Fussball

Jonas Hofmann im Interview: Wie der Gladbach-Kicker zum Subway-Betreiber wurde

Wie ist die alltägliche Arbeitsaufteilung zwischen Ihnen beiden?

Hofmann: Obwohl uns die Läden jeweils zu 50 Prozent gehören, bin ich wegen des Fußballs deutlich weniger involviert als mein Kumpel. Nachdem klar war, dass wir das durchziehen, hat mein Kumpel seinen Posten als Polizist aufgegeben und ist seitdem Vollzeit im Einsatz. Anfangs stand er sogar ganztags hinter der Theke, mittlerweile ist er aber mit administrativen Bürotätigkeiten völlig ausgelastet. Ich habe nur bei der Eröffnung ein paar Sandwiches selbst belegt. Wir stehen täglich miteinander in Kontakt, besprechen und entscheiden alles zusammen.

Wie aufwändig ist die Verwaltung?

Hofmann: Natürlich müssen wir uns viel mit steuerlichen Fragen beschäftigen. Zum Glück kenne ich mit meinen Beratern aus dem Fußballgeschäft fähige Menschen, die uns da helfen. Es gab aber schon auch den einen oder anderen Moment, in dem ich nur dachte: "Das ist jetzt mal wieder typisch deutsche Bürokratie, dass ich dieses Formular auch noch ausfüllen muss." Offenbar geht das nicht ohne.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigt Ihr im Moment?

Hofmann: Pro Laden braucht es zwei, drei Vollzeitkräfte, zwei, drei Teilzeitkräfte und noch einige Aushilfen. Sobald die dritte Filiale eröffnet ist, werden wir etwa 45 Mitarbeiter haben.

Wer führt die Vorstellungsgespräche?

Hofmann: Darum hat sich am Anfang mein Kumpel gekümmert. Mittlerweile haben wir aber in jedem Laden einen eigenen Restaurantmanager, der die Alltagsgeschäfte leitet und somit auch die Vorstellungsgespräche führt. Es ist unser Ziel, dass wir uns nach der Anfangsphase eines jeden Ladens etwas zurückziehen, uns stattdessen um das große Ganze kümmern und neue Pläne schmieden.

Wie viel Selbstbestimmungsrecht hat man als Ladenbetreiber?

Hofmann: Die Zutaten für die Sandwiches sind vorgegeben, genau wie die Gestaltung der Filiale. Zuletzt wurde beispielsweise ein neuer Look entwickelt, den jetzt alle Filialen übernehmen müssen. In anderen Bereichen sind wir aber freier. Wir dürfen uns zum Beispiel eigene Gutscheinaktionen überlegen und auch eigenständig umsetzen.

Dürfen an den Wänden Fußballtrikots oder andere persönliche Erinnerungsstücke aufgehängt werden?

Hofmann: Das weiß ich nicht, ist aber auch nicht relevant, weil ich das ohnehin nicht wollen würde. Dafür bin ich nicht der Typ. Es kommen so schon genug Leute rein, die fragen, ob das mein Laden ist. Darauf muss ich nicht mehr extra hinweisen.

Waren schon mal Mitspieler zu Gast?

Hofmann: Zumindest nicht, dass ich wüsste. Wenn wir mit Gladbach aber auswärts gegen Hoffenheim spielen, lasse ich nach den Spielen immer Sandwiches und Salate in den Mannschaftsbus bringen. Unser Subway in Sinsheim ist schließlich direkt neben dem Stadion.

Welches Sandwich kommt bei den Kollegen am besten an?

Hofmann: Den meisten schmeckt Chicken Teriyaki mit Cheese Oregano am besten. Kein Wunder, das ist auch generell das beliebteste.

Und welches ist Ihr Favorit?

Hofmann: Ich habe natürlich schon jedes einzelne probiert, am liebsten mag ich aber Chicken Fajita mit dunklem Honey Oat Brot. Salatmäßig haue ich bis auf Jalapenos alles drauf, besonders gerne Avocado mit ein bisschen Pfeffer. Bei den Saucen bin ich recht variabel, da wechsle ich nach Lust und Laune.

Wie oft essen Sie bei Subway?

Hofmann: Bei unseren eigenen Läden schaue ich im Schnitt alle ein, zwei Wochen vorbei. Immer, wenn ich in der Heimat bin. Hin und wieder gehe ich aber auch zu einem fremden Subway in Gladbach.

Anfangs meinten Sie, eine Subway-Franchise sei ein "guter Einstieg" in die Gastronomie. Könnten Sie sich vorstellen, irgendwann ein ganz eigenes Restaurant zu eröffnen?

Hofmann: Darüber haben wir uns auch schon unterhalten, aber das ist natürlich anstrengender und risikoreicher, als eine Franchise zu betreiben. Wir sind jetzt mal in diesem Milieu drin und halten die Augen offen.

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