Josip Drmic bei Borussia Mönchengladbach

Korrektur einer Ungleichung

Von Daniel Reimann
Freitag, 10.07.2015 | 11:00 Uhr
Josip Drmic stand vergangene Saison nur einmal über 90 Minuten auf dem Platz
© getty
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Mit Josip Drmic' Wechsel zu Borussia Mönchengladbach schließt sich für den Schweizer ein Kreis. Bei der Borussia komplettiert er eine erfolgreiche Achse - und hofft nach dem Abschied von Bayer Leverkusen auf seine erste Bundesliga-Saison ohne Widersprüche.

Nicht weniger als vier Offensivverstärkungen durften es vergangene Saison in Gladbach sein. Andre Hahn, Thorgan Hazard, Ibrahima Traore und Fabian Johnson - ein ordentliches Paket. Doch ein weiterer Wunschspieler von Sportdirektor Max Eberl fehlte darin.

Der unterschrieb stattdessen voller Ambitionen beim Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen. "Das ist ein Traum für jeden Fußball-Profi. Leverkusen hat eine tolle Mannschaft und mich in vielen Gesprächen davon überzeugt, dass es die absolut richtige Entscheidung ist, hierher zu wechseln", schwärmte Josip Drmic damals. Und die Borussia ging leer aus.

"Wir haben uns letztes Jahr schon sehr, sehr intensiv um ihn bemüht. Er hat damals eine andere Entscheidung getroffen", sagt Eberl mittlerweile rückblickend. Beim Werksklub wollte Drmic endlich nicht nur treffen, sondern auch Teil einer erfolgreichen Mannschaft sein.

In der Saison zuvor war er als drittbester Torschütze der Bundesliga an 54 Prozent aller Tore des 1. FC Nürnberg direkt beteiligt gewesen. Doch der Club stieg ab. Als Drmic in der Folge seinen Wechsel zu Bayer bekanntgab, ahnte er noch nicht, dass er dort das Gegenteil seiner Zeit beim FCN erleben sollte.

Lückenfüller und Durchhalteparolen

Anfangs wurde noch ein offener Zweikampf zwischen Stammtorjäger Stefan Kießling und Neuzugang Drmic ausgerufen. Der ein oder andere sah in den Angreifern sogar ein sich gut ergänzendes Sturmduo. Doch letztlich standen sie nur zweimal gemeinsam in der Startelf. Sonst erhielt meist Kießling den Vorzug. Drmic hingegen musste sich mit der Rolle des Lückenfüllers zufrieden geben.

Auch weil er gar nicht so ideal in Roger Schmidts Spielphilosophie hineinpasste. Schmidt verpasste schon dem einstigen Knipser Kießling eine modifizierte Funktion im Sturmzentrum. Unter dem neuen Coach war auch Kießling als vorderste Spitze Teil der kollektiven Gegenpressing-Maschinerie und musste viel weitere Laufwege als jemals zuvor auf sich nehmen.

Eine Rolle, die ebenso wenig auf Drmic passte wie die eines Ballfestmachers, der mit dem Rücken zum Tor seine Mitspieler in Szene setzt. Auch deshalb schien für den 22-Jährigen nie wirklich Platz zu sein. Was blieb, waren Durchhalteparolen von beiden Seiten. Schmidt betonte, selbst Robert Lewandowski habe im ersten Jahr ähnliche Anpassungsprobleme gehabt. "Mein Potenzial sollte groß genug sein, um eine Chance zu bekommen", blieb auch Drmic optimistisch.

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Doch Besserung war nicht in Sicht. Auch nicht, als er im Frühjahr plötzlich häufiger zum Einsatz kam. "In der Rückrunde lief es dann ja zunächst besser, die Presse hat ja schon geschrieben 'Drmic hat Kießling abgelöst'. Aber danach kam wieder ein Umbruch und ich habe wieder nicht gespielt", sagte er konsterniert. Am Ende soll zwischen Drmic und seinem Coach laut Kicker sogar komplette Funkstille geherrscht haben.

Schluss mit dem Entweder-Oder

Es war das Ende eines Kapitels, das dem Schweizer den ultimativen Kontrast zu seiner Zeit in Nürnberg beschert hatte. Seine Mannschaft zeigte eine stabile Saison, das Saisonziel Champions League ist durch den Qualifikationsplatz noch realisierbar und in der Königsklasse wurde das Achtelfinale nur knapp verpasst.

Doch Drmic selbst wurde vom gefeierten Torjäger in Nürnberg zum Bankdrücker bei Bayer degradiert. Eine Situation, die ihn noch weniger zufrieden stellen konnte als die beim FCN. Quasi folgerichtig beendete er das Kapitel Bayer Leverkusen und wechselte für rund zehn Millionen Euro zu den Fohlen. Zu dem Verein, der sich schon ein Jahr zuvor neben Bayer am meisten um ihn bemüht hatte.

Der Kreis schließt sich. "Die Entscheidung ist sehr, sehr schnell gefallen. Ich war unzufrieden bei meinem Ex-Verein", so Drmic. "Ein Spieler will spielen. Ich war fast nur auf der Bank." Bei Gladbach hofft er nun darauf, das Entweder-Oder seiner bisherigen Bundesliga-Karriere beenden zu können. Endlich spielen und erfolgreich sein. Bisher war das stets eine Ungleichung.

Komplettierung einer Achse

Bei seinem neuen Verein wird ihm allerdings gleich eine große Aufgabe zuteil. Er soll keinen Geringeren als Max Kruse ersetzen, der zum Vizemeister VfL Wolfsburg gewechselt ist. Dessen Bilanz in der vergangenen Gladbach-Saison: 24 Scorerpunkte in 42 Pflichtspielen. Auf Drmic warten große Fußstapfen.

Dass er sofort in diese treten kann, scheint zweifelhaft. Angesichts der mangelnden Spielpraxis und des angekratzten Selbstvertrauens sind beim 22-Jährigen Anlaufschwierigkeiten zu erwarten - trotz der Aufbauarbeit von Trainer Lucien Favre.

Immerhin könnte ihm auf dem Platz ein Trio die Eingewöhnung in Gladbach erleichtern. Mit Yann Sommer, Granit Xhaka und Lucien Favre findet der Schweizer gleich drei weitere Landsmänner vor. Er selbst könnte die Achse der Eidgenossen, von denen jeder Einzelne eine äußerst erfolgreiche Saison hinter sich hat, als offensives Element komplettieren.

Extraschichten gegen Anlaufschwierigkeiten

Doch auch Drmic selbst gibt alles dafür, mögliche Anlaufschwierigkeiten zu minimieren. Sogar seinen Sommerurlaub verkürzte er. "Ich habe Lucien Favre angerufen und gefragt, ob es okay ist, wenn ich drei Tage früher aus dem Urlaub komme und schon einsteige. Ich bin ja neu hier, muss mich an alles gewöhnen. Damit kann man nicht früh genug anfangen", so Drmic gegenüber der Bild über das Gespräch mit seinem neuen Trainer.

Mit einem Auge dürfte der Stürmer bereits auf die erste interessante Aufgabe schielen. Beim Telekom Cup am Sonntag am 12. Juli könnte er sich erstmals mit Nachdruck für einen künftigen Stammplatz empfehlen.

Er selbst stellt keine Ansprüche: "Warten wir mal die Trainingswoche ab und was der Coach dazu sagt. Ich habe mich im Urlaub mit meinem Bruder und meinem Onkel fitgehalten", so Drmic. Er betont: "Bereit wäre ich schon. Ich habe mir hier extrem viel vorgenommen." Damit Spielpraxis und mannschaftlicher Erfolg diese Saison endlich kein Widerspruch mehr sein müssen.

Josip Drmic im Steckbrief

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