Bayerns Toni Kroos im Interview

Toni Kroos: "Wir brauchen Lösungen"

Von Für SPOX in Hamburg: Stefan Rommel
Sonntag, 05.02.2012 | 14:58 Uhr
Toni Kroos und der FC Bayern München holten in der Rückrunde vier von neun möglichen Punkten
© Getty
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Toni Kroos und der FC Bayern München haben nach dem 1:1 beim Hamburger SV die Tabellenführung an Borussia Dortmund verloren. Im Interview spricht Kroos über die fehlende Dominanz im Spiel des Rekordmeisters, den Unterschied zum BVB und seine Rolle im defensiven Mittelfeld.

Frage: Herr Kroos, was hat gefehlt, um beim Hamburger SV doch noch einen Sieg zu landen?

Toni Kroos: Wir haben unsere spielerische Überlegenheit nicht in noch mehr Torchancen umgemünzt. Wir haben ganz ordentlich Fußball gespielt, im letzten Drittel waren wir aber zu ungenau.

Frage: Wieder lag die Mannschaft in einem Spiel früh zurück. Woran liegt das?

Kroos: An der fehlenden Konzentration liegt es nicht. Wir haben nur unentschieden gespielt, das müssen wir uns vorwerfen lassen. Wir sind aber insgesamt relativ vernünftig und dominant aufgetreten. Am Selbstvertrauen liegt es also nicht.

Frage: Woran liegt es denn, dass die Bayern ihre Dominanz nicht besser ausspielen können?

Kroos: Ich finde, dass wir uns im Vergleich zur letzten Woche deutlich gesteigert haben. Wir haben relativ schnell nach vorne gespielt, hatten so viel Tempo drin in unserem Spiel. Nur kreieren wir ganz vorne, am Sechzehner, noch nicht die hundertprozentigen Chancen. Wir bleiben da entweder mit dem Dribbling hängen oder bekommen den letzten Pass nicht hin. Wenn man die großen Chancen zählt, war da immer noch Luft nach oben. Daran hapert's noch. Da brauchen wir Lösungen. Aber wenn wir in den Dribblings wieder zwingender werden, schießen wir bald auch schon wieder mehr Tore. Und bis zur Strafraumgrenze haben wir besser gespielt als in den ersten beiden Spielen.

Frage: Wie haben Sie die Leistung des HSV gesehen?

Kroos: Man hat gemerkt, dass sie sich etwas zurecht gelegt hatten. Diesen Plan haben sie dann verfolgt. Hamburg hat mit vielen weiten Bällen gespielt, Petric und Guerrero haben das dann vorne drin auch ziemlich gut gemacht. Sie hatten nicht viele Chancen, aber die wenigen waren doch gut.

Frage: Es war empfindlich kalt. Wie haben Sie die Kälte empfunden?

Kroos: Wir sind ja hier, um uns zu bewegen... Natürlich war es kalt, aber nicht so extrem. Man konnte schon sehr vernünftig Fußball spielen.

Frage: Dortmund ist jetzt an Bayern vorbei. Insgesamt war das kein guter Spieltag, oder?

Kroos: Natürlich nicht. Wenn man Erster ist und danach nur noch Zweiter, kann das nicht gut gelaufen sein.

Frage: Borussia Dortmund ist bärenstark in die Rückrunde gestartet. Haben Sie Angst, dass der BVB ein wenig davonziehen könnte?

Kroos: Das nicht. Aber sie sind jetzt vor uns, weil sie ihre Spiele gewinnen. Wir müssen jetzt aber nur auf uns schauen, wir haben es ja nicht in der Hand, wie Dortmund spielt. Wir sind jetzt hinter dem BVB, das müssen wir wieder ändern.

Frage: Sehen Sie derzeit große Unterschiede zwischen der Dortmunder und der Leistung der Bayern?

Kroos: Ich habe deren Spiel in Nürnberg gesehen. Ich weiß nicht, ob das so viel besser war als unseres.

Frage: Nächste Woche geht's gegen Kaiserslautern. Haben Sie Angst, dass es da wieder nicht mit einem Sieg klappen könnte?

Kroos: Das lasse ich jetzt mal unbeantwortet...

Frage: Sie haben wieder im defensiven Mittelfeld gespielt und nicht auf der Zehn.

Kroos: Das ist nicht meine Entscheidung. Wir haben so gespielt und das hat auch ganz gut geklappt. Wir haben im Mittelfeld viele Zweikämpfe gewonnen, wurden so immer dominanter und haben nach vorne gut angeschoben. Die Auswechslung ist dann letztlich die Entscheidung des Trainers.

Frage: Sie waren aber nicht angeschlagen?

Kroos: Nein, ich habe mich gut gefühlt.

Frage: Am Mittwoch geht's im Pokal nach Stuttgart. Stehen Sie jetzt nach dem Hamburg-Spiel da noch mehr unter Druck?

Kroos: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wir wollen da weiterkommen, das ist unser Ziel. Das war es vor dem Spiel in Hamburg auch schon. Deswegen ist der Druck auch nicht größer.

Toni Kroos im Steckbrief

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