Mittwoch, 28.03.2012

Jura-Professor Mark Pieth: Externe sollen Schlüsselpositionen bekommen

Radikale Reformpläne für die FIFA

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger lässt sich noch ein bisschen Zeit mit einer Einschätzung zu den Reformplänen des Baseler Strafrechtsprofessors Mark Pieth. Die Eckpunkte liegen dem Fußball-Weltverband FIFA zwar schon vor, doch wie es die Etikette der vermeintlichen Fußball-Familie unter ihrem Oberhaupt Joseph Blatter verlangt, wird man sich erst nach einem zweitägigen Meeting am Freitag auf eine gemeinsame Sprachregelung zu den Plänen festlegen.

Sepp Blatter: Ein Präsident mit Licht und Schatten
© Getty
Sepp Blatter: Ein Präsident mit Licht und Schatten

Und was FIFA-Exekutivmitglied Zwanziger dann sagen wird, dürfte aufschlussreich sein.

Denn Pieth will, so hat er dies am Anfang der Woche aus seinem Baseler Büro ausrichten lassen, nicht weniger als die "Struktur im Weltverband erneuern". Er schlägt unter anderem vor, dass Personen von außerhalb bei der FIFA Schlüsselpositionen einnehmen sollen - speziell im FIFA-Ethikkomitee, das seinem Namen bislang nicht verdient.

Sauberes Geschäftsverhalten ist so ziemlich das Letzte, was man mit der FIFA assoziiert. Der Fußball-Weltverband hatte den Jura-Professor im November 2011 mit der Leitung des Komitees zur Ausarbeitung von Reformen beim Verband beauftragt. Nun fordert Pieth, dass die FIFA endlich reinen Tisch machen soll in der Affäre um den 2001 pleite gegangenen

Diese Männer bestimmen über die Regeln
Es war einmal im Jahre 1886: Das International Football Association Board (IFAB) wird gegründet. Seine Aufgabe: Die Änderung bzw. Beschließung von Fußballregeln
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Es war einmal im Jahre 1886: Das International Football Association Board (IFAB) wird gegründet. Seine Aufgabe: Die Änderung bzw. Beschließung von Fußballregeln
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Neben vier FIFA-Mitgliedern sind je ein Vertreter der Verbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland bei den Treffen dabei. Wie David Bernstein (l.) als FA-Vorsitzender
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Neben vier FIFA-Mitgliedern sind je ein Vertreter der Verbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland bei den Treffen dabei. Wie David Bernstein (l.) als FA-Vorsitzender
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Stewart Regan (l.) hat seit dem 28. Juli 2010 das Sagen im schottischen Fußball. Nicht schlecht für jemanden, der einst in der Brauereiwirtschaft tätig war
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Keep smilin': Jim Shaw (r.), seit November 2010 der starke Mann im nordirischen Fußball. Von den vier britischen Verbänden fehlt ein Foto des Waliser Verbandschefs Philip Pritchard
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Sepp Blatter darf als FIFA-Präsident natürlich nicht fehlen und hat beim International Football Association Board ebenfalls Stimmrecht
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In Sachen Amtszeit schlägt Angel Maria Villar (l.) sogar Blatter: Seit 1988 ist er spanischer Verbandspräsident. Zudem ist er der Vorsitzende der FIFA-Schiedsrichter-Kommission
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Ebenfalls mit dabei: FIFA-Generelsekretär Jerome Valcke. Ein weiteres Exekutiv-Mitglied besitzt das vierte FIFA-Votum
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Sportrechtevermarkter ISL/ISMM: Schmiergelder in Höhen von Rund 140 Millionen Franken hatte die Agentur an Sportfunktionäre, darunter auch hochrangige FIFA-Mitglieder, gezahlt. Nun gibt es eine Akte, in welcher das Korruptionsgeflecht dokumentiert ist. Sie wird aber wegen der Klagen zweier anonymer Parteien unter Verschluss gehalten.

Pieth über FIFA-Spitze: "Sie haben einen fürchterlichen Ruf"

Pieth verlangt, dass das Papier schnellstmöglich im Namen der Transparenz veröffentlicht wird. Über die Herren in der FIFA-Spitze sagt er: "Sie haben einen fürchterlichen Ruf."

Und er hat auch einen guten Rat an Präsident Blatter und dessen Gefolgsleute: "Wenn sie schlau sind, werden sie unsere Vorschläge annehmen." Die Möglichkeit dazu besteht am 25. Mai dieses Jahres, wenn die FIFA bei ihrem Kongress in Budapest über das Papier von Pieths sogenanntem "Governance-Komitee" abstimmen wird.

Nach seiner Berufung sah sich Pieth schnell heftiger Kritik ausgesetzt. Der Hauptvorwurf: Er würde den Fokus nicht auf die heikle Aufarbeitung der Vergangenheit legen, sondern wohlklingende Devisen für die Zukunft ausgeben.

Als "frommen Reformer" bezeichnete ihn jüngst die "Süddeutsche Zeitung". Womöglich tut man Pieth damit Unrecht. Blatter wird 2015 abtreten, und er wird sich am Ende seiner dann 17-jährigen Amtszeit als FIFA-Präsident nicht nachsagen lassen wollen, zu viel falsch gemacht zu haben.

Die WM-Qualifikation in der Übersicht

 


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Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger lässt sich noch ein bisschen Zeit mit einer Einschätzung zu den Reformplänen des Baseler Strafrechtsprofessors Mark Pieth.

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