Verkehrte Welt im Rheinland

DEG fehlt ein Punkt, Köln fast raus

SID
Donnerstag, 26.02.2015 | 16:10 Uhr
Nur noch ein Punkt fehlt der DEG für den Playoff-Einzug
© getty
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Ein Punkt fehlt der Düsseldorfer EG noch zum direkten Viertelfinaleinzug in der DEL, Vizemeister Kölner Haie hat dagegen am letzten Hauptrunden-Wochenende nur noch minimale Playoff-Chancen.

Läppische 36,4 Kilometer Luftlinie liegen zwischen den Geschäftsstellen der Kölner Haie und der Düsseldorfer EG, in Wahrheit aber trennen die rheinischen Erzrivalen derzeit Welten. Während die Domstädter als Elfter nur noch theoretische Chancen auf die Vor-Play-offs der Deutschen Eishockey Liga (DEL) haben, ist der DEG der direkte Einzug ins Viertelfinale praktisch nicht mehr zu nehmen.

"Eigentlich ist die Konstellation ein bisschen schade. Duelle mit Köln wären gerade in den Play-offs ein echtes Highlight", sagte Düsseldorfs Erfolgstrainer Christof Kreutzer dem "SID", als er am Donnerstag mit seiner Mannschaft die Reise in die Hauptstadt antrat. Dort nämlich geht es am Freitag (19.30 Uhr) am vorletzten Spieltag gegen die Eisbären Berlin - schon ein Punkt genügt, um nicht mehr von einem der ersten sechs Plätze verdrängt werden zu können.

Für Kreutzer, der als Fan, Spieler und Stadionwirt sämtliche Höhen und Tiefen des achtmaligen Meisters miterlebt hat, ist das gerade vor dem Hintergrund der vergangenen zwei Seuchenjahre eine extreme Genugtuung. "Es ist immer ein schönes Gefühl, wenn Erfolg da ist. Es fühlt sich toll an, dass die DEG wieder attraktiv ist und man in der Stadt positiv über sie spricht", sagte der 47 Jahre alte Trainerdebütant.

"Was jetzt kommt ist Bonus"

Dass er den Tabellenletzten der beiden letzten Jahre ja vielleicht sogar zu einem Geheimfavoriten auf die Meisterschaft verwandelt hat, davon will er jedoch nichts wissen. "Das ist schon jetzt das Sahnehäubchen. Unser Ziel war Platz zehn - was jetzt kommt, ist ein Bonus."

Mit zwei Siegen sowie ein bisschen Glück könnte für die DEG sogar noch der vierte Platz und damit das Heimrecht im Viertelfinale herausspringen. Diesen Vorteil hat sich Adler Mannheim durch den 3:0-Sieg gegen die Straubing Tigers am Mittwoch als Vorrundenerster sogar bis zu einem möglichen Endspiel gesichert. Während beide Teams damit ihr Soll für die erste Phase der Saison bereits erfüllt haben, benötigt der Vizemeister aus Köln dafür ein wahres Wunder.

"Solange die Playoffs rechnerisch drin sind, glauben wir daran", sagte Stürmer Nick Latta. Sechs Zähler sind am Wochenende noch zu vergeben, fünf Punkte Rückstand beträgt der Abstand zu Platz zehn. Kein Wunder also, dass Vereinsboss Peter Schönberger bereits nach vorne blickt. "Wir arbeiten Tag und Nacht, um den Fans im nächsten Jahr ein Team bieten zu können, das Meister werden kann", sagte er.

"Wir geben nicht auf und kämpfen weiter"

So weit in die Zukunft darf und will der Trainer noch nicht denken. "Wir geben nicht auf und kämpfen weiter", sagte Niklas Sundblad nach der jüngsten Enttäuschung, "dieser eine Punkt kann in der Zukunft noch sehr wichtig sein." 3:4 hatten die Haie am Sonntag im Penaltyschießen verloren - gegen die Iserlohn Roosters, das Überraschungsteam der Vorrunde.

Die Sauerländer haben als Sechster den direkten Einzug in das Viertelfinale selbst in der Hand, Coach Jari Pasanen aber warnt: "Es ist nicht selbstverständlich, dass wir immer gewinnen. Das wollen wir natürlich, aber der Gegner leider auch", sagte der Finne.

Ein Dreier genügt schon, um Platz sechs zu sichern und die Saison dann eventuell auch bis in den Frühling zu verlängern. Pasanen würde das gefallen. "Ich wünsche mir", sagte er, "dass ich noch beim Rasenmähen über unsere Taktik nachdenken muss."

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