Der BVB trifft auf den neuen Konkurrenten RB Leipzig

Der ungewollte Rivale

Mittwoch, 11.10.2017 | 18:44 Uhr
RB Leipzig wurde beim ersten Gastspiel in Dortmund massiv angefeindet
Advertisement
International
So17:00
Topspiel am Sonntag: Tottenham - Liverpool
Ligue 1
St. Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea -
Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Bromwich
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
São Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Championship
Preston -
Aston Villa

Am Samstag (18.30 Uhr im LIVETICKER) spielt Borussia Dortmund in der Bundesliga zum dritten Mal gegen RB Leipzig. Die beiden Vereine pflegen eine ideologische und sportliche Rivalität. Sie handelt von Schals, geschmacklosen Plakaten und Büchlein.

Es fängt ja schon bei vermeintlichen Kleinigkeiten an. Im vergangenen August, die Fans von RB Leipzig gierten gerade nach der ersten Bundesliga-Saison ihres Lieblingsvereins (womöglich erlebten sie aber auch schon eine oder mehrere mit den jeweiligen Vereinen, die sie vor 2009 unterstützten) und die Dortmunder gingen halt in ihre 41. Saison als Bundesligist hintereinander, da hatten die Leipziger Verantwortungsträger eine Idee: Ein Fanschal für das anstehende Spiel gegen Dortmund, für Fans beider Vereine. Links das Logo von RBL, rechts das des BVB.

"Der BVB hatte an einem solchen Schal kein Interesse und hat somit auch nicht die Genehmigung für die Produktion eines solchen Schals erteilt", richtete der BVB aus. Stattdessen ließ Leipzig eben einen selbsternannten "Begegnungsschal" anfertigen. BVB-Logo war keines zu sehen, lediglich der Schriftzug "Dortmund" in weiß auf Rot.

Es war die erste Episode der gemeinsamen Bundesliga-Zugehörigkeit von Dortmund und Leipzig. Und es war eine weitere Episode, die deutlich machte, dass der BVB und seine Fans nichts mit Leipzig zu tun haben wollen.

Boykottierende Fans am Radio

Am 2. Spieltag war der BVB dann in Leipzig zu Gast, aber nicht so zahlreich wie gewohnt. Das Fan-Bündnis "Südtribüne Dortmund" rief zu einem Boykott auf, dem viele nachkamen. In einem Statement hieß es: "Das Konstrukt des Aufsteigers aus Leipzig steht gegen alles, was wir mit Fußball verbinden."

Die boykottierenden BVB-Fans verfolgten das Spiel dann wie ausgemacht in Dortmund am Radio und mussten in der 89. Minute mitanhören, wie Naby Keita das 1:0 für Leipzig erzielte. Diese Niederlage war ein Vorbote für den Verlauf der restlichen Saison, letztlich landete Leipzig vor Dortmund. Ein ideologischer Rivale wurde auch zu einem sportlichen.

Traditionell hat Dortmund mit dem FC Bayern München und dem FC Schalke 04 zwei historisch gewachsene Rivalen. Der bonzige Branchenführer und der nervende Nachbar. Und nun also auch noch der fremdsubventionierte Frischling. Ein Rivale, der aus Sicht von Dortmunds Vorstandsvorsitzendem Hans-Joachim Watzke eigentlich kaum eine Daseinsberechtigung hat: "Bei Rasenballsport, wie sie ja tatsächlich heißen, haben wir das erste Mal den Fall, dass da nichts, aber auch gar nichts historisch gewachsen ist." Als Leipzig im November kurzzeitig die Bundesliga anführte, sagte Watzke: "Wir brauchen diesen Tabellenführer nicht."

Mit allem Werfbarem beworfen

Die Stimmung wurde zunehmend aufgeheizt und ging im Februar beim Rückspiel in Dortmund in Flammen auf, als Dortmunder die angereisten Leipziger Fans tätlich attackierten. Sie wurden mit Pflastersteinen, Flaschen, Eiern, Farbbeuteln oder Leuchtspur-Munition beworfen. Während sachliche Kritik zu rechtfertigen ist, ist es diese völlig unangebrachte Gewalt-Eskalation in keinster Weise. "Ich habe in hasserfüllte Fratzen geschaut, die nichts anderes im Sinn hatten, als die Leipziger anzugreifen", sagte der polizeiliche Einsatzleiter Ed Freyhoff.

"Eine Rivalität gehört sicher dazu, aber wenn es in Gewalt übergeht, passt es nicht", sagte Leipzigs Dominik Kaiser. Die verbale Untermalung dieser Gewalt waren die im Stadion hochgehaltenen geschmacklosen Plakate. Alles in allem wurde Leipzig in Dortmund mit den massivsten Anfeindungen seit der Vereinsgründung konfrontiert. Der Dortmunder 1:0-Sieg geriet dadurch in den Hintergrund.

Über zehn Leipziger Fans mussten im Krankenhaus behandelt werden, 168 Strafverfahren wurden eingeleitet, elf Strafbefehle erlassen und der BVB zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro sowie der Sperrung der Südtribüne für ein Spiel verurteilt. Die beiden Vereine veröffentlichten fünf Tage nach dem Spiel eine gemeinsame Presseerklärung, in der sich der BVB entschuldigte und erklärte, dass "keine sportliche und emotionale Rivalität" diese Vorfälle rechtfertige. Die Beziehungen zwischen den Klubs sollten sich versachlichen, hieß es. Und sie versachlichten sich tatsächlich.

