Wer ist hier der Depp?

Freitag, 29.04.2016 | 20:00 Uhr
Andre Schubert holte bisher holte mit seiner Borussia elf Punkte in zwölf Auswärtsspielen
© getty
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Borussia Mönchengladbachs Leistungen auf fremdem Platz wecken Erinnerungen an eine katastrophale Serie in den Saisons 2005/06 und 2006/07. Dabei ist die Situation gar nicht so bedrohlich und, wie die nackten Zahlen belegen, kein reines Schubert-Problem. Der Trainer der Fohlen muss gegen den FC Bayern München (Sa., 15.30 Uhr im LIVETICKER) aber erneut ein Meisterwerk abliefern.

Vor zehn Jahren brachte Borussia Mönchengladbach das seltene Kunststück zu Stande, aus insgesamt 34 Auswärtsspielen genau dreimal als Sieger hervorzugehen. Dem gegenüber standen 24 Niederlagen und ganze 16 von 102 möglichen Punkten. Unter den Fans der Borussia verbreitete sich nach etlichen erfolglosen Trips in die Fremde ein T-Shirt mit der Aufschrift 'Auswärts-Depp'. Auf dem Rücken der umgewandelte Schlachtruf 'Wir fahren weit, wir fahren viel, und wir verlieren jedes Spiel', nebst einer Aufreihung der letzten Pleiten auf fremdem Platz.

Nach dem Verlauf der aktuellen Saison, vor allem aber nach den jüngsten Auftritten in Ingolstadt und Hannover könnte mancher Gladbach-Fan schon geneigt sein, das eigentlich längst tief verstaute Shirt aus irgendeiner Kiste zu kramen. Die Fohlen drohen in der Ferne die Qualifikation für die Champions League zu verspielen. Dabei ist die Situation nicht so düster, wie die nackten Zahlen suggerieren - und schon gar nicht vergleichbar mit der Zeit der Auswärts-Deppen.

Probleme mit den Kleinen

Sicherlich ließen vor allem die Leistungen in Ingolstadt und Hannover jegliches Herzblut, jeglichen Einsatz und den Willen vermissen, unbedingt die Punkte mitnehmen zu wollen. Gladbach tut sich auf fremden Platz besonders dann schwer, wenn die Borussia gegen einen vermeintlich leichten und tiefstehenden Gegner das Spiel machen muss.

Gegen Hannover suchte der Zuschauer vergebens eine wirkliche Spielanlage oder Idee, die keinesfalls sattelfeste Defensive der 96er zu durchbrechen. Eine halbe Torchance in 90 Minuten beim schon zu dem Zeitpunkt fast sicher als Absteiger feststehenden Tabellenletzten ist zu wenig für eine Mannschaft, die den Anspruch hat, im nächsten Jahr international zu spielen.

Ähnliches gilt für die Auftritte in Ingolstadt (0:1), Hoffenheim (3:3), Hamburg (2:3), Augsburg (2:2) und Köln (0:1). In diesen sechs Partien holte Gladbach zwei Punkte. Gemessen an der individuellen Klasse der Teams hätte die Borussia hier mindestens zehn, wenn nicht sogar zwölf Zähler mitnehmen müssen und würde längst als sicherer Champions-League-Teilnehmer feststehen.

Viel Pech in "Sechs-Punkte-Spielen"

Wesentlich bitterer sind allerdings die Ergebnisse in den Stadien der direkten Konkurrenz um die internationalen Plätze. Die Fohlen gingen beim BVB und in Leverkusen unter, verloren auf Schalke, in Wolfsburg und in Mainz. Unter den Top-Teams wurde einzig die Hertha in Berlin geschlagen.

Im Gegensatz zu den Partien bei den vermeintlich kleineren Gegnern hinterließ Gladbach in diesen Spielen aber meist einen guten Eindruck. Das 2:1 auf Schalke Mitte März war einer der glücklichsten Bundesliga-Siege in den letzten Jahren, in Wolfsburg und Mainz war Gladbach klar besser, scheiterte aber an der eigenen Chancenverwertung und letztlich ein Stück weit am Glück.

Der Elf vom Niederrhein kommt es entgegen, wenn der Gegner selbst aktiv am Spiel teilnimmt und den Weg nach vorne sucht, statt sich hinten einzuigeln und auf Konter zu lauern. Nur so kann Gladbach seine größte Stärke, das Umschaltspiel über die pfeilschnellen Außen, zur Geltung bringen. Steht der Gegner tief und lässt die Fohlen kommen, ist das Team von Andre Schubert auf Ideen und Kreativität aus dem Zentrum angewiesen. In Ingolstadt musste Granit Xhaka gelb-rot-gefährdet nach 45 Minuten raus, gegen Hannover fehlte der Kapitän gesperrt komplett. Mahmoud Dahoud vermochte es nicht, dem Spiel alleine entscheidende Impulse zu geben und wurde nach 54. Minuten ausgewechselt. In Mainz fehlten sogar beide.

Seite 1: Nur Probleme mit den tiefstehenden Zwergen

Seite 2: Der mentale Aspekt und der Zwang zum Internationalen

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