Fussball

Transfer-Erlöse: Sturm Graz will in neue Sphären vordringen

Wird Zulj der erste Mega-Transfer des SK Sturm?
© GEPA

Die ersten Tage nach Saisonende hinterlassen den SK Sturm als gebranntes Kind. Mit Marvin Potzmann (Rapid) und James Jeggo (Austria Wien) wechseln zwei Schlüsselspieler ablösefrei zur Konkurrenz. Bright Edomwonyi und Thorsten Röcher (macht von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch) dürften folgen.

Sturm-Geschäftsführer Günter Kreissl sieht seinen Verein jedoch nicht in der Opferrolle und wittert eine Chance. Mit Rapid und der Wiener Austria versemmelten die beiden letzten Vizemeister der Bundesliga die Folgesaison hochkarätig.

"Ich kenne einen Trainer, der eine erfolgreiche Mannschaft übernahm und sagte: Können wir bitte etwas verändern? Jeder Spieler der da ist, ist nur haß', weil er den Sprung nicht geschafft hat. Sie waren satt", erinnert sich Kreissl.

Sturm Graz: Gebauer für Röcher?

"Und darum sage ich: Vielleicht ist es gar kein Fehler, wenn sich drei, vier Spieler mehr verändern. Und ich kann das auch gelassen sagen, weil ich jetzt große Mittel über habe. Mit dem Geld, das für Potzmann, Jeggo und Edomwonyi eingeplant war, bekomme ich richtig gute Spieler. Mit der Ablöse von Röcher kann man vielleicht einen Spieler aus dem Vertrag kaufen. Wir haben Möglichkeiten, frisches Blut reinzubringen", ist Kreissl zuversichtlich.

Einen Teil der siebenstelligen Ablösesumme für Röcher könnten die Grazer in den Altacher Christian Gebauer investieren. Ein schneller, trickreicher rechter Mittelfeldspieler, der in vielen Phasen mit seiner Chancenauswertung zu kämpfen hatte, im Grazer Umfeld wie viele Spieler zu vor jedoch explodieren könnte. Der 24-Jährige steht in Altach noch bis 2020 unter Vertrag und wäre der erste Kreissl-Transfer in einem Sommer-Fenster, der auch Ablöse kostet.

Kreissl will Transfer-Erlöse steigern

Für die Zukunft peilt der Wiener einen Paradigmenwechsel an: Sturm-Spieler unter Vertrag und ohne Ausstiegsklauseln sind nur noch für Premium-Summen verfügbar. Summen, die in Österreich sonst nur Rapid und Red Bull Salzburg lukrieren.

"Bei Sturm denken sich viele Vereine: Da ist noch nie ein Spieler für über drei Millionen Euro verkauft worden. Wenn wir da bei zweieinhalb, drei Millionen Euro ansetzen - egal wie gut er ist - sollten wir ihn bekommen. Da sind wir aber nicht mehr, da verwehre ich mich dagegen und da habe ich auch schon Angebote abgelehnt", sagt Kreissl auf SPOX-Nachfrage.

Sturm orientiert sich an Rapid

"Bei Rapid sagen Klubs: Die haben Wöber für sieben Millionen verkauft, da müssen wir schon tief in die Tasche greifen. Salzburg hat sich erarbeitet, Summen in der Höhe von 15 bis 20 Millionen Euro zu lukrieren. Und ein Ziel von mir ist: Wir müssen auch weg von diesen bescheidenen Forderungen. Wenn wir einen richtig guten Spieler haben, dann kostet das auch bei uns das zwei- bis dreifache", gibt Kreissl einen Ausblick in die Zukunft. "Und wenn das eintritt, ist uns richtig viel gelungen. Für gewisse Summen verkaufen wir nicht mehr. So können wir uns als Verein weiterentwickeln."

Der erste Mega-Transfer der Steirer könnte Regisseur und Nationalspieler Peter Zulj werden. Kreissl will den 24-Jährigen unbedingt halten, sagt aber auch: "Wenn Peter der erste Spieler ist, mit dem wir in diesem Segment einen riesigen Schritt machen, ist das ein positiver Nebeneffekt."

Was aber nicht heißen soll, dass Sturm seinen Schlüsselspieler auf die Transferliste setzt. Das Gegenteil ist der Fall, wie Kreissl erklärt: "Ich habe mir schon Gedanken gemacht, wie ich eine Europa-League-Gruppenphase bewerte. Bin ich bereit, einen Peter Zulj unter dem Betrag von möglichen Einnahmen in der Europa League gehen zu lassen? Nein. Weil ich glaube, dass er sehr wichtig ist, um dieses Ziel zu erreichen. Also muss die Summe deutlich höher sein, als meine Bewertung. Und ich bewerte nicht nur die Prämie, sondern die Gesamteinnahmen. Ticketing, Marketing - da ergibt sich ein Pool."

Sturm-Graz-Neuzugänge für die kommende Saison

Markus LacknerAdmira Wackerablösefrei
Anastasios AvlonitisPanathinaikosablösefrei
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