Weit entfernt vom Helden-Status

Freitag, 14.03.2014 | 14:20 Uhr
Uli Hoeneß hat seine Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Gefängnis akzeptiert
© getty
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Die Entscheidung von Uli Hoeneß, alle Ämter beim FC Bayern aufzugeben, war alternativlos. Als Macher des Klubs verdient Hoeneß größten Respekt. Mit seiner späten Einsicht kann er sich aber nicht reinwaschen.

"Ich werde diesem Verein mein Leben lang dienen." Diesen Satz hat Uli Hoeneß während seiner fast 45-jährigen Zeit als Spieler, Manager und Präsident des FC Bayern München immer wieder gesagt. Meistens auf emotional aufgeladenen Veranstaltungen, wie der letzten Jahreshauptversammlung des FC Bayern im November 2013.

Man hat ihm diesen Satz immer abgenommen. Kein Spieler, Trainer, Manager, Sportdirektor, Präsident, Vorstands- oder Aufsichtsratsboss hat im deutschen Sport seinen Verein ansatzweise so intensiv mit Haut und Haaren verteidigt wie Hoeneß. Mal grob, mal süffisant, mal überzogen - aber immer ehrlich.

Auch als juristisch verurteilter Steuersünder will Hoeneß seinem Verein dienen. Er will Schaden von ihm abwenden. Das ist ihm mit seinen Rücktritten gerade noch so gelungen. Seine Entscheidung ist alternativlos und hätte schon nach Bekanntwerden der Steueraffäre erfolgen müssen, zumindest mit dem Hinweis, bis zum Gerichtsurteil die Ämter ruhen zu lassen.

FC Bayern verliert seine Seele

Stattdessen suchte Hoeneß weiter die Öffentlichkeit und saß sogar am Abend des zweiten Prozesstages, der für ihn verheerend verlaufen war, auf seinem Tribünenplatz in der Allianz Arena, um seine Bayern gegen Arsenal zu beobachten.

Internationale Pressestimmen zum Fall Hoeneß

Hoeneß war jahrzehntelang beruflich sehr erfolgreich dank seines Geschäftssinns, einer gehörigen Portion Cleverness und Charisma. Er hat sich als Wohltäter verdient gemacht, auch hinter den Kulissen. Er hat den FC Bayern München zu einem der auf allen Ebenen besten Vereine der Welt geführt. All das verdient größten Respekt. Und mit Uli Hoeneß verliert der FC Bayern seine Seele.

Seine Entscheidung, alle Ämter beim FC Bayern ruhen zu lassen, gehört nicht auf die Liste seiner herausragenden Lebensleistungen. Seinen Helden-Status kann Hoeneß dadurch nicht zurückerlangen. Dafür ist zu viel passiert. Dafür hat er zu viele Menschen enttäuscht und zu viele Fehler gemacht.

Dem Menschen Uli Hoeneß kann man nur das Beste wünschen. Häme ist völlig unangebracht und hilft in dieser Angelegenheit auch niemandem weiter.

Tag 4: Hoeneß zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt

Tag 3: Hoeneß hofft auf Einstellung des Verfahrens

Tag 2: Mindestens 27,2 Millionen Euro hinterzogen

Tag 1: Hoeneß legt umfassendes Geständnis ab

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