Die Fünf von der Bank

Für einige langjährige BVB-Spieler haben sich die Vorzeichen unter Thomas Tuchel geändert
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Jonas Hofmann (23, im Verein seit 2011)

"Hauptsache, ich spiele. Dass ist das, was für mich zählt. Dieses Jahr wird für mich extrem wichtig. Ich will Stammspieler werden - wie jeder andere auch. Darauf arbeite ich hin. Ich möchte mich richtig in der Mannschaft festbeißen und nach dieser Saison sagen können, dass ich ein gestandener Bundesligaspieler geworden bin." Jonas Hofmann machte aus seinen Zielen für die aktuelle Spielzeit im SPOX-Interview vor Saisonstart keinen Hehl.

Nach einem mehr als ordentlichen Start im Sommer, wo ihn Tuchel mehrfach von Beginn an von der Leine ließ und unter anderem als einzige Sturmspitze testete, ist Hofmann mittlerweile völlig außen vor. Die Gründe? Unbekannt. Tuchel, der Hofmann schon als Mainzer Coach zum FSV holen wollte, äußerte sich zu dessen ernüchternder Situation noch nicht öffentlich.

Es ist daher nur eine Randgeschichte, dass Tuchel Hofmann nur wenige Zeigerumdrehungen vor seinem 1:0-Führungstreffer am 5. Spieltag gegen Leverkusen ein von den TV-Mikrofonen deutlich vernehmbares "Jonas, reiß' dich endlich zusammen" entgegen schleuderte.

Seitdem durfte der 23-Jährige nur noch die ersten 45 Minuten des darauffolgenden Spiels in Hoffenheim absolvieren. Nach Spieltag sechs kam keine Bundesligaminute mehr auf seinen Arbeitszettel, gegen Bremen schaffte es Hofmann nicht einmal in den Kader. Chancen erhielt er seitdem nur noch bei zwei Europa-League-Partien, auch beim Rückspiel gegen Qäbälä stand Hofmann nicht auf dem Mannschaftsbogen.

Dabei lassen sich seine Leistungsdaten für einen Reservisten sehen: elf von 22 Pflichtspielen absolviert, sieben von Beginn an, zwei Tore, sechs Assists. Dass Hofmann in vielen anderen Bundesligateams Stammspieler wäre, macht ihn für zahlreiche Vereine interessant.

Hannover 96 soll dazu gehören, die größte Liebeserklärung kam kürzlich allerdings von seinem Jugendverein aus Hoffenheim: "Jonas war mein Lieblings-Spieler in der Jugend. Manchmal bin ich nur wegen ihm zu Jugendspielen gefahren. Dass er nun woanders spielt, tut mir unendlich weh", schwärmt TSG-Boss Dietmar Hopp. Und macht deutlich: "Wir wären bereit, eine angemessene Ablösesumme zu bezahlen, Dortmund wird aber wohl englische Preise aufrufen."

Dass Tuchel seinen einstigen Wunschspieler ziehen lässt, ist trotz der momentan unbefriedigenden Perspektive allerdings unwahrscheinlich. Die Alternativen im Mittelfeld sind nicht besonders umfangreich, Hofmann ist kein schlechter Einwechselspieler.

"Ich will gebraucht werden", sagte Hofmann zu Saisonbeginn. Dieser Wunsch hat in den vergangenen Wochen jedoch einen herben Dämpfer erlitten.

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