Überrollbügel für F-1-Bolliden?

Von SPOX
Freitag, 18.05.2012 | 12:05 Uhr
Sebastian Vettel und Kollegen könnten bald mit einem Überrollbügel am Auto an den Start gehen
© Getty

Charlie Whiting, Renndirektor der FIA, bestätigt Berichte, wonach es in naher Zukunft einen zusätzlichen Kopfschutz für die Fahrer geben soll. Williams dementiert Gerüchte um eine Ablösung von Bruno Senna und Sebastian Vettel spricht über die bisher "verrückte" Saison. Außerdem: Pastor Maldonado ist heiß auf Monaco.

Neuer Kopfschutz soll eingeführt werden

Wie Renndirektor Charlie Whiting der "BBC" bestätigte, testet die FIA derzeit unterschiedliche Methoden für einen verbesserten Kopfschutz für die Fahrer.

"Es muss etwas geben, das die Köpfe der Fahrer davor schützt, von einem Reifen getroffen zu werden", sagte der 60-Jährige und ergänzte, dass die wahrscheinlichste Lösung ein Überrollbügel sei.

Zugleich betonte Whiting, dass zuerst weiter getestet und geforscht werden solle, bevor man eine endgültige Lösung präsentiere. Im FIA Institut wurden bisher zwei Variante getestet: eine jet-ähnliche Abdeckhaube und eben ein Überrollbügel aus Titan. Der lieferte in den Tests die besten Ergebnisse. Der heranfliegende Reifen wurde sowohl abgeblockt als auch abgebremst, während bei der Abdeckhaube Risse entstanden.

Kritiken, ein Überrollbügel sei "gegen die Tradition" erwies Whiting eine Absage. Man müsse alles unternehmen, um Unfälle wie die von Felipe Massa 2009 in Ungarn zukünftig zu verhindern.

Williams dementiert Gerüchte um Senna-Ablösung

Finnischen Medien berichteten vergangenes Wochenende, dass Frank Williams gegenüber Mika Salo angekündigt habe, dass Testfahrer Valtteri Bottas möglichst schnell Rennen fahren solle. Salo schloss daraus, dass Bottas eventuell noch in dieser Saison das Cockpit von Bruno Senna übernehmen könnte.

Senna, so wird gemunkelt, habe das Williams-Cockpit nur noch bis zum Kanada-Grandprix sicher, bis dahin haben seine Sponsoren angeblich das Geld überwiesen. Danach sei entweder eine neue Tranche fällig, oder Senna müsse gehen. Diese Gerüchte bezeichnete Williams-Großaktionär Toto Wolff nun als Quatsch.

"Wir ersetzen gar niemanden", stellte Wolff klar und ergänzte: "Wir haben Verträge mit zwei Fahrern und wir unterstützen unsere Fahrer, so gut wir können. Valtteri durchläuft eine Entwicklung, eine Ausbildung, und die Entscheidung, ihn an den Freitagen fahren zu lassen, war auch wohl überlegt. Wir werden ihn nicht verheizen, indem wir ihn in eine Situation bringen, die derzeit nicht angemessen ist. Also: Unsinn!"

Vettel überrascht über verrückte Saison

In einem Interview mit "AutoMotorSport" gestand Sebastian Vettel, dass er viel Geld auf Williams gesetzt hätte, wenn ihm vor dem Wochenende jemand gesagt hätte, dass Maldonado das Rennen gewinnt. Die Saison laufe momentan generell "etwas verrückt", so der Weltmeister.

Auf die Frage wie er mit der Ungewissheit umgehe, erklärte der Heppenheimer: "Was Ferrari und Williams angeht, die kann ich nicht beurteilen. Die habe ich an diesem Wochenende nie gesehen. Es ist für uns auch schwer zu erklären. Aber es bringt auch nichts, wenn wir uns mit den anderen befassen. Wir hätten gerne einen Schritt an diesem Wochenende gemacht. Der ist leider ausgeblieben. Jetzt müssen wir sehen, dass wir das nächste Mal zwei machen."

Man habe an diesem Wochenende einfach "eins auf die Mütze bekommen" und müsse nun sehen, dass sich dies "schnellstmöglich wieder ändert."

Maldonado voller Selbstvertrauen

Überraschungssieger Pastor Maldonado ist auch für den Monaco-Grandprix zuversichtlich. "Wir werden unser bestes tun. Unsere Vorstellungen werden immer besser und obwohl wir gedacht haben, wir hätten momentan noch nicht das schnellste Auto, verbessern wir uns sehr schnell. Ich habe Monaco immer gemocht und bin für Sonntag voller Selbstvertrauen", so der Venezolaner.

Auch er hat eine Meinung zu der bisher kuriosen Saison mit fünf verschiedenen Siegern in den ersten fünf Rennen. "Dies ist eine der abwechslungsreichsten Saisons die wir in vielen Jahren gesehen haben und die große Konkurrenzfähigkeit zwischen den Teams und Fahrern ist aus meiner Sicht eine gute Sache. Es langweilt die Fans wenn ein Fahrer dominiert."

Den Vorwürfen, er sei nur ein "eingekaufter Fahrer" entgegnete Maldonado: "Ich bin sehr froh, dass ich in Venezuela so eine außergewöhnliche Unterstützung hinter mir habe. Das Geld, das ich mitgebracht habe, hat mir geholfen in die Formel 1 zu kommen, aber auch das Auto besser zu machen und erfolgreich zu sein. Auf diese Kommentare konzentriere ich mich also nicht, ich bevorzuge es meine Antwort auf der Strecke zu geben und das beste für das Team herauszuholen. Hoffentlich hat meine Vorstellung in Spaniern den Kritikern gezeigt, dass ich das Talent habe, einer der besten Fahrer zu sein."

Der Stand in der Fahrer-WM

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