Gehässige Kommentare blieben daraufhin weitestgehend aus, bis auf einen kleinen Exkurs von Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick. "Vor der Partie in Dortmund saß ich in der Kabine und hatte mal Zeit, mir dieses Büchlein anzusehen", erzählte er etwa einen Monat später und meinte mit dem "Büchlein" das Stadionheft. "Das hat 120 Seiten. Und ich habe festgestellt, dass von den 120 Seiten 55 Seiten Werbung waren. Und dann habe ich noch festgestellt, als ich vorne drauf geschaut habe, dass sie dieses Büchlein für zwei Euro verkaufen." Rangnick wollte damit sagen: Überbordende Kommerzialisierung gibt es nicht nur in seinem Verein.

Doppelt so viele Einsatzkräfte, nicht einmal halb so viele Leipziger

Am Samstag hat Rangnick nun erneut die Möglichkeit, sich das Dortmunder Büchlein anzusehen. Leipzig ist zum zweiten Mal für ein Bundesligaspiel in Dortmund zu Gast und alle Beteiligten sind gewarnt. Die Sanktionen für die Vorkommnisse im Februar seien für die Dortmunder Ultra-Gruppierung The Unity "natürlich kein Grund, jetzt klein beizugeben", wie sie in einem Statement verlautbarten. Denn "alles, woraus unser Sport seine Faszination zieht, wird von RasenBallsport mit Füßen getreten". Die Ultras riefen zu einem Protestmarsch auf und verkündeten: "Alles für den BVB und alle gegen Red Bull - jetzt erst recht!"

Aus Angst vor Übergriffen auf die Mannschaft hat Leipzig eigens eine Sicherheitsfirma engagiert, die Dortmunder Polizei stellt derweil mehr als doppelt so viele Einsatzkräfte wie im Februar ab. Die Zahl der Leipziger Auswärtsfans wird dagegen nicht einmal halb so hoch sein wie damals, statt über 8000 werden lediglich knapp 3000 erwartet.

Für diejenigen Leipziger, die im Februar Anzeige erstatteten, wird es ein kostengünstiger Besuch: Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau lädt sie auf Hotelübernachtungen und Eintrittskarten ein. Darüber hinaus soll es einen Empfang im Rathaus und am Sonntag eine kostenlose Führung durch das Fußballmuseum in Dortmund geben.

Ähnliche Fußball-Philosophien

Historische Exponate ihres Vereins werden die Leipziger Fans ob ihrer relativ kurzen Bundesliga-Geschichte dort kaum begutachten können. Am Samstag um 18.30 Uhr bekommen sie dagegen die Gegenwart zu sehen. Mit 13 Punkten nach sieben Spielen legte Leipzig einen soliden Saisonstart hin, mit einem Sieg in Dortmund könnte der Rückstand auf den Tabellenführer auf drei Punkte verkürzt werden. Für den BVB ist Leipzig in dieser Bundesliga-Saison dagegen der erste richtige Härtetest.

Anders als in der vergangenen Saison treffen diesmal zwei ähnliche Fußball-Philosophien aufeinander. Damals spielte Dortmund unter Trainer Thomas Tuchel noch einen ballbesitzorientierten Fußball, unter Peter Bosz wurde er zu einem ballgewinnorientierten ummodelliert. Gegenpressing, Umschaltspiel, schnelle Angriffe. Attribute, die für den BVB unter Bosz genauso wie für die vereinsübergreifende Ausrichtung von RB stehen. In sportlicher Hinsicht.

Vom Glücklichmachen

In vereinspolitischer Hinsicht ist die Ausrichtung von Leipzig laut Watzke dagegen konträr zu der in Dortmund praktizierten. "Da wird Fußball gespielt, um eine Getränkedose zu performen", sagte Watzke vor Monaten. Nach dem Leipziger Sieg gegen Dortmund in der vergangenen Saison konterte Kaiser: "Ich spiele nicht bei RB, um eine Dose zu performen und stehe auch nicht als Dose auf dem Feld. Und dann hätte Dortmund ja auch gegen elf Dosen verloren."

Auch Trainer Ralph Hasenhüttl wollte damals nichts von Dosen-performen wissen, stattdessen verwies er auf das euphorisierte Umfeld in Leipzig: "Man sollte uns schon die Chance geben, die Menschen auf unsere Art und Weise glücklich zu machen."

Diese Art und Weise stößt in großen Teilen Fußball-Deutschlands jedoch auf erhebliche Abneigung, vielleicht nirgendwo mehr als in Dortmund. Dem BVB wächst in der Bundesliga-Spitzengruppe ein Rivale heran, den er eigentlich nicht will.

Aufstellungen Borussia Dortmund und RB Leipzig

BVB: Bürki, Zagadou, Sahin, Yarmolenko, Götze, Toljan, Aubameyang, Philipp, Sokratis, Castro, Toprak

RB Leipzig: Gulácsi - Bernardo, Ilsanker, Upamecano, Halstenberg - Kampl, Keita - Sabitzer (C), Bruma - Poulsen, Augustin

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung