Mittwoch, 10.12.2014

Schalke-Kapitän Höwedes klärt auf

"Haben kein Charakterproblem"

Genau wie Schalkes Sportvorstand Horst Heldt, der das Thema nach dem 2:4 bei Sporting Lissabon angesprochen hatte, sieht auch Kapitän Benedikt Höwedes innerhalb der Schalker Mannschaft kein Charakterproblem. Gleichzeitig fehle aber manchmal der letzte Biss - gegen Wintertransfers hätte der Abwehrmann nichts einzuwenden.

Benedikt Höwedes sieht kein Charakterproblem in der Schalker Mannschaft
© getty
Benedikt Höwedes sieht kein Charakterproblem in der Schalker Mannschaft

"Ich glaube auch nicht, dass wir ein Charakter-Problem haben - überhaupt nicht. Sonst hätten wir uns in den letzten zwei Jahren nicht immer wieder so stark oben ran gekämpft", stimmte Höwedes in der "Sport Bild" seinem Sportvorstand zu, betonte aber auch: "Ich gebe Horst aber dahingehend recht, dass manchmal die Gier fehlt. Wir kehren teilweise in alte Verhaltensmuster zurück. Wir thematisieren das immer wieder."

So sei es wichtig, noch einen Schritt zu machen, wenn es schon wehtut: "Das sind die Meter, die am Ende entscheiden. Da kann man von Gier sprechen, unbedingten Erfolg zu erlangen. Erfolg zu haben ist einfacher, als Erfolg zu bestätigen. Aber wir sind nicht die einzigen, die mal schwächere Phasen haben - außer Bayern. Trotzdem sind wir punktemäßig schon wieder in einer Region, wo wir hinwollen."

"Mit Di Matteo auf einem guten Weg"

Dabei bewertet er den Trainerwechsel von Jens Keller zu Roberto Di Matteo nach wie vor positiv: "Ich glaube, wir sind mit Roberto Di Matteo auf einem guten Weg. Es gab auch Rückschläge, aber wir haben ein gutes Training, eine gute taktische Ausrichtung. Das wird sich weiterentwickeln. Er hat, soweit das ging, viel mit uns im konditionellen Bereich gearbeitet, da haben wir Fortschritte gemacht."

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So könne das Team "jetzt definitiv mehr intensive Läufe machen während eines Spiels. Wir haben eine klare taktische Ausrichtung, stehen deutlich besser organisiert. Das sind die Punkte, die aus meiner Sicht auffällig sind. An den Feinheiten werden wir sicher im Winter noch arbeiten."

Nach Kellers Entlassung hatte Höwedes den konditionellen Zustand der Mannschaft angeprangert, ruderte aber jetzt erneut zurück: "Das wurde mir, damit hätte ich rechnen können, als üble Nachrede ausgelegt. Aber es war überhaupt nicht meine Absicht, gegen Jens Keller nachzutreten. Er hat gute Arbeit geleistet. Trotzdem waren wir nicht auf dem Fitnesslevel, auf dem wir hätten sein sollen, wenn wir eine Dreifachbelastung aushalten wollen."

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Höwedes hofft auf Winter-Transfers

Um dieses Ziel weiter zu verfolgen, hätte der 26-Jährige auch gegen Verstärkungen im Winter nichts einzuwenden: "Wir verfügen über einen guten Kader, aber jede Mannschaft mit hohen Ansprüchen möchte gerne weitere gute Spieler haben. Wir haben ein enorm hohes Verletzungspech, auf der Bank sitzen zum Teil fast nur U-19- oder Amateurspieler."

Viele Spieler, so Höwedes, "fallen langfristig aus, deshalb muss man sicher darüber nachdenken, ob man noch Spieler verpflichten müsste". Der Kapitän selbst hat aktuell keine Wechselabsichten, betonte aber: "Das Ausland reizt mich. Wann der Punkt dafür gekommen ist, weiß ich nicht. Ich habe mir hier sehr viel aufgebaut, vielleicht ist es irgendwann Zeit für etwas Neues." Das bedeute aber nicht, "dass ich jetzt im Winter oder im Sommer gehe".

Benedikt Höwedes im Steckbrief

Adrian Franke

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