer, Gomez verwandelt ins leere Tor. 16. Saisontreffer.

63., 2:0, Alaba: Ecke Kroos von links. Der Ball fliegt an zahlreichen Spielern vorbei, bleibt dann aber am Fuß von Alaba kleben, der ihn aus drei Metern locker eindrückt. 2. Saisontor.

72.: Jajalo zieht aus 22 Metern ab - der Ball hoppelt knapp rechts vorbei. Erste echte Chance für Köln.

88., 3:0, Kroos: Alaba legt in Bedrängnis quer auf Kroos, der den Ball technisch perfekt aus der Drehung ins Tor lupft. Erstes Bundesligator seit Oktober 2010.

Fazit: Verdienter Heimsieg für die Münchner, die jedoch eine Halbzeit lang mit dem extremen Defensivverhalten der Kölner nichts anzufangen wussten.

Der Star des Spiels: Anatolij Tymoschtschuk. Verstand es in der ersten Halbzeit, zwei, drei Mal das Tempo anzuziehen, und spielte mit seinem geistesgegenwärtigen Pass auf Müller vor dem 1:0 den wichtigen Dosenöffner für die Münchner. Ansonsten unauffällig, aber mit guter Zweikampfquote und vielen Ballkontakten im Mittelfeld.

Der Flop des Spiels: Franck Ribery. Mit seinem doppelten Gerangel mit Sereno erwies der bis dahin gefährlichste Münchner seinen Kollegen einen Bärendienst: Er fehlt nun beim Spitzenspiel zum Rückrundenauftakt in Mönchengladbach. Wenn Heynckes etwas auf den Tod nicht ausstehen kann, dann sind das Platzverweise aufgrund von Disziplinlosigkeiten - das hatte er nach Boatengs Roter Karte in Hannover mehrfach betont. Schlechter Tag für Ribery: Am Nachmittag wurde zudem bekannt, dass Ribery seinem Ex-Berater rund drei Millionen Euro zahlen muss.

Der Schiedsrichter: Guido Winkmann. Pfiff etwas kleinlich und machte sich speziell mit dem Platzverweis gegen Ribery keine Freunde in der Arena, bewertete die beiden Aktionen aber vollkommen korrekt.

Analyse: Die Münchner kamen gegen neun verteidigende Kölner nur schwer ins Spiel. Dem FCB fehlte es an Tempo und Genauigkeit. Die Außen wurden gedoppelt, Müller und Gomez gingen im Kölner Dickicht verloren. Während Robben diszipliniert seine Seite hielt, um das Spiel breit zu machen, verlor Ribery alsbald die Geduld, zog zu oft in die Mitte und machte so den Raum unnötig eng. Kroos hatte als Sechser zu wenig Zugriff und fehlte als Spielgestalter ein Stück weiter vorne.

Brecko musste beim FC früh angeschlagen runter. Sereno rückte auf die Rechtsverteidigerposition und startete dort seine Privatfehde mit Ribery. Makino spielte an der halbrechten Seite von McKenna. Nach Riberys Platzverweis rückte Müller nach links, die Bayern brachten bis zur Pause aber gar nichts mehr zustande. Neuer wurde indes gar nicht geprüft - das ängstliche Köln war offenbar nicht zum Fußballspielen angereist.

Nach der Halbzeitpause wechselte Robben die Seite. Kurz darauf beschwor Müller dann zweimal durch gezieltes Einlaufen in den Strafraum Chancen herauf, die zweite führte prompt zum 1:0. Köln war nun gefragt, dachte aber zunächst gar nicht daran, sein 5-4-1 aufzugeben und fing sich durch Alaba das nächste Gegentor.

Erst nach dem 0:2 brachte Solbakken mit Freis einen Stürmer, zog zudem McKenna nach vorne und spielte fortan 4-4-2. Podolskis Rückkehr an die alte Wirkungsstätte fiel derweil äußerst diskret aus - Köln einsame Spitze bekam schlicht keine Bälle und wurde nach 68 Minuten angeschlagen ausgewechselt.

Bayern - Köln: Daten zum Spiel

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