Japan-GP: Sebastian Vettel ist zurück

Neuer Fahrstil verdrängt Mecker-Seb

Freitag, 03.10.2014 | 19:30 Uhr
Sebastian Vettel kann wieder lachen, selbst wenn er wie in Suzuka im Regen steht
© getty
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
National Rugby League
DoLive
Eels -
Bulldogs
AEGON International Women Single
DoLive
WTA Eastbourne: Viertelfinals
DAZN ONLY Golf Channel
DoLive
Golf Central Daily -
29. Juni
Hockey World League
Do13:15
Neuseeland -
Italien (Damen)
Boodles Challenge
Do13:30
The Boodles: Tag 3
Hockey World League
Do15:30
Australien -
China (Damen)
Hockey World League
Do17:45
Niederlande -
Spanien (Damen)
MLB
Do18:10
Indians -
Rangers
Hockey World League
Do20:00
Südkorea -
Belgien (Damen)
MLB
Fr02:10
White Sox -
Yankees
National Rugby League
Fr11:50
Broncos -
Storm
AEGON International Women Single
Fr12:00
WTA Eastbourne: Halbfinals
DAZN ONLY Golf Channel
Fr12:00
Golf Central Daily -
30. Juni
Boodles Challenge
Fr13:30
The Boodles: Tag 4
MLB
Sa01:10
Reds -
Cubs
MLB
Sa02:10
White Sox -
Rangers
MLB
Sa02:15
Royals -
Twins
MLB
Sa04:07
Angels -
Mariners
DAZN ONLY Golf Channel
Sa12:00
Golf Central Daily -
01. Juli
J1 League
Sa12:00
Urawa -
Hiroshima
J1 League
Sa12:00
Kawasaki -
Kobe
AEGON International Women Single
Sa13:15
WTA Eastbourne: Finale
CSL
Sa13:35
Jiangsu Suning -
Shanghai SIPG
Boodles Challenge
Sa14:00
The Boodles: Tag 5
Allsvenskan
Sa16:00
Malmö -
Eskilstuna
MLB
Sa20:10
White Sox -
Rangers
MLB
Sa22:10
Brewers -
Marlins
MLB
So04:07
Angels -
Mariners
National Rugby League
So08:00
Rabbitohs -
Panthers
CSL
So13:35
Tianjin Quanjian -
Guangzhou Evergrande
MLB
So19:10
Reds -
Cubs
MLB
So20:10
Astros -
Yankees
MLB
So20:10
White Sox -
Rangers
MLB
So20:10
Brewers -
Marlins
Serie A
So21:00
Flamengo -
Sao Paulo
MLB
Di00:05
Nationals -
Mets
Serie A
Di01:00
Fluminense -
Chapecoense
MLB
Di01:05
Yankees -
Blue Jays
MLB
Di01:15
Cardinals -
Marlins
MLB
Di02:10
Twins -
Angels
MLB
Di19:05
Yankees -
Blue Jays
MLB
Di20:15
Cardinals -
Marlins
MLB
Di20:20
Cubs -
Bay Rays
J1 League
Mi12:00
Kawasaki -
Urawa
MLB
Mi19:05
Yankees -
Blue Jays
MLB
Do01:35
Braves -
Astros
MLB
Do02:15
Cardinals -
Marlins
MLB
Do04:10
Mariners -
Royals
Shanghai Darts Masters
Do13:00
Shanghai Darts Masters -
Tag 1
MLB
Do19:45
Cardinals -
Marlins
MLB
Fr01:05
Nationals -
Braves
MLB
Fr01:07
Blue Jays -
Astros
MLB
Fr02:10
Twins -
Orioles
National Rugby League
Fr11:50
Roosters -
Rabbitohs
Shanghai Darts Masters
Fr13:00
Shanghai Darts Masters -
Tag 2
MLB
Sa01:07
Blue Jays -
Astros
MLB
Sa04:10
Mariners -
Athletics
MLB
Sa04:15
Giants -
Marlins
National Rugby League
Sa09:30
Panthers -
Sea Eagles
J1 League
Sa12:00
Vissel Kobe -
Vegalta Sendai
CSL
Sa13:35
Beijing Guoan -
Guangzhou Evergrande
Hockey World League
Sa14:00
Pool A: Deutschland -
Polen (Damen)
Hockey World League
Sa16:00
Pool B: USA -
Chile (Damen)
MLB
Sa19:05
Yankees -
Brewers
Serie A
So00:00
Corinthians -
Ponte Preta
MLB
So01:15
Cubs -
Pirates
J1 League
So11:30
Urawa -
Nigata
Hockey World League
So12:00
Pool A: Neuseeland -
Frankreich (Herren)
CSL
So13:35
Tianjin -
Shandong
Hockey World League
So14:00
Pool A: Spanien -
Japan (Herren)
MLB
So19:05
Yankees -
Brewers
MLB
So19:07
Blue Jays -
Astros
Serie A
So21:00
Cruzeiro -
Palmeiras
MLB
So21:05
Rangers -
Angels
IndyCar Series
So23:30
Iowa Corn 300
Serie A
Mo00:00
Santos -
Sao Paulo
Hockey World League
Mo12:00
Pool B: Argentinien -
Chile (Damen)
Hockey World League
Mo14:00
Pool A: Deutschland -
Irland (Damen)
Hockey World League
Mo16:00
Pool A: England -
Polen (Damen)
Allsvenskan
Mo19:00
Göteborg -
Halmstad
Hockey World League
Di12:00
Pool A: Neuseeland -
Japan (Herren)
Hockey World League
Di14:00
Pool A: Australien -
Frankreich (Herren)
Hockey World League
Di16:00
Pool B: Deutschland -
Ägypten (Herren)
Hockey World League
Di18:00
Pool B: Belgien -
Irland (Herren)
MLB
Mi02:00
All-Star Game: National League -
American League
Hockey World League
Mi12:00
Pool B: Indien -
Chile (Damen)
Hockey World League
Mi14:00
Pool A: Irland -
Polen (Damen)
Hockey World League
Mi16:00
Pool A: Japan -
England (Damen)
Hockey World League
Mi18:00
Pool B: Südafrika -
Argentinien (Damen)
Club Friendlies
Do02:00
Sydney -
Arsenal

