Dienstag, 14.10.2014

Wolfsburg-Coach kritisiert Umgang mit Trainern

Hecking: "Sofort wird alles hinterfragt"

Wolfsburgs Coach Dieter Hecking fordert mehr Zeit für die Trainer und sieht den beim FC Schalke 04 entlassenen Jens Keller als aktuelles Negativbeispiel. Sein Team müsse sich derweil weiter steigern, um im engen Europa-Rennen in der Bundesliga standhalten zu können.

Dieter Hecking ist nicht zufrieden, wie mit Trainern in der Bundesliga umgegangen wird
© getty
Dieter Hecking ist nicht zufrieden, wie mit Trainern in der Bundesliga umgegangen wird

"Als Trainer bekommst Du heute kaum noch Ruhe. Zwei verlorene Spiele, und sofort wird alles hinterfragt", kritisierte Hecking im Gespräch mit "bundesliga.de": "Blicken Sie nach Schalke: Wenn ein Kollege, der unter dem Strich erfolgreich gearbeitet und zweimal in Folge die Champions League erreicht hat, nach sieben Spieltagen bereits hinterfragt wird, ist das sehr bitter."

Trotzdem habe er ein gewisses Verständnis für die Entlassung von Keller: "Wenn man die Argumentation zugrunde legt, dass man sich nicht länger nach jedem verlorenen Spiel eine Trainerdiskussion aufzwingen lassen wollte. Letztlich würde das der Mannschaft sogar noch ein Alibi geben." Dennoch dürfe, so Hecking weiter, "der faire, respektvolle Umgang nicht verloren gehen".

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Daher müsse man kritisch bleiben: "Wenn die Ergebnisse über einen längeren Zeitraum nicht stimmen, wird die Arbeit in Frage gestellt, nicht zuletzt weil von außen der Druck Schritt für Schritt erhöht wird. Irgendwann kommt dann vielleicht auch der Punkt, wo du dich als Trainer selbst fragen musst, ob ein harter Schnitt nicht besser wäre. Ich hatte eine ähnliche Situation in Hannover, wo ich am Ende gesagt habe: Jetzt ist Schluss, es macht keinen Sinn mehr."

Hecking: "Es geht immer noch besser"

Spielerisch erlebte Heckings Team einen durchwachsenen Saisonstart, nach sieben Spielen stehen elf Punkte und der siebte Platz auf dem Konto. "Keine Frage, es geht immer noch besser. Aber man muss berücksichtigen, dass wir sieben und damit die zweitmeisten WM-Fahrer aller Bundesligisten hatten", betonte der 50-Jährige.

Darüber hinaus könne man "durchaus von ungeheurem Verletzungspech sprechen: Gleich in den ersten Tagen hatten wir vier schwere Verletzungen zu beklagen, so dass wir in den ersten fünf Wochen der Vorbereitung kein einziges Mal Elf gegen Elf spielen konnten. Wir waren gezwungen, immer wieder zu improvisieren. Und das ist gerade in der Zeit, in der sich eine Mannschaft einspielen und finden soll, sehr problematisch."

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Warnung vor der TSG

Gleichzeitig müsse der VfL angesichts der starken Konkurrenz aufpassen: "Hoffenheim bestätigt den guten Eindruck, den ich schon vor der Saison hatte. Ich denke, dass das Team von Markus Gisdol in dieser Saison eine gute Rolle spielen wird. Schon in der vergangenen Spielzeit agierte man ja offensiv sehr überzeugend. Und aus den Problemen, die man defensiv hatte, wurden offensichtlich die richtigen Schlüsse gezogen."

Lediglich Bayern und Dortmund seien der Konkurrenz noch eine halbe Stufe voraus, "wenn man alle Mann an Bord hat. Dahinter aber sind es nur Nuancen, die den Unterschied machen können. Es ist die große Qualität der Bundesliga, dass man in jedem Spiel ans Maximum gehen muss."

Daher seien plötzliche Abstürze und Aufstiege möglich: "Die Leistungsdichte ist so groß, dass man schnell im Kreis der Europa-League-Anwärter auftaucht, wenn man mal sieben Punkte aus drei Spielen holt. Wir sollten nicht den Fehler machen, es als selbstverständlich anzusehen, dass wir zu diesen Vereinen gehören."

Der VfL Wolfsburg im Überblick

Adrian Franke

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