Kölns neuer Geschäftsführer Veh: Klassenerhalt wäre ein "Superwunder"

SID
Montag, 11.12.2017 | 13:24 Uhr
Armin Veh hält das Ziel Klassenerhalt für unrealistisch
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Mit großem Tatendrang aber ohne große Hoffnungen auf den Klassenerhalt geht Armin Veh seine Aufgabe beim 1. FC Köln an. Der neue Geschäftsführer Sport weiß, dass der Abstieg kaum zu vermeiden ist.

Armin Veh wählte seine Worte mit Bedacht, mit Durchhalteparolen hielt sich der neue Geschäftsführer Sport des 1. FC Köln erst gar nicht auf. "Ich bin nicht blauäugig, ich weiß, dass wir sehr viel Arbeit haben", sagte Veh bei seiner Vorstellung am Montag über den Abstiegskampf: "Hätten wir gegen Freiburg gewonnen, hätten wir noch eine kleine Chance gehabt. Ich möchte sie nicht in Prozent betiteln. Normalerweise musst du jetzt anders planen. So werde ich die Arbeit auch anfangen."

Veh wirkte nicht niedergeschlagen - im Gegenteil: Im eleganten weißen Hemd und dunkler Weste strahlte er viel Ruhe und Souveränität aus. Er freue sich auf die Aufgabe und habe unzählige Nachrichten von Freunden und Bekannten erhalten, sagte er: "Ich bin 27 Jahre Trainer gewesen. Ich wollte etwas anderes machen und den Trainerjob hinter mir lassen. Es ist ein Job, von dem ich glaube, dass ich mehr verändern kann. Eins ist aber klar: Ich werde nicht auf der Bank sitzen. Sonst sieht es so aus, als wäre ich der Oberaufpasser. Das bin ich nicht."

Doch der 56-Jährige sprach auch die Fakten schonungslos an. Spätestens nach dem dramatischen 3:4 gegen den direkten Konkurrenten SC Freiburg am Sonntag ist der Abstieg wohl nicht mehr zu vermeiden - auch wenn noch 19 Bundesliga-Spiele zu absolvieren sind und erst im Mai die große Europa-League-Party in Köln gefeiert worden war.

"So schnell kann man etwas kaputt machen. Aber das ist Sport", sagte Veh: "Wenn es nicht so sein sollte, dass ein großes Wunder passiert, dann fangen wir in der 2. Bundesliga an. Und dann müssen wir eine Mannschaft auf dem Platz haben, die sofort diese Favoritenrolle annimmt."

Veh: "Werden Bundesliga nicht abschenken"

Sollte es mit dem Klassenerhalt trotz der historisch schlechten Saison mit bislang nur drei Punkten doch etwas werden, wäre das ein "Superwunder", meinte Veh, der die Nachfolge des im Oktober zurückgetretenen Jörg Schmadtke antritt: "Das würde mich natürlich viel mehr freuen, wenn wir in der Liga bleiben würden. Aber ich bin realistisch, was das angeht. Ich muss mir jetzt ein Bild machen, dann werden wir Entscheidungen treffen."

Der ehemalige Stuttgarter Meistertrainer hat keine Anlaufzeit. Schon am Mittwoch (20.30 Uhr) geht es für den FC zum Tabellenführer Bayern München, ehe am Samstag (15.30 Uhr/beide Sky) das nächste Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg wartet.

Spätestens in der Winterpause müssen dann Entscheidungen her - und Veh ist gefordert. Ist Stefan Ruthenbeck tatsächlich nur eine Interimslösung auf der Trainerposition? Wenn ja - wer wird sein Nachfolger? Welche Spieler kommen? Wer würde bei einem Abstieg überhaupt bleiben?

Veh ließ sich bei seiner Vorstellung noch nicht in die Karten schauen. "Ich habe mir meine Gedanken gemacht, aber die werde ich noch nicht teilen. Ich werde nun alles aufarbeiten", kündigte er an: "Seriös und sachlich - aber auch mit Leidenschaft."

Diese Einstellung forderte Veh auch von seinen Spielern. "Die Bundesliga werden wir nicht komplett abschenken. Das kann man nicht tun, das geht nicht. Das ist nicht anständig", sagte er mit Nachdruck: "Dieser Klub ist ein stolzer Klub."

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