Fussball

Bundesliga: Die wichtigsten Erkenntnisse der Transferperiode

SPOX zeigt die Erkenntnisse der Wintertransferperiode.

Die Wintertransferperiode in der Bundesliga ist beendet. Während die Verantwortlichen des FC Bayern im Gegensatz zu den Entscheidern von Eintracht Frankfurt ihren Worten (noch) keine Taten folgen ließen und Schalke 04 versäumte, eine Großbaustelle zu schließen, fand der Hype um England-Talente seine Fortsetzung.

Seite 1: Bayerns Risiko und der England-Hype

SPOX und Goal liefern die wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Transferwochen.

Zwischen Frust und Überzeugung: Die Bayern gehen Risiko

Abgesehen von dem bereits zu Saisonbeginn eingetüteten Transfer von Kanada-Juwel Alphonso Davies präsentierte der Rekordmeister keinen Neuzugang. Unbeabsichtigt. Sportdirektor Hasan Salihamidzic hatte in den vergangenen Wochen immer wieder angekündigt, den Markt sondieren und die Mannschaft auch im Hinblick auf die neue Saison verstärken zu wollen. "Wir versuchen, etwas zu machen, wissen aber, dass das im Januar immer schwierig ist", warnte Salihamidzic die Bayern-Fans zumindest vor.

Es rankten sich vor allem Gerüchte um Frenkie de Jong, Adrien Rabiot, Lucas Hernandez und Callum Hudson-Odoi. So richtig an Fahrt nahmen aber nur die Gespräche mit Hudson-Odoi auf. Der 18-jährige Engländer war Salihamidzics Transferziel Nummer eins, erhielt aber trotz dessen angriffslustiger Aussagen ("Wir wollen den Spieler unbedingt verpflichten") und einer 39 Millionen Euro hohen Offerte der Münchner keine Freigabe vom FC Chelsea. "Hasan hat sich fast in den Spieler verliebt, von der Qualität her", bestätigte Karl-Heinz Rummenigge am Rande des SpoBis in Düsseldorf das vorerst vergebliche Werben um den Außenstürmer.

Im Sommer wollen die Bayern einen neuen Anlauf bei dem nach wie vor wechselwilligen Hudson-Odoi nehmen. Bis dahin müssen sie mit Arjen Robben, Franck Ribery, Kingsley Coman, Serge Gnabry und Davies auf den Flügeln auskommen. Und ohne einen positionsgetreuen Backup für Robert Lewandowski. Der bisherige, Sandro Wagner, folgte dem Ruf des chinesischen Klubs Tianjin Teda. Natürlich nicht nur aus sportlichen, sondern auch aus finanziellen Gründen. Für Niko Kovac kein Problem: mit Thomas Müller und Gnabry habe man schließlich zwei Akteure, die Lewandowski im Falle des Falles vertreten könnten, sagte der Bayern-Coach auf einer Pressekonferenz.

Ein Risiko birgt der Wagner-Verkauf mit Blick auf das Programm in den kommenden Wochen und Monaten dennoch: Kein Flügelspieler überstand die Hinrunde verletzungsfrei und Müller blühte zumindest in der Vergangenheit nicht unbedingt in der Rolle des Mittelstürmers auf. Umso größer sind Kovacs Hoffnungen, dass Lewandowski fit bleibt. Sonst könnte die weniger erfolgreiche Transferperiode den Bayern noch zum Verhängnis werden.

Nicht nur "CHO": Der England-Hype geht weiter

Dass die Bayern bereit waren, mitten in der Saison 39 Millionen Euro für Huson-Odoi auszugeben, zeigt, wie hoch Talente aus Großbritannien mittlerweile bei deutschen Vereinen im Kurs stehen. Auf "CHO", den nächsten Jadon Sancho, muss die Liga zwar noch warten, dafür kamen kurz vor Transferschluss drei weitere vielversprechende Akteure von der Insel.

Einer ist bereits mit deutschem Boden vertraut: Reece Oxford. Der 20 Jahre junge Innenverteidiger von West Ham United, in der zurückliegenden Spielzeit noch bei Borussia Mönchengladbach "geparkt", unterschrieb am Deadline Day beim krisengeplagten FC Augsburg. Jens Lehmann, der neue Co-Trainer des FCA, hätte in Eddie Nketiah noch gerne ein weiteres England-Juwel verpflichtet. Der 19-jährige Stürmer, den Lehmann noch aus seiner Zeit beim FC Arsenal kennt, blieb letztlich aber in London.

Auch RB Leipzig verstärkte sich, wenngleich ebenfalls nur auf Leihbasis, mit Emile Smith Rowe vom FC Arsenal. Der 18-jährige Linksaußen erweitert die Optionen von Ralf Rangnick in der Offensive, ist extrem schnell und torgefährlich (drei Treffer in sechs Profispielen für die Gunners).

Schalke 04 schnappte sich derweil in Rabbi Matondo einen weiteren Außenstürmer von der Insel. Für den 18-jährigen Waliser überwiesen die Knappen neun Millionen Euro an Manchester City. Eine stolze Summe, wenn man bedenkt, dass Matondo unter Pep Guardiola kein einziges Pflichtspiel für die Profis bestritten hatte. Andererseits: Was in Mode ist, hat nun einmal seinen Preis.

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