Abflug nach Katar

Bayern startet ins Trainingslager

SID
Sonntag, 01.01.2012 | 13:02 Uhr
Trainer Jupp Heynckes will im Katar dafür sorgen, dass sein Team fit in die Rückrunde geht
© Getty
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Bayern München hat 2012 Großes vor - und wenn der Sonderflug LH 2570 am frühen Montagmorgen in Richtung Katar abhebt, wird vor allem der Traum vom 19. Mai die Delegation des Rekordmeisters begleiten.

"Vielleicht wieder ein guter Tag, um Geschichte zu schreiben", sagte Präsident Uli Hoeneß jüngst mit einem verschmitzten Grinsen im Gesicht.

Es sind noch 139 Tage bis zum Champions-League-Finale im eigenen Stadion, die Weichen für das "Projekt Triple" werden aber in den kommenden neun Tagen unter der Sonne Dohas gestellt. 2011 war "gut", 2012 soll laut Bastian Schweinsteiger aber "perfekt" werden.

"Preise werden im nächsten Jahr verteilt"

"2011 mein bestes Jahr?", fragte der Nationalspieler zuletzt ungläubig im Interview mit der "dapd": "Nein. Wir haben schließlich keinen einzigen Titel gewonnen." Der Hunger ist nach der Durststrecke der vergangenen Saison so groß wie lange nicht mehr.

Bundesliga-Tabellenführer, Viertelfinalist im DFB-Pokal, in der Königsklasse als Gruppenerster in der K.o.-Runde: Die Hausaufgaben wurden in der Hinrunde erfüllt. "Aber wir sind erst bei der Hälfte. Die Preise werden im nächsten halben Jahr verteilt", mahnt Superstar Arjen Robben.

Van Gaals turbulente Zeiten sind vorbei: Harmonie in Doha

Zumindest die Vorzeichen stehen so gut wie lange nicht mehr. Unter Trainer Jupp Heynckes denkt niemand mehr an die Winterpause der Vorsaison zurück. Turbulent statt harmonisch verlief das Trainingslager in Katars Hauptstadt Doha angesichts damals 14 Punkten Rückstand auf Borussia Dortmund.

Der 66 Jahre alte Heynckes aber hat es in den vergangenen Monaten geschafft, "Fußball zu einer Kunst zu erheben", wie Hoeneß seinen alten Freund zuletzt lobte. Auch die Mannschaft strahlt - gut erholt nach Kurzurlauben in die Sonne oder auf die Skipiste - diesen Optimismus aus: "Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass wir eine super Rückrunde spielen werden", sagt etwa Schweinsteiger.

Schweinsteiger ist heiß

Der "Regisseur" des Starensembles brennt nach achtwöchiger Verletzungspause genauso wie Dauerpatient Robben und Sorgenkind Breno besonders auf das harte Schuften. Bei milden 23 Grad und besten äußeren Bedingungen bittet Heynckes seine Garde im Gastgeberland der WM 2022 täglich zweimal auf den Platz. Das Team harmoniert, die Balance stimmt.

"Aber wir müssen daran arbeiten, die Spiele über 90 Minuten zu dominieren", gibt Schweinsteiger vor. Neben einem Test in Katar ist auch ein Spiel in Neu Delhi geplant: Mit dem Freundschaftsspiel gegen die Nationalmannschaft Indiens vor 60.000 Zuschauern wollen die Bayern ihre Marke auf dem zweitgrößten Markt der Welt stärken.

Kader bleibt bestehen - auch Olic und Pranjic sollen bleiben

Ohne Nebenkriegsschauplätze bleibt die Konzentration in diesem Jahr auf dem Platz. Transfer-Coups sind ohnehin nicht zu erwarten: "Mit dem aktuellen Kader werden wir in die Rückrunde gehen, weil wir ihm total vertrauen", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger. 44 Millionen Euro hatten die Bayern nach der Titelflaute im Sommer in die Mannschaft gepumpt, jetzt sehen sie keinen weiteren Handlungsbedarf.

Auch den wechselwilligen kroatischen Nationalspielern Daniel Pranjic und Ivica Olic erteilte Nerlinger zuletzt eine Absage. Gespräche wie etwa mit Robben (Vertrag bis 2013) sollen erst in den kommenden Wochen geführt werden, über Neuverpflichtungen wie die hoch gehandelten Jung-Nationalspieler Marco Reus und Mario Götze wird im Sommer geredet.

Dann vielleicht mit einem Argument mehr in der Hand: Den acht Kilo schweren Henkelpokal, die Trophäe der Königsklasse. "Ein Ansporn", wie Schweinsteiger sagt...

Bayern München auf einen Blick

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