Positionskämpfe und Systemfehler

Von SPOX
Die Bundesliga samt Javi Martinez und Co. startet am Freitag in die neue Saison
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FSV Mainz 05: Die Verletzung von Niki Zimling, die sich mittlerweile als Schleimbeutelentzündung entpuppt hat, bringt Trainer Thomas Tuchel in Not. Der Däne war zuletzt auf der Zehnerposition gesetzt und zeigte dort in der Vorbereitung sehr gute Ansätze. Yunus Malli durfte Zimling im Pokal bei Fortuna Köln ersetzen - konnte den Ausfall des Dänen aber nicht kompensieren. Was also tun, falls Zimling am Wochenende gegen den VfB Stuttgart auch passen muss? Für Johannes Geis dürfte die Position zu weit vorne angesiedelt sein, der Zugang hat sich nach Elkin Sotos Verletzung einen Platz im defensiven Mittelfeld erkämpft und dabei Kontrahent Christoph Moritz fürs Erste ausgestochen. Als Standardspezialist ist Geis zudem ein wichtiger Eckpfeiler im Team. Vielleicht hat Trainer Tuchel ja aber auch eine ganz andere Idee: Eric Maxim Choupo-Moting ist nach langer Verletzungspause wieder zurück, durfte gegen Köln nach seiner Einwechslung im Sturm ran. Dass der 24-Jährige aber sowohl das Spielverständnis, als auch die Fähigkeiten für die Zehnerposition besitzt, dürfte unstrittig sein. Gut möglich, dass Tuchel seinen besten Techniker eine Linie nach hinten zieht und Choupo-Moting ins offensive Mittelfeld beordert.Werder Bremen: Wenn noch ein Beweises nötig war - das Aus im DFB-Pokal in Saarbrücken hat ihn geliefert. Werder geht erneut in eine Saison, ohne eine echte Hierarchie in der Mannschaft zu haben. Ganz zu schweigen von einem Führungsspieler. Ein ordentlicher Drittligist mit Willen und Herz reicht aus, um dem Team den Scheid abzukaufen. Thomas Eichin hatte nach dem Abgang der beiden besten Spieler Sokratis und Kevin de Bruyne Zukäufe angekündigt, die der Mannschaft sofort weiterhelfen können und über eine gewisse Erfahrung verfügen. Bisher passt lediglich Cedric Makiadi in dieses Schema. Ein verletzungsbedingter Ausfall (Mehmet Ekici in Saarbrücken), und die Statik im Bremer Spiel fällt nahezu komplett in sich zusammen. Neben der Mannschaft, die nach dem dritten Erstrunden-Aus in Folge bei einem Drittligisten ihre Arbeitseinstellung hinterfragen sollte, sind Trainer Robin Dutt und Eichin gefordert, inhaltlich und personell schnell gegenzusteuern. Das propagierte "Vertrauen in den Kader" jedenfalls wurde erstmals schwer erschüttert.

FC Augsburg: Hitz oder Amsif? Die T-Frage ist in Augsburg immer noch nicht final entschieden. Im Pokal durfte Mo Amsif die Vertretung des verletzten Alexander Manninger geben und eigentlich hatte Trainer Markus Weinzierl angekündigt, dass der Keeper des Pokalspiels auch beim Ligaauftakt gegen den BVB im Tor stehen wird. Immerhin bescheinigt der Trainer Amsif "einen guten Rhythmus", dazu war er auch der einzige, der in den letzten Wochen absolut verletzungsfrei jede Einheit mittrainieren konnte. Rivale Hitz dagegen fiel wegen Oberschenkelproblemen einige Tage aus. Es deutet einiges darauf hin, dass Amsif derzeit die Nummer zwei hinter Manninger ist - und am Wochenende sogar abermals die Nummer eins.

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1899 Hoffenheim: So viel kann man jetzt schon sagen: Markus Gisdol hat Wort gehalten. Der Trainer hatte bei seinem Amtsantritt und dann nach erfolgter Rettung in letzter Minute tiefgreifende Kaderveränderungen angekündigt und diese auch rigoros in die Tat umgesetzt. Ist die Schaffung der so genannten Trainingsgruppe 2 mit den aussortierten Tim Wiese, Mathieu Delpierre, Tobias Weis und Eren Derdiyok moralisch grenzwertig sein, so ist sie inhaltlich und fachlich nachzuvollziehen. Dazu hat Gisdol elf Ergänzungsspieler verkauft und im Gegenzug zwölf Spieler aus der eigenen Jugend oder der U 23 nach oben gezogen. Eine bemerkenswerte Zahl, gerade für die ehemaligen Großeinkäufer aus dem Kraichgau. Bisher hat Hoffenheim jedenfalls lediglich drei Spieler von extern zugekauft. Nur Werder Bremen hat weniger Spieler verpflichtet (zwei).Hertha BSC: "Die Pokal-Partie hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Spiel gegen Frankfurt zu tun. Gegen Frankfurt sehen wir eine andere Hertha!" Das sagte Trainer Jos Luhukay nach dem knappen 3:2-Sieg nach Verlängerung beim VfR Neumünster. Was Luhukay trotz aller Beteuerungen gar nicht gefallen haben dürfte, war seine zentrale Mittelfeldachse. Neu-Kapitän Fabian Lustenberger konnte seine Mannschaft nicht führen - weder spielerisch noch verbal. "Es war kein gutes Spiel von mir. Das weiß ich selbst", gab sich der Schweizer selbstkritisch. Davor verzettelte sich Alexander Baumjohann immer wieder in belanglosen Dribblings. In der Bundesliga dürfte dafür erst recht kein Platz sein. Auch der Auftritt von Adrian Ramos im Sturmzentrum war ausbaufähig. Trotzdem sind sowohl Lustenberger, als auch Baumjohann und Ramos wohl gesetzt. Letztere allerdings eher mangels entsprechender Alternativen.

Eintracht Braunschweig: Letzte Saison war Mirko Boland ein Garant für den Aufstieg, jetzt kämpft er um seinen Platz im 18er-Kader. Damit steht Boland aber nicht alleine da. Auch Damir Vrancic, Norman Theuerkauf, Marc Pfitzner und Marcel Correia stehen unter Zugzwang. Sie alle waren bei der Pokalpleite in Bielefeld entweder nur zweite Wahl oder gar nicht erst im Kader. Es sei trotz der Niederlage einer Partie der "vielen Erkenntnisse" gewesen, so Trainer Torsten Lieberknecht. "Aus der wir aber auch Positives mitnehmen können." Besonders im Spielaufbau und in den Abläufen in der Offensive hakte es gewaltig. Marco Caligiuri und Kevin Kratz auf der Doppel-Sechs müssen sich beim Bundesliga-Comeback nach 28 Jahren gegen Bremen noch gewaltig steigern.

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