Unabhängig von den Wechsel-Gerüchten zu Ferrari und der Bekanntgabe des Abschieds von Red Bull: Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel musste sich in der Saison 2014 zahlreiche negative Kommentare anhören. Der Champion der letzten vier Jahre überzeugt nicht, hängt hinter seinem vermeintlich unerfahrenen Teamkollegen Daniel Ricciardo zurück und fiel lange mehr durch mosern als durchs Fahren auf. Der Grund für die Probleme war aber nicht nur die schwache Renault-Powerunit des Red Bull sondern auch der Heppenheimer selbst.

"Der Sound ist scheiße", lautete eine der ersten Sätze, mit denen Vettel in die Saison startete: "Auch für die Fans auf den Tribünen wäre es besser, wenn man den Motor und nicht die Reifen quietschen hört. Wir sind ja nicht auf dem ADAC-Übungsplatz."

Doch das Thema Lautstärke, das mit Saisonverlauf immer mehr in den Hintergrund getreten ist, weil sich die Zuschauer daran gewöhnt haben, war nicht der einzige Kritikpunkt. Vettel wollte sich nicht mit der Hybrid-Technik anfreunden.

Schon nach dem Australien-GP hatte er genug: "Es gibt ein paar Dinge, die mir nicht gefallen. Aber letzten Endes schreibe ich die Regeln nicht, sonst hätten wir jetzt einen schönen V12 im Heck. Den ganzen Batteriekram würden wir im Handy lassen. Da wo er hingehört und nicht in ein Rennauto."

'Früher war alles besser' lautete die Maxime. Veränderungen? Weiterentwicklung? Anpassung an die Realität der Automobilbranche? Nein, danke. Typisch deutsch, könnte man sagen. Vettel wollte weiter seinen Weg gehen, den des erfolgreichsten Formel-1-Rennfahrers seit Michael Schumacher.

Frust kam zwangsläufig

Dass die lange feststehenden Regeländerungen ihn daran hindern würden, wusste er da schon, nach den Wintertests musste der Frust sich zwangsläufig einstellen. Während Mercedes die Marke von 5000 absolvierten Kilometern nur marginal verpasste, standen bei Red Bull gerade mal 1705 Kilometer auf den Uhren.

Die fehlende Zuverlässigkeit, die unter anderem zu den Ausfällen in Australien, Monaco und Großbritannien führte, war aber nicht der einzige Grund. Ihm fehlte die Lust. "Wenn ich er wäre, würde ich beweisen, dass ich mit jedem Regelwerk und mit einem neuen Auto gewinnen kann. Das wäre die beste Antwort", hatte Alain Prost schon im November 2013 gesagt.

Der Ratschlag ging nicht auf. Zwar arbeitete das Team in Milton Keynes hart, um zusammen mit dem französischen Hersteller die Power Unit zu verbessern. Einen extremen Leistungszuwachs konnten die Ingenieure aufgrund der Homologation allerdings nicht herausholen.

Nur Ricciardo nutzte Verbesserungen

"Es ist nicht ein einzelner Schritt, der uns wieder dort hinbringt, wo wir waren - an die Spitze. Das ist harte Arbeit. Wenn wir das dann erreicht haben, wird sich alles wieder viel besser anfühlen", sagte Vettel nach dem Großbritannien-GP. Das Auto wurde immer besser, fahrbarer. Ausnutzen konnte das aber nur Daniel Ricciardo mit seinen Siegen in Kanada, Ungarn und Belgien.

Sebastian Vettel im Interview: "Ich hinterfrage mich immer"

Vettel dagegen kämpfte ohne Erfolg: In Montreal kostete ihm ein Fehler des Teams den ersten Sieg eines Nicht-Silberpfeils. Das Stigma, nur mit einem übergelegenen Auto gewinnen zu können, haftet ihm seit Jahren an. 2014 konnte er es bisher nicht widerlegen. Die Kritik am 27-jährigen Titelverteidiger sei "zum größten Teil überzogen und unfair" betonte Motorsportberater Helmut Marko jedoch.

"Sebastian kann um Probleme einfach herumfahren, ist extrem schnell mit Autos, die schwer zu beherrschen sind", erklärte sein früherer Toto-Rosso-Teamkollege Sebastien Bourdais. Die außergewöhnliche Fahrzeugkontrolle wirkte sich im Hybrid-Zeitalter allerdings negativ aus.

Vettels Fahrstil kostete Energie

2014 geht es wie noch nie zuvor darum, den Hybridantrieb perfekt zu nutzen. Vor der Kurve muss beim Bremsen Energie zurückgewonnen werden, teils das Gaspedal früher als fahrerisch nötig gelupft werden. Doch Vettels größte Stärke war immer, seinen Konkurrenten auf der Bremse Zeit abzunehmen.

"Er ist ohnehin ein Meister der langsamen Kurven und dazu hat er den angeblasenen Unterboden besser zum Arbeiten gebracht als ich", gab selbst Erzfeind Mark Webber nach seinem Formel-1-Aus bei "Motor Sport" zu. Vettel war schneller am Kurveneingang und schneller wieder auf dem Gas als jeder andere Fahrer - und zwar voll, nicht dosiert.

Doch 2014 kehrte sich der Vorteil in einen Nachteil um: Wer ganz spät bremst, hat beim frühen Beschleunigen nicht genug elektrische Energie zur Verfügung. Zudem ist durch den geringeren Anpressdruck am Heck die Gefahr durchdrehender Reifen höher. Das steigert den Verschleiß und lässt die Zeiten im Rennen schnell einbrechen. "Es macht nicht was ich will", stellte der Weltmeister immer wieder fest.

Das Fahren neu gelernt

"Sebastian hat eine ganz besondere Art zu fahren. Wenn wir das Auto seinem Fahrstil anpassen können, dann ist er sehr effektiv. Wenn nicht, kann er es nicht nutzen", räumte selbst Technikdirektor Adrian Newey ein. Vettel musste seinen Fahrstil gewaltig umstellen. Allein, durch die dauernden Zuverlässigkeitsprobleme zu Saisonbeginn fehlte ihm dazu die Chance. Wer nicht fährt, kann nichts anderes ausprobieren.

"Geduld ist nicht gerade meine Stärke", hatte Vettel schon vor Jahren eingeräumt. Mittlerweile ist der Knoten aber geplatzt. Von den letzten acht Duellen im Qualifying hat der Deutsche sechs gegen Ricciardo gewonnen. Der Fahrstil passt für die Energierückgewinnung. Auf der rechtwinkligen Strecke von Singapur kam Vettel zudem mit dem Reifenverschleiß wesentlich besser zurecht.

GP-kompakt: Fällt Suzuka ins Wasser?

Der Aufschwung kommt zur rechten Zeit. Suzuka ist quasi Vettels zweites Zuhause. Die letzten fünf Pole Positions holte allesamt Red Bull, viermal stand der Deutsche ganz vorne. Mit vier Siegen ist er auf dem Kurs zudem der zweiterfolgreichste Fahrer nach Michael Schumacher.

"Wir haben das Potenzial dieses Wochenende wieder auf das Podest zu fahren", gibt er sich mittlerweile wieder forscher: "Die Strecke passt sehr gut zu mir und dem Auto. Wir haben ein enormes Potential und kommen immer näher an das Optimum heran. Ich bin sicher, dass es für mich in den nächsten Rennen besser laufen wird." Der alte Vettel ist zurück - ohne Meckerei, mit viel Optimismus und Selbstbewusstsein.

Sebastian Vettel im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung