Montag, 14.01.2008

BMW-Sauber präsentiert neues Auto

Die Sache mit der Radkappe

München - Die Jungfernfahrt mit dem neuen BMW-Sauber F1.08 ging dann wohl gehörig in die Hose. Kein Topspeed, kaum Beschleunigung - und dann verlor das Auto auch noch in einer der ersten Runden ein Teil des Rades.

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© Getty

Aber kein Grund zur Panik. Das Teil des Rades war nichts weiter als die Abdeckung, an Speed und Beschleunigung war auf der Galerie der BMW-Welt in München ohnehin nicht zu denken.

Mit geschätzten 10 km/h schlich Nick Heidfeld über den Balkon, nur darauf bedacht, an keinem Geländer anzuecken. "Ich hatte wenig Benzin an Bord, daher lag das Auto in den Kurven richtig gut", scherzte Heidfeld nach der wenig aussagekräftigen ersten Ausfahrt. Hier gibt's die besten Bilder des F1.08!

Die Sache mit der Radkappe, die auch noch dramatisch eine Rampe, die vom Balkon herunter führte, hinabrollte, hatte Heidfeld zunächst gar nicht bemerkt: "Ich wurde erst aufmerksam, als ein Mechaniker das Ding auf einmal in der Hand hatte."

Unerschütterliches Selbstbewusstsein

Ein schlechtes Omen für das hoch ambitionierte Team? Wohl kaum. Denn wenn Heidfeld, Robert Kubica, Teamchef Mario Theissen und Technikchef Willy Rampf am Tag der Präsentation des neuen Autos eins demonstrierten, dann war es unerschütterliches Selbstbewusstsein.

"Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir aus dem Zweikampf an der Spitze einen Mehrkampf machen können", sagte Theissen. Kubica orakelte: "Ich weiß bereits mehr über das neue Auto als die Öffentlichkeit, von daher bin ich sehr zuversichtlich."

Geheimniskrämerei

Was haben die Weiß-Blauen über den Winter gefunden, mit dem sie glauben, McLaren-Mercedes und Ferrari einholen zu können?

Auffällig: Im Gegensatz zur Konkurrenz schweigt man sich bei BMW-Sauber über wichtige Entwicklungen wie den Radstand des Autos und die Gewichtsverteilung weitgehend aus.

Rampf sagte nur so viel: "Die Gewichtsverteilung wird sicher einer der Hauptpunkte in diesem Jahr sein. Wir haben das Auto so konstruiert, dass wir in diesem Bereich so flexibel wie möglich agieren können." Während Ferrari den Schwerpunkt des Autos leicht nach hinten verlegt hat, gibt McLaren an, sogar leicht nach vorne gegangen zu sein.

Aerodynamik auffällig verändert

Mehr Transparenz gab es bei BMW in Sachen Aerodynamik. Im Gegensatz zum neuen Ferrari und zum neuen McLaren gab es beim F1.08 einige auffällige Veränderungen.

Vor allem der riesige Frontflügel, der mit einer großen Schaufel am unteren Ende fast an einen Schneepflug erinnert. Dazu kommen die Hörner, Zusatzflügel an der Airbox, die im vergangenen Jahr auch McLaren-Mercedes noch einsetzte.

Wie bei den anderen Teams sind auch beim BMW die Seitenkästen noch einmal schlanker geworden. "Alle aerodynamischen Veränderungen dienen dazu, das Auto stabiler und für den Fahrer leichter beherrschbar zu machen", sagte Rampf.

Wie kompensiert man die fehlende Traktionskontrolle?

Ebenfalls neu, aber von außen nicht sichtbar: Eine neue Vorderachse, die dem Fahrer beim Einlenken ein besseres Gefühl geben soll, damit er die Reifen schonen kann. Reifenschonung ist nach dem Wegfall der Traktionskontrolle auch bei der Konstruktion der Hinterachse das Hauptthema. Die neue Version soll deutlich mehr mechanischen Grip generieren.

Ob diese Modifikationen ausreichen werden, um mit Ferrari und McLaren auf Augenhöhe zu sein, wird sich erst im Laufe der Testfahrten der kommenden Wochen zeigen. Bis zum Saisonstart soll es am F1.08 noch "einige Neuerungen" geben.

Das Getriebe macht noch Sorgen

Sicher werden auch Neuerungen im Getriebe dabei sein. Das bereitet dem Team nämlich analog zum vergangenen Jahr noch die größten Kopfschmerzen. "Aufgrund der Einheitselektronik sind uns in der Vorbereitung zwei Getriebe kaputtgegangen", sagte Theissen. "Das kostet nicht nur Geld sondern auch Entwicklungszeit."

Die Getriebe müssen 2008 anstatt nur für ein Rennen vier Rennwochenenden lang halten, sechs Mal so lang wie zuvor. Eine große Herausforderung für Theissen, der sich aber sicher ist: "Wir schaffen das bis März."

Im dritten F-1-Jahr soll der erste Sieg her, "an dieser Zielsetzung hat sich nichts geändert", betonte Theissen. 2009 ist dann der Kampf um den WM-Titel dran.

Alexander Mey

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