Christoph Schubert im Interview

"Ich fahre lieber jemanden fair zusammen"

Von Interview: Florian Regelmann
Mittwoch, 09.11.2011 | 20:59 Uhr
Ex-NHL-Profi Christoph Schubert ist Kapitän der Hamburg Freezers
© Getty
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Christoph Schubert ist ein Hauptgarant für den Erfolg der Hamburg Freezers in der DEL. Neun Scorerpunkte und ein ganz starkes Plus-Minus-Rating (+9) stehen für den 29-Jährigen zu Buche. Der Freezers-Captain spricht über seine Ziele in Hamburg, die Defizite kanadischer Autofahrer und ein mögliches Comeback in der NHL. Außerdem räumt er mit Blödsinn auf.

SPOX: Herr Schubert, was denken Sie, was bei YouTube die größten Christoph-Schubert-Highlights sind?

Christoph Schubert: (lacht) Keine Ahnung.

SPOX: Na ja, wenn man weit scrollt, findet man auch einige Ihrer NHL-Tore, aber zunächst sieht man nur Jungs, die Sie schön umgecheckt haben. Und dann kommt natürlich der Fight mit Chris Gratton. Dabei sind Sie doch gar kein Fighter, oder?

Schubert: Ich konnte einfach nicht mehr raus. Ich musste meinen Mann stehen und habe mich ganz gut geschlagen. Was soll ich sagen? Irgendwie hat er ein Problem mit mir gehabt, dabei habe ich ihm gar nichts angetan. Als ich mich umgedreht und gesehen habe, wer es ist, dachte ich auch nur: "Ah, leck." (lacht) So war es eben. Ich bin normal nicht ein Typ, der die Handschuhe fallen lässt. Ich fahre lieber jemanden fair zusammen und schicke ihm so einen Gruß von mir.

SPOX: Viel wichtiger als Ihr Fight mit Gratton: Anfang Februar ist es schon soweit, Sie werden 30 Jahre alt...

Schubert: Hey, hey.

SPOX: Ist schon gut. Das soll ja nur zeigen, wie die Zeit vergeht. Jetzt ist es schon bald zehn Jahre her, dass Sie als junger Kerl den Schritt nach Nordamerika gemacht haben. Welche Erinnerungen haben Sie an die ersten Jahre im Farmteam in Binghamton?

Schubert: Es war schon extrem, als ich mit 20 rüber gegangen bin. In Deutschland wird einem alles vor die Füße gelegt. Du musst dich um nichts kümmern, du musst nur Eishockey spielen. Und dann kommst du rüber, wirst ins Farmteam geschickt und die Probleme beginnen. Marcel Müller hat zum Beispiel das Glück, dass er zwar im Farmteam der Maple Leafs ist, aber das ist ja auch in Toronto. Es gibt in Nordamerika aber auch ein paar Flecken, wo rein gar nichts los ist. Da hast du ab und zu schon ein bisschen Angst, nachts raus auf die Straße zu gehen.

SPOX: Wie schwierig waren dann die ersten Jahre für Sie?

Schubert: Am Anfang war es sehr schwierig. Wenn man die Sprache noch nicht so gut beherrscht, wenn man die Regeln noch nicht so gut kennt, wenn man noch nicht weiß, wo man überall hingehen muss, dann ist es nicht einfach. Das hat sich natürlich auch auf mein Eishockey ausgewirkt. Von Jahr zu Jahr wurde es dann besser, dennoch wollte ich nach drei Jahren eigentlich gar nicht mehr zurückgehen. Aber Ottawa hat an mich geglaubt, sodass ich doch noch ein paar super Jahre in der NHL hatte.

SPOX: Wenn man es dann in die NHL geschafft hat, muss es ein unglaubliches Gefühl sein.

Schubert: Es war sportlich gesehen die schönste Zeit meines Lebens. Ich musste die ersten acht Spiele bei den Senators noch zuschauen, bis ich ins kalte Wasser geschmissen wurde. Und das bei der Hockey Night in Canada, in Toronto - keine Ahnung, da schauen 30 Millionen Leute zu. Und da stand ich dann plötzlich in der Starting Six und Ottawa wollte sehen, was der Schuby so kann. Das war schon ein geiles Gefühl. Als Rookie musst du deine Chance nutzen, wenn sie kommt. Ich denke, ich habe das dann ganz ordentlich gemacht, sodass ich ein paar Jährchen in der NHL spielen durfte.

SPOX: Was ist Ihr erster Gedanke, wenn Sie an die Zeit in Ottawa denken?

Schubert: Ganz klar, unser Stanley-Cup-Finale (2007, 1-4 gegen Anaheim, Anm. d. Red.). Das ist für jeden Eishockeyspieler ein absoluter Traum. So viele Deutsche standen ja auch noch nicht in den Finals, das heißt schon was und da kann man auch stolz drauf sein. Der Dennis (Seidenberg) hat jetzt sogar einen Ring, er hat glaube ich damit sogar in jeder professionellen Liga, in der er gespielt hat, einen Titel gewonnen. Das ist schon unglaublich. Das Stanley-Cup-Finale kommt mir sofort in den Kopf, aber auch viele schöne Kleinigkeiten. Mein erstes NHL-Tor gegen meinen späteren Teamkollegen Martin Gerber. Auch dass Ottawa mir überhaupt die Chance gegeben hat. Das sind alles so Dinge, die man erst realisiert, wenn man nicht mehr da ist.

SPOX: Gab es abseits der Eisfläche Dinge, die etwas nervig waren. Marcel Müller hat in der "Eishockey News" davon gesprochen, dass die Kanadier einfach ums Verrecken nicht Autofahren können...

Schubert: (lacht) Da muss ich ihm Recht geben. Das sind wir Deutschen ganz anders gewöhnt, bei uns geht es ein bisschen zügiger zu. In Kanada schlafen sie schon gerne mal ein - wenn 60 dran steht, fahren die 61 und solche Geschichten. Das kann ab und zu brutal nervig sein, weil man nicht voran kommt.

SPOX: Wie sieht es mit dem Essen aus?

Schubert: Was ich mir immer von daheim mitgebracht habe, sind Soßen. Da gibt es in Kanada nicht so gute. Aber sonst findet man fast alles, es gibt sogar Spätzle. Und in den großen Einkaufsmärkten findet man eigentlich immer eine europäische Ecke mit Nudeln oder Knödel, da hat man keine Probleme.

SPOX: Sportlich gesehen hatten Sie in Ottawa so ein bisschen das Problem, dass Sie immer zwischen der Verteidigung und dem Sturm hin- und hergeschoben wurden. Hat es nicht furchtbar genervt, dass Sie nicht konstant Verteidiger spielen durften?

Schubert: Klar war es manchmal ein bisschen nervig. Manchmal war es so, dass ich fünf Minuten vor dem Spiel nicht gewusst habe, ob ich gleich Stürmer oder Verteidiger spielen werde. Aber: Man gewöhnt sich dran. Ich habe ja auch so eine tragende Rolle gehabt. Auf dem Weg ins Stanley-Cup-Finale habe ich zwar Stürmer gespielt, aber da stand ich gegen Pittsburgh dann auch gegen Sidney Crosby auf dem Eis, auch in Unterzahl, das war auch geil.

Teil 2: Schubert über sein Traumhaus, Schweden und ein NHL-Comeback

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