Ein Wiedersehen am Abgrund

SID
Freitag, 25.02.2011 | 10:27 Uhr
Dieter Hoeneß (l.) und Lucien Favre kennen sich aus gemeinsamen Tagen bei Hertha BSC
© Getty
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Ihr Wiedersehen steht unter keinem guten Stern. Wolfsburg-Manager Dieter Hoeneß und Mönchengladbachs Coach Lucien Favre sind im Kellerduell mit ihren Teams zum Siegen verdammt.

Verschworen, verkracht, vertragen: Dieter Hoeneß und Lucien Favre verbindet eine wechselhafte Vergangenheit. Am Freitag sehen sich der Manager des VfL Wolfsburg und der Trainer von Borussia Mönchengladbach erstmals seit ihrem Machtkampf vor 20 Monaten in der Bundesliga wieder - und das unter keinem guten Stern: Im Kellerduell (20.15 Uhr im LIVE-TICKER) kann sich niemand eine Niederlage erlauben.

"Dieses Spiel ist ungeheuer wichtig - für beide Mannschaften", sagt Hoeneß. Ex-Meister Wolfsburg ist nach vier Pleiten in Serie auf Rang 15 abgerutscht und kämpft mittlerweile ums nackte Überleben. Beim Schlusslicht Gladbach ist die Not noch größer. "Wolfsburg ist einer unserer Konkurrenten. Deshalb müssen wir da punkten", sagt Favre.

Favre ließ bei seinem Debüt mit dem 2:1-Erfolg gegen Schalke am vergangenen Wochenende aufhorchen. Eigentlich bekannt als jemand, der lange Eingewöhnungsphasen benötigt, brachte der 53-Jährige in nur einem Spiel die Hoffnung zurück nach Gladbach. "Wenn wir in Wolfsburg gewinnen, sind wir wieder richtig dran", sagt Patrick Hermann. Der Mittelfeldspieler gehört wie die wiedererstarkten Offensivkräfte Mo Idrissou und Juan Arango zu den Gewinnern unter Favre.

Klare Verhältnisse zwischen den Alpha-Tieren

Dass Eidgenosse Favre in Sachen Taktik und Spielanalyse ein herausragender Fachmann ist, war hierzulande zuerst Dieter Hoeneß aufgefallen. Der damalige Hertha-Manager holte den Trainer-Nobody 2007 an die Spree. Gemeinsam spielte man in der Saison 2008/2009 sogar um den Titel, ehe zwischen den Alpha-Tieren ein Machtkampf ausbrach. Hoeneß verlor und musste nach 13 Jahren gehen.

"Unser Verhältnis ist bereinigt. Wir haben uns ausgesprochen", sagt Hoeneß heute. Nachdem sich Favre beim VfL-Manager entschuldigt hatte, soll der Schweizer in Wolfsburg sogar als Nachfolger des glücklosen Steve McClaren im Gespräch gewesen sein. Angeblich war Favre schon im Privatjet zu Gesprächen in die VW-Stadt gedüst, ehe er sich doch für den Traditionsklub vom Niederrhein entschied.

Statt Favre hat nun Pierre Littbarski in Wolfsburg das Sagen - bislang ohne Erfolg. Der Weltmeister von 1990 kassierte in zwei Spielen zwei Niederlagen, obwohl sein Team zuletzt beim 1:2 in Freiburg verbessert auftrat. Für den Weltenbummler ist die Lage klar: "Wir spielen gegen eine Mannschaft, die wir schlagen müssen und auch schlagen können."

Hoeneß: "Litti macht einen guten Job"

Littbarskis Chef Hoeneß sah sich unter der Woche bemüßigt, seinem Interimstrainer den Rücken zu stärken. "Litti" mache einen guten Job, sagte Hoeneß. Der Manager erteilte damit einer Blitzverpflichtung von "Retter" Hans Meyer eine Absage. Sollte Littbarski allerdings die Erfolgsspur alsbald nicht finden, ist auch der Ex-Profi nicht mehr zu halten. Einen Abstieg kann sich auch Hoeneß in Wolfsburg nicht erlauben.

Ausgerechnet zum Kellerduell müssen die "Wölfe" auf wichtige Spieler verzichten. Zwar kommen Innenverteidiger Simon Kjaer und Angreifer Mario Mandzukic zurück, doch mit Torwart Diego Benaglio (Rückenprobleme), Mittelfeldspieler Josue (Oberschenkel) und Stürmer Grafite (krank) fallen Leistungsträger aus. Bei Gladbach kann Marco Reus nach einer Fersenprellung auflaufen. Im Tor erhält Logan Bailly wieder den Vorzug vor Christofer Heimeroth.